20091112q Cable & Wireless Digitale Netze für aufstrebende Volkswirtschaften

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Wachstumsmärkte – das Tor zu einer neuen Netzwerkwelt

Aufstrebende Volkswirtschaften

Die Wachstums- und Schwellenländer könnten zum Schrittmacher für die globale Erholung der Wirtschaft werden. Wachstums- und Schwellenländer bieten sich als idealer Startplatz für Innovationen besonders im Bereich der digitalen Netzwerktechnik an.

 

 

E

uropäer können auf eine lange Geschichte der Entdeckung und Expansion zurückblicken. Ferdinand Magellan, Christopher Columbus und James Cook überschritten Grenzen und erschlossen Gebiete. Doch laut einer Studie des Telekommunikationsunternehmens Cable & Wireless ist diese Abenteuerlust in der europäischen Geschäftswelt so gut wie ausgestorben. Obwohl Ökonomen und Analysten aufstrebenden Volkswirtschaften eine gute Gesundheit bescheinigen und denken, dass diese zum Teil sogar besser aufgestellt sind, um die Welt aus der Rezession zu führen, werden sie von europäischen Unternehmen, die ein Wachstum anstreben, häufig nicht in Betracht bezogen.

Wachstumsmärkte als Schrittmacher der globalen Wirtschaft

Wachstums- und Schwellenländer sind zwar auch von der Wirtschaftskrise getroffen, doch die im Gegensatz zu westlichen Nationen fehlende beziehungsweise geringe Privat- und Unternehmensverschuldung haben sie resistenter gegen die Auswirkungen der Kreditkrise gemacht. Diesen Trend zeichnet auch der HSBC Emerging Markets Index (HSBC EMI) auf. Der Index deutet darauf hin, dass die Wachstums- und Schwellenländer zum Schrittmacher für die globale Erholung der Wirtschaft werden. Der HSBC EMI stellt einen Indikator für den Zustand von Volkswirtschaft und Wirtschaft der relevanten Länder dar. Gemäß dem Index ist bei der Produktion in den Schwellenländern im dritten Quartal dieses Jahres ein robuster Anstieg zu verzeichnen. Die Prognose-Kennzahlen deuten zudem eine weitere Verbesserung im vierten Quartal an. Die Schwellenländer werden demnach die Erholung der Weltwirtschaft anführen und dies zumeist aus der Binnennachfrage heraus schaffen. Somit führt an den wachstumsdynamischen Schwellenländern kein Weg vorbei.

Technologie als Entwicklungsmotor

Als logische Konsequenz steigen die Infrastrukturinvestitionen in diesen Märkten. So bauen beispielswiese China und Indien ihre existierenden neuen Infrastrukturen weiter aus, während sich entwickelte Märkte eher damit zurückhalten, alte, nationale Strukturen zu ersetzen.

Sämtliche wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungen werden durch neue Technologien beeinflusst. Heutzutage ist dies primär die Informationstechnologie, worunter Telekommunikation, Computing sowie Rundfunk und Fernsehen fallen. Eine Grundvoraussetzung, um diese Technologien besonders in Wachstums- und Schwellenländern voranzutreiben, ist eine stabile Infrastruktur, die zuverlässig die Konnektivität unterstützt. So zeigen beispielsweise die schon getätigten Investitionen in die Konnektivität in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien und China), wie diese die Wirtschaftsleistung antreiben können. Diese vier Staaten, darunter drei Schwellenländer, verzeichnen jährliche Zuwachsraten der Wirtschaftsleistung von fünf bis zehn Prozent, weshalb einige Prognosen voraussagen, dass sie bis zum Jahr 2050 die G8-Staaten überflügeln könnten. Damit würde die »westliche Welt«, Europa und Nordamerika, erstmals seit etwa fünf Jahrhunderten ihre dominierende Stellung in der Weltwirtschaft verlieren.

