20091112t Itemis Arbeitszeitmodell 4 + 1

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Das Arbeitszeitmodell der nächsten Generation

»4+1«

Die Halbwertszeit des IT-Wissens beträgt gerade mal fünf Jahre. Es ist in der IT – bedingt durch die hohe Arbeitsbelastung der Mitarbeiter – eine besondere Herausforderung, Raum und Zeit für die kontinuierliche Weiterbildung zu finden. Die stetige Fortbildung fördert die Kreativität und die Innovationskraft der Mitarbeit. Ein besonderes Arbeitszeitmodell »4+1« trägt diesem Umstand Rechnung: Jeder Mitarbeiter hat pro Arbeitswoche einen vertraglich zugesicherten Tag für die persönliche Weiterentwicklung.

 

I

n der IT-Branche und besonders für die Mitarbeiter von IT-Beratungsunternehmen gehört eine hohe Arbeitsbelastung zum Alltag. Neben umfangreichen Reisezeiten müssen die Mitarbeiter oft schwierige organisatorische Rahmenbedingungen und ineffiziente Prozesse in Kauf nehmen, zum Beispiel bei Off-Shore-Projekten, bei denen allein aufgrund der Zeitverschiebung ein hohes Maß an Flexibilität verlangt wird. Eine immer kürzer werdende Time-to-Market für Softwaresysteme und der gleichzeitige Personalabbau in vielen Bereichen der Unternehmen verschärfen die zeitliche Belastung für die Mitarbeiter. In diesem Umfeld ist es eine besondere Herausforderung, Raum und Zeit für die kontinuierliche Weiterbildung zu finden, die in dieser Branche von zentraler Bedeutung ist. Daher benötigt man ein Arbeitsplatzmodell, welches zeitlich, räumlich und organisatorisch größtmögliche Flexibilität bietet, um Weiterbildung und Wissensaustausch im Unternehmen zu fördern. Denn stetige Fortbildung fördert die Kreativität und die Innovationskraft der Mitarbeiter und ist Hintergrund für das Itemis-Arbeitszeitmodell »4+1«: Jeder Mitarbeiter hat pro Arbeitswoche einen vertraglich zugesicherten Tag für die persönliche Weiterentwicklung.

Ausgangspunkt für die Überlegungen, die zur Entwicklung des »4+1«-Modells geführt haben, sind überraschende Erkenntnisse aus Bewerbungsgesprächen und der Befragung unserer Mitarbeiter. Für die Attraktivität des Arbeitsplatzes sorgen demnach nicht etwa in erster Linie monetäre Aspekte, sondern die inhaltlichen und qualitativen Seiten des Jobs. Am häufigsten äußerten die Befragten, dass ihnen interessante und abwechslungsreiche Tätigkeiten mit einer guten Mischung aus Projektalltag und Forschung besonders wichtig sind. Zudem wünschten sich Mitarbeiter und Bewerber Freiräume zur Weiterbildung, hohe Flexibilität und Eigenverantwortung.

Weiterbildung in der Hand der Mitarbeiter

Daher hat Itemis eine Vier-Tage-Woche eingeführt und gibt den Mitarbeitern einen Tag zur individuellen Nutzung, zur Gestaltung der persönlichen Weiterentwicklung. Was genau unter Weiterentwicklung zu verstehen ist, wurde dabei nicht definiert. Im Gegenteil, Itemis hat die Definition bewusst offen gehalten und sie in die Hände ihrer Mitarbeiter gelegt. Ausschließlich sie selbst bestimmen, was Weiterbildung ist und was nicht. Letztlich behalten wir uns als Arbeitgeber lediglich ein Vetorecht vor, von dem wir allerdings noch keinen Gebrauch machen mussten.

Die Spannweite der Weiterbildungsaktivitäten ist groß und beschränkt sich keineswegs nur auf die Kernkompetenz des Unternehmens, die Softwareentwicklung. Sicherlich werden zu diesem Thema die meisten Weiterbildungen organisiert und durchgeführt. An erster Stelle sind die Open-Source-Projekte und die sogenannten Study-Groups zu nennen, in denen es um Erfahrungs- und Wissensaustausch geht. Hier werden neue Technologien ausprobiert und auf ihre Praxistauglichkeit getestet. Den Gruppen steht ein Experte als Ansprechpartner zur Verfügung.

