20091112v Fujitsu Application Lifecycle Management

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Integriertes und prozessorientiertes Applikations-Lifecycle Management für die Softwareentwicklung

Moderne Softwareentwicklung

Auch Softwareprodukte werden mehr und mehr zur Massenware. Um konkurrenzfähig zu bleiben, müssen Unternehmen den Markt kontinuierlich mit innovativen und technisch wie rechtlich einwandfreien Entwicklungen bedienen. Moderne Applikations-Lifecycle-Management-Lösungen (ALM) helfen ihnen dabei, diese hochkomplexe Aufgabe zu bewältigen.

 

I

n der IT wurde in den vergangenen Jahren vorwiegend die Industrialisierung von Applikationen für Geschäftsbereiche wie Personal, Einkauf, Vertrieb oder Buchhaltung vorangetrieben. Ihre eigenen Bedürfnisse haben Informatiker und IT-Techniker dabei zurückgestellt. Infolgedessen hinkt der Softwareentwicklungsbereich anderen Bereichen um gut zehn Jahre hinterher, was den Grad der Industrialisierung angeht. Es ist dringend notwendig, hier aufzuholen, denn auch Softwareprodukte werden immer mehr zu Massenprodukten. Entsprechend steigt der Druck auf die Entwicklungsabteilungen, innerhalb kürzester Zeit und bei engen Budget-Vorgaben, hochwertige Produkte zu erstellen.

Ein eindrucksvolles Beispiel für diese Entwicklung liefert das Investmentbanking. Wer in dieser sehr schnelllebigen Sparte wettbewerbsfähig bleiben will, muss seinen Kunden permanent neue und innovative Angebote unterbreiten. Hinter jedem dieser angebotenen Investment-Pakete verbirgt sich jedoch eine hochkomplexe Softwareentwicklung. Ein neues Produkt muss schnell entwickelt, getestet und verfügbar gemacht werden, um seine Vorteile ausnutzen zu können. Der gesamte Verkaufsprozess des neuen Produkts muss von Beginn an prozessgetrieben und automatisiert sein, um schnellstmöglich innerhalb der sehr kurzen Lebenszeit dieser Erzeugnisse einen Massenmarkt bedienen zu können. Dies stellt extreme Anforderungen an die Software, welche diese Automatisierung gewährleistet. Nur durch eine optimale »Softwarefertigung« kann diesem Anforderungsszenario Rechnung getragen werden.

Schwächen herkömmlicher Softwareentwicklungs-Produkte

In den vergangenen Jahren haben viele Unternehmen unterschiedliche Softwareentwicklungs-Lösungen eingeführt, um diesen Anforderungen gerecht zu werden. Nur allzu oft blieb der gewünschte Erfolg allerdings aus. Die erste Generation der sogenannten ALM-Lösungen scheiterte insbesondere daran, dass die verschiedenen Produkte in der Regel jeweils nur eine Teildisziplin der Softwareentwicklung fokussierten und nicht den Entwicklungsprozess in seiner Gesamtheit. Da die Programme typischerweise aus verschiedenen Quellen stammten, wiesen sie nicht die notwendige Kompatibilität auf, um integriert zu funktionieren. Eine einheitliche Prozesssteuerung war daher nicht möglich. Infolgedessen fehlte es an der Nachvollziehbarkeit von Änderungen und Abhängigkeiten. Zudem waren die Entwickler ohne effektive Automatisierung der Prozesse dazu gezwungen, viele Prozessschritte mühsam zu wiederholen – und zwar manuell. Auch die Kommunikation und Abstimmung zwischen den Geschäftsbereichen und Entwicklungsteams einerseits sowie innerhalb des Entwicklungsteams andererseits war oftmals unzureichend.

Modernes Applikations Lifecycle Management

Mittlerweile hat man aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt. Moderne ALM-Lösungen – das Analystenhaus Forrester nennt sie ALM-2.0-Lösungen – schaffen es, Medienbrüche und Kommunikationslücken innerhalb des gesamten Lebenszyklus´ einer Anwendung – von der Aufnahme der Anforderungen über die Entwicklung und den Test bis zum Betrieb – zu schließen. Der Schlüssel dazu ist eine integrierte Plattform, die eine weitaus bessere Integration der einzelnen Funktionalitäten ermöglicht.

In einem von Forrester Research verfassten Bericht mit dem Titel »ALM 2.0: Getting Closer, But Not There Yet«, heißt es : »Anstatt zu versuchen nichtkompatible Tools zusammenzufügen, die von unterschiedlichsten Quellen akquiriert wurden, haben Anbieter damit begonnen in von Grund auf modernisierte und integrierte ALM Plattformen zu investieren, um eine hohe Interoperabilität der Tools zu erreichen. Das ist Teil der Evolution von ALM 1.0 zu ALM 2.0. Die Fortschritte, die Anbieter auf dem Weg zu ALM 2.0 gemacht haben, generieren bereits jetzt echten Mehrwert für ihre Kunden.«

Die Funktionsweise moderner ALM-Lösungen

Moderne ALM-Lösungen wie die Interstage Application and Service Management Suite von Fujitsu Enabling Software Technology ermöglichen die Integration sämtlicher Komponenten, die die Softwareentwicklung betreffen und dienen der Prozesssteuerung und Sicherheit unter diesen Komponenten.

