20091112n Software AG NGOSS und SOA für TK-Anbieter

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Schnelle Produktzyklen und personalisierte Dienste für Telekommunikationsanbieter

Die Erfolgsformel

Flexible NGOSS-basierende Lösungen bilden in Kombination mit einer serviceorientierten Architektur die technologische Basis, mit der TK-Anbieter deutlich effizienter neue Produkte auf den Markt bringen.

 

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ehr Wettbewerb unter den Anbietern und fallende Preise für Konsumenten: Dieses marktwirtschaftliche Prinzip gilt auch für die Telekommunikationsbranche. Hier hat die Deregulierung bei der klassischen Sprachtelefonie zu einem deutlichen Verfall der Margen geführt. Darauf haben die traditionellen Netzbetreiber mit neuen Diensten und Produkten geantwortet. Diese bieten dem Verbraucher heute eine Fülle von neuen Funktionen und versprechen dem Anbieter höhere Gewinnspannen.

Als einer der wesentlichen Treiber der neuen Marktbedingungen gilt vor allem das Thema Konvergenz: So ist etwa die früher übliche Trennung von Festnetzanbieter, Mobilfunkanbieter, Internet Service Provider und Medien-/Entertainment-Unternehmen schon längst aufgebrochen. Neue Technologien wie beispielsweise Femtozellen treiben die Konvergenz weiter voran. Die Anbieter locken ihre Kunden mit zunehmend identischen Produkten, die sich nur noch über den Preis differenzieren.

Zunehmend fragmentierte Zielgruppen mit unterschiedlichen Erwartungen erfordern ein Umdenken bei den Anbietern. So wünschen sich etwa Privatkunden ständig neue Lifestyle- und Multimedia-Dienste in hoher Qualität. Bei Geschäftskunden geht der Trend hin zu maßgeschneiderten und verwalteten Diensten (Managed Services). Auch Großkunden von Telekommunikationsunternehmen, etwa Service Provider, die Betreiber virtueller Netze (VNO) oder Content Provider haben immer komplexere Anforderungen. Damit verbunden stehen die TK-Anbieter vor der Herausforderung, wie sie die geänderten Marktanforderungen umsetzen und welche IT-Systeme dafür notwendig sind.

Services von der Stange sind passé.

Das Rennen um die Gunst der Kunden gewinnen in dieser Konstellation nur solche Anbieter, die ihre Zielgruppen schneller mit neuen und höherwertigen Diensten bedienen als die Konkurrenz. Dies tatsächlich in die Praxis umzusetzen, ist mit einer hohen Komplexität verbunden – sowohl bei der Projektentwicklung als auch in Bezug auf die interne Organisation. Als Folge brechen bei den Telekommunikationsanbietern klassische Wertschöpfungsketten zunehmend auf. Um zukunftsfähige Erfolgsrezepte zu entwickeln, stehen Kooperationen mit verschiedenen Service-Anbietern im Vordergrund. TK-Anbieter haben erkannt, dass sie aus den neuen Marktanforderungen nur dann Kapital schlagen können, wenn sie Geschäftsmodelle auf Basis eines umfassenden Partner-Eco-Systems etablieren.

Härtetest für die Technik.

Neue Dienste in möglichst kurzer Zeit zur Marktreife zu bringen stellt die interne IT-Landschaft vor neue Herausforderungen. Damit am Ende der Wertschöpfungskette konvergente, personalisierte Dienste stehen, benötigen Anbieter flexible IT-Infrastrukturen. Es gilt, eine große Anzahl von Services und Inhalten, inklusive Diensten auf Basis von Partnermodellen, zu immer wieder anderen und möglichst vielen unterschiedlichen Komplettpaketen zusammenzustellen – und zwar schneller als der Mitbewerber. Die technologische Grundlage hierfür sind IT-Systemarchitekturen, die bestehende Prozessmodelle organisationsübergreifend unterstützen und Partner effizient in die eigene IT-Landschaft integrieren. Offene Standards und automatisierte Prozessabläufe spielen hierbei die entscheidende Rolle.

Ein Beispiel für einen solchen Prozess ist die Abrechnung (Billing) der in einem Paket angebotenen TK-Dienste: Der Kunde möchte schließlich nur eine Rechnung erhalten, auch dann, wenn sich der abonnierte Dienst aus Leistungsbausteinen verschiedener Anbieter zusammensetzt. Auch sämtliche Prozesse der Vertragserfüllung (Fulfillment) sowie der Qualitätssicherung (Assurance) müssen automatisiert werden. Denn nur so lässt sich in einem Partner-Eco-System die Basis für eine reibungslose und vor allem effiziente Leistungsbereitstellung gewährleisten.

Ein weiterer Aspekt betrifft die Steuerung und das Management der zugekauften Dienste. Hier ist ein effizientes Monitoring sowohl der IT-Infrastruktur wie Netzwerk und Anwendungen als auch der Geschäftsprozesse ein absolutes Muss. Damit lassen sich zum einen die per Service Level Agreements (SLA) vertraglich vereinbarten Leistungskennzahlen messen. Zum anderen können die Verantwortlichen bei sich abzeichnenden Problemen und Kapazitätsengpässen rechtzeitig gegensteuern.

NGOSS-Architektur liefert den Bauplan.