Ermutigt durch diese Entwicklung und Prognosen betrachten viele multinationale Unternehmen mit Hauptsitz in Nordamerika und Europa Wachstums- und Schwellenländer als idealen Startplatz für Innovationen besonders im Bereich der digitalen Netzwerktechnik. Dies wird außerdem begünstigt durch das Fehlen einer veralteten Infrastruktur. Trotz dieser allgemein positiven Einstellung zögern jedoch viele Unternehmen noch, den entscheidenden Schritt zu tun und in diese Märkte zu investieren und zu expandieren.

Trotzdem nehmen viele Unternehmen an, dass die fehlende Infrastruktur den internationalen Handel beeinflussen könnte. Laut einer Cable & Wireless Studie, für die mehr als 300 multinational aufgestellte Unternehmen befragt wurden, würden mehr als 81 Prozent der befragten Unternehmen bis Mitte 2011 nach Südafrika und 61 Prozent nach Schwarzafrika expandieren. Die Hälfte der Unternehmen zögert allerdings vor diesem Schritt, da sie annehmen, dass die Infrastruktur in diesen Ländern noch zu schwach ausgeprägt ist. Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen, da vorausschauende Telekommunikationsunternehmen bereits Investitionen in schnelle, hochkapazitive und kosteneffiziente Telekommunikationsnetzwerke tätigten und die Infrastruktur in diesen Märkten fortschrittlich und stabil ist.

Die Telekommunikationsrevolution in Afrika

Diese Entwicklung ist nirgendwo so klar zu erkennen wie in Afrika, das kurz vor einer Telekommunikationsrevolution steht. Als weiterer Schritt ins Informationszeitalter soll ab 2011 ein 600 Millionen US-Dollar teures und 14.000 km langes Westafrikanisches Kabelsystem in Dienst gestellt werden. Ab diesem Zeitpunkt können Datenmengen von 3,84 Terabit pro Sekunde (Tb/s) durch die Glasfasern gejagt werden. Ziel des West Africa Cable System (WACS) ist es, die 13 Länder in Süd- und Westafrika mit Europa zu verbinden. Für Namibia, die beiden Kongos und Togo wird das System die erste Verbindung mit einem globalen Untersee-Kabelnetzwerk bieten. Mit der Bereitstellung des WACS wird die insgesamt verfügbare internationale Bandbreitenkapazität in Schwarzafrika bis Ende 2011, um mehr als das hundertzwanzigfache steigen. Das WACS ist eines von fünf Unterseekabelnetzwerken, die in den nächsten zwei Jahren Afrika mit dem Rest der Welt verbinden sollen.

Asiatische Unternehmen als Vorreiter

Der Telekommunikationsmarkt hat sich als Schlüssel herauskristallisiert, um das schlummernde Potenzial der Wachstums- und Schwellenländer zu erschließen. Trotzdem versäumen es immer noch viele europäische Unternehmen diese Gelegenheit wahrzunehmen, ganz im Gegensatz zu asiatischen Firmen. Mehr als 60 Prozent der befragten Unternehmen aus dem asiatisch-pazifischen Raum sind gut über Wachstums- und Schwellenländer wie dem Mittleren Osten oder Afrika informiert und streben eine Expansion und ein Wachstum in diesen Märkten an. Fast 70 Prozent der Unternehmen wollen den Betrieb in den Golfstaaten und Südafrika in den nächsten 18 Monaten aufnehmen und 60 Prozent erwägen es Niederlassungen in Nord- und Schwarzafrika im gleichen Zeitraum aufzumachen.

Wachstums- und Schwellenländer stellen für europäische Unternehmen eine große Chance dar – doch auch die Investitionen, die sie in diesen Ländern tätigen, sind signifikant und förderlich für die lokale Volkswirtschaft. So sollten Unternehmen den Geist und Charakter ihrer Vorfahren für sich wiederentdecken, da alle Eroberer einander ähneln in ihren Plänen, in ihrem Geist und Charakter. (Joseph Joubert)

Nick Lambert

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Nick Lambert, Managing Director, Global Markets, Cable&Wireless Worldwide

 

 

 

 

Office und Mitarbeiter in Lagos 1919

 

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