Ein Modul integriert alle Managementebenen und Phasen des Entwicklungsprozesses durch Anforderungs-, Änderungs-, Release- sowie Software-Konfigurationsmanagement in einer Lösung. Alle Komponenten des Moduls teilen sich ein zentrales Repository und sind dafür ausgelegt, auch komplexe und verteilte Softwareentwicklungsprojekte zu unterstützen. Dabei werden auf allen Ebenen die Nachvollziehbarkeit der einzelnen Schritte sowie das Berichtswesen in Bezug auf alle Anwendergruppen signifikant erhöht. Verfügbar als Eclipse-Plugin, ermöglicht es die Integration sowohl in bestehende Kundensysteme als auch mit Werkzeugen anderer Anbieter. Die Unterstützung definierter kundenspezifischer Prozesse für die Entwicklungsphasen macht die Arbeit der Projektmanger ebenfalls einfacher. Je nach Anforderung können spezifische Genehmigungs- und Bearbeitungsschritte eingestellt und durchgesetzt werden. Dies garantiert eine reibungslose Kollaboration aller Beteiligten der einzelnen Entwicklungsebenen und beschleunigt den Workflow signifikant.

Ein weiteres Modul dient der tiefgreifenden Quellcodeanalyse und der Qualitätseinschätzung von Software. Der Code wird mit speziell dafür entwickelten Parsern gescannt und anschließend in einem OLAP-Cube analysiert. Extrem schnelle Scanner vermögen dabei mehr als 10 Millionen Codezeilen in weniger als 60 Minuten einzulesen und zu bewerten. Des Weiteren bietet die multidimensionale Analyseumgebung eine sehr zügige und vielseitige Möglichkeit, auf die gescannten Codezeilen analytisch zuzugreifen. Es gibt eine Reihe von Indikatoren, die auf mögliche Fehlerquellen hinweisen, wie etwa gehäufte Verzweigungen im Code. Nicht mehr genutzte Programme können sehr schnell identifiziert werden, da diese keine Abhängigkeiten mit anderen Programmen aufzeigen. Besonders das Aussortieren dieser »toten Programmteile« macht zukünftige Analysen und Legacy Modernisierungsprojekte erheblich effizienter. Das Modul kann auch dazu verwendet werden, unbenutzten Code zu finden oder gut laufende Alt-Applikationen in neuen Anwendungen zu integrieren. Denn die Erkenntnis, dass funktionierender Quellcode aus früheren Projekten durchaus einen Wert besitzt, setzt sich auch bei Managern immer weiter durch.

Ein drittes Modul fungiert als Bindeglied zwischen der Entwicklung und der operativen Systemebene. Es dokumentiert Zusammenhänge und Abhängigkeiten, so dass Änderungen in kürzerer Zeit umgesetzt werden können. Als Modul zum SOA Metadata Management unterstützt es Unternehmen zudem beim Aufbau von serviceorientierten Architekturen (SOA) beliebiger Komplexität.

Die Vorteile durch den Einsatz einer ALM-Lösung

Unternehmen profitieren in vielfältiger Hinsicht von der Verwendung einer ALM-Plattform. So steigt die Qualität der Software. Dies ergibt sich aus der Nachverfolgbarkeit aller vollzogenen Änderungen sowie der Unterstützung und Automatisierung des Entwicklungsprozesses. Durch die Bereitstellung einer einzigen Plattform für alle beteiligten Projektgruppen erhöht sich die Transparenz, mögliche Fehlerquellen werden vermieden. Qualitätsrichtlinien helfen dabei, bestimmte Konventionen und Regeln für die Erstellung des Codes einzuhalten und sorgen dafür, dass auch rechtliche Bestimmungen Anwendung finden.

Hinzu kommt auch eine Erhöhung der Produktivität. Durch die Koordination einzelner Teilprozesse (Build, Test, Deployment), die Unterstützung bei der Einhaltung des Entwicklungsprozesses gewinnen die Mitglieder des Entwicklungs- und Testteams mehr Zeit, um sich auf ihre eigentlichen Aufgaben zu konzentrieren. Zudem wird die Feedbackschleife, die die Qualität der Änderungen beurteilt, stark verkürzt. So können auch Entwicklungs- und Wartungskosten signifikant gesenkt werden. Außerdem schützt die Plattform bereits getätigte IT-Investitionen durch die Integration offener Standards und Schnittstellen. Der Einsatz von Eclipse sichert die Kompatibilität in heterogenen Infrastrukturen und sorgt so für eine ideale Integration mit Systemen und Applikationen von Drittanbietern.

Resümee

Moderne ALM-Lösungen verfügen über eine Plattform, mit der Unternehmen aller Branchen ihre Softwareentwicklungsprozesse deutlich verschlanken und transparenter gestalten können. Mit einer einheitlichen grafischen Nutzeroberfläche über alle Entwicklungsphasen und -ebenen hinweg und einer engen Integration aller Komponenten der Suite werden »Inselprozesse« beseitigt – so entsteht ein durchgehendes »Entwicklungsfließband«. Dies senkt die Komplexität, steigert die Produktivität, integriert alle Entwicklungsebenen und garantiert so Prozesssicherheit in Softwareentwicklungsprojekten.

Dr. Peter Meinen

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Dr. Peter Meinen, CTO bei Fujitsu Enabling Software Technology GmbH

 

 

Bild 1: Die »Interstage Application and Service Management Suite«, die von Fujitsu Enabling Software Technology angeboten wird, besteht aus drei Kernprodukten.

Quelle: Fujitsu Enabling Software Technology

 

 

 

 

Bild 2: Quellcodeanalyse und Quellcodemessung im Zusammenspiel.

Quelle: Fujitsu Enabling Software Technology

 

 
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