Um den Betrieb von Telekommunikationsinfrastrukturen und die Bereitstellung von Diensten zu automatisieren, setzen Anbieter und Betreiber auf Operations Support Systeme (OSS), um die branchentypischen Dienstleistungsprozesse abzubilden. Darin enthalten ist beispielsweise Software für das Fehlermanagement auf Netzwerkebene, Konfigurationsmanagement, Accounting und Performance-Management. Ebenfalls unterstützt wird das Sammeln von Call Detail Records beziehungsweise Usage Data Records: Diese Informationen zu getätigten Telefonaten, zum übertragenen Datenvolumen und zu genutzten weiteren Diensten fließen in die darüber liegenden Billing-Systeme ein. In enger Beziehung zu den OSS stehen die Business Support Systeme (BSS), welche insbesondere die kaufmännischen Geschäftsprozesse eines Unternehmens unterstützen. Dazu gehören Anwendungen für das Management von Vertragsbeziehungen mit Endkunden, Lieferanten und Partnern ebenso wie solche für das Management von Produkten und Preisplänen.

Das Komplizierte an diesen Architekturen ist, dass bei Telekommunikationsanbietern und Service Providern im Laufe der Zeit spezifische OSS/BSS-Systeme entstanden sind, welche für ganz bestimmte Formen der Kooperation konzipiert wurden, etwa für das Roaming. Diese Lösungen lassen sich jedoch nicht beliebig für neu hinzu kommende Partner oder für zusätzliche Aufgaben einsetzen. Aber konvergente Netze und erweiterte Angebote bringen neue Anforderungen mit sich. Um etwa Dienste wie Triple Play (audiovisuelle Unterhaltung bestehend aus Fernsehen und Video-on-Demand, Telefonie und Internet), beziehungsweise Quadruple Play, bei dem zu den drei genannten noch die mobile Komponente hinzukommt, bereitzustellen, müssen sich einzelne Leistungsbausteine je nach Bedarf miteinander bündeln lassen. Dies können spezialisierte Strukturen und starre Systemarchitekturen wie die herkömmlichen OSS/BSS-Lösungen mit ihren allenfalls lose miteinander verbundenen Management-Systemen nicht leisten.

Hier setzt das New Generation Operations Systems and Software (NGOSS)-Konzept an. Dieses Framework hat das Tele-Management-Forum als Standard für TK-Anbieter entwickelt. Mit dem NGOSS steht diesen ein allgemeines Gerüst für Geschäftsprozesse zur Verfügung, bestehend aus Methoden, Modellen und Programmodulen. Eine wichtige Rolle spielen dabei zum Beispiel Prinzipien wie die Trennung der Geschäftsprozesse von den implementierten Komponenten oder vertraglich definierte Schnittstellen.

Mit einem NGOSS-Cross-Domain-System lassen sich Prozesse aus Network Management- sowie OSS/BSS-Systemen flexibel verbinden – auch über Unternehmensgrenzen hinweg. Dadurch gelingt die Integration von Shop-, Delivery- und Subcontractor-Systemen für die End-to-End-Abwicklung von Ordermanagementprozessen. Zusätzliche Funktionen für die Synchronisation von Stammdaten können helfen, die Administrationskosten in der Kundenverwaltung zu senken. Das Ergebnis: Telekommunikationsanbieter schaffen wettbewerbsfähige neue Produkte in kurzer Zeit unter Einbeziehung externer Partner und Lieferanten.

Die Erfolgsformel für die Umsetzung.

Doch wie können Telcos und Service Provider nun das NGOSS-Konzept umsetzen, ohne dabei ihre existierende OSS-/BSS-basierende IT-Infrastruktur aufgeben zu müssen? Der Schlüssel liegt in einer Architektur, die eine markt- und kundengetriebene Prozessautomatisierung unterstützt und die kontinuierliche Analyse und Kontrolle von End-to-End-Geschäftsprozessen über das ganze Unternehmen hinweg ermöglicht. Basis einer solchen Lösung ist die serviceorientierte Architektur (SOA), mit der sich bestehende und neue IT-Systeme sowie Partnerlösungen flexibel integrieren lassen. Systeme zur Steuerung von Geschäftsprozessen (Business Process Management – BPM) bauen auf einer SOA auf und ermöglichen optimierte und automatisierte Betriebsabläufe zwischen den Fachabteilungen und externen Partnern. Eine wichtige Komponente hierbei ist das Business Activity Monitoring: erst mit diesen Lösungen lassen sich Abläufe durchgängig in Echtzeit analysieren und Kennzahlen zu einzelnen Prozessen ermitteln. Um schließlich die gesamte SOA- und BPM-Infrastruktur effizient zu steuern und weiterzuentwickeln, bietet sich an, im Unternehmen eine SOA-Governance-Lösung einzusetzen.

Resümee.

Um den jeweils aktuellen Anforderungen in einem sich permanent ändernden Marktumfeld gerecht zu werden, benötigen Telekommunikationsanbieter innovative IT-Architekturen. Durch Konzepte wie SOA und Business Process Management können Unternehmen das NGOSS-Framework besonders effizient implementieren und dabei auf ihre bestehende Architektur aufsetzen. Dienstanbieter profitieren von einem hohen Automatisierungsgrad und organisationsübergreifenden End-to-End-Geschäftsprozessen, die sie durchgängig analysieren und über Kennzahlen betriebswirtschaftlich steuern können.

Erich Böckstiegel

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Erich Böckstiegel, Business Concultant, Software AG

 

 

Infrastruktursoftware für Geschäftsprozesse von der Software AG: Grundlage für synchronisierte und automatisierte Geschäftsprozesse in der Telekommunikationsbranche.

Quelle: Software AG

 

 

Nur mit einer flexiblen SOA-basierenden Infrastruktur sind TK-Anbieter in der Lage, die unterschiedlichen externen Services von Drittanbietern effizient zu einem neuen Produkt zu vereinen und die damit verbundenen administrativen Geschäftsabläufe sinnvoll zu verwalten.

Quelle: Software AG

 

 

 

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