Auch mit dem Schreiben von Büchern und Fachtexten beschäftigen sich die Mitarbeiter im Rahmen von »4+1«. Dabei ist nicht festgelegt, wo sich der Arbeitsplatz befindet. Manche nutzen gerne die Ruhe im eigenen Wohnzimmer, andere entfalten ihre Kreativität unterwegs im Zug.

Der Englischunterricht ist eine weitere beliebte Fortbildungsmöglichkeit. Er wird seit zwei Jahren von den Mitarbeitern im Haus selbst gestaltet. Die von uns als Arbeitgeber angebotenen, externen Kurse wurden in der Vergangenheit nicht angenommen.

Ergänzend zu diesen selbstorganisierten Fortbildungsaktivitäten koordiniert der Itemis-Personalbereich ein Einarbeitungs- und Schulungsprogramm. Im Rahmen der sogenannten »Training Series« führen Mitarbeiter für Mitarbeiter zweitägige Trainings durch. Neben den technischen Themen wie Software-Architektur, Modellierung und Software-Entwicklung, umfasst das Programm auch Soft-Skill-Themen wie beispielsweise »Präsentationen vorbereiten und durchführen« oder »Teamwork«. Zusätzlich zum Trainings-Curriculum setzen wir je nach Projektsituation interne Einarbeitungsprojekte auf, bei denen anhand eines Beispiels neue Technologien angewendet werden.

Die Erfahrungen mit diesem »4+1«-Modell sind durchweg positiv. Es kommt nicht nur bei unserer Belegschaft gut an, sondern ist zu einem zentralen Baustein der Arbeitgebermarke Itemis geworden. Natürlich gibt es auch Rahmenbedingungen durch unsere Kunden, die die Flexibilität von »4+1« einschränken. So sind viele der Berater vor Ort beim Kunden aktiv. Dies ist verbunden mit Reisen und Übernachtungen in Hotels. Um dennoch einen optimalen Informationsaustausch und Wissenstransfer zwischen den Mitarbeitern zu ermöglichen, wurde eine ausgefeilte und wissensorientierte technologische Infrastruktur eingeführt, die auf verschiedenen Web-2.0-Technologien basiert.

Über Portale zu ausgewählten Themen wie Personal, Marketing und Vertrieb oder Infrastrukturwerden im Sinne einer Pull-Variante unternehmensinterne Informationen zur Verfügung gestellt. Mitarbeiter finden hier Ansprechpartner und Arbeitsmaterialien – beispielsweise Vorlagen für Flyer oder Präsentationen – sowie Antworten auf organisatorische Fragen. Über einen Podcast erhalten die Mitarbeiter Informationen über aktuelle Termine und Veranstaltungen und erfahren Neuigkeiten aus anderen Projekten. Der Vorteil dieses Kommunikationskanals ist, dass die Mitarbeiter auch von unterwegs über mobile Abspielgeräte (etwa Ipod, Mobiltelefon,...) ohne großen Aufwand erreicht werden. Darüber hinaus stehen mit Microblogs wie Yammer und Twitter weitere Push-Werkzeuge zur Verfügung. Vor allem für Mitarbeiter, die sich nicht am Unternehmensstandort aufhalten, bieten sie die Möglichkeit, schnell Informationen auszutauschen und Absprachen zu treffen. Darüber hinaus können die Beschäftigten ihr Wissen über einen eigenen Blog den Kollegen und der Öffentlichkeit zur Verfügung stellen, beispielsweise in Form von Fachartikeln.

Freiräume und Flexibilität bei der Arbeitsplatzgestaltung fördern die Eigenverantwortung, Kreativität und Motivation unserer Mitarbeiter und führen damit zu einer unmittelbaren Verbesserung der Arbeitsergebnisse. Zudem unterstützen diese Arbeitsplatzbedingungen das Teamwork und verbessern die Work-Life-Balance jedes Einzelnen.

Jens Trompeter

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Jens Trompeter, Vorstand Personal, Itemis AG

 

 

 

Itemis-Gründer Jens Wagner und Wolfgang Neuhaus

 

 

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