20091112zh Cirquent - MAN - Cross Functional Teams

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Produktoptimierung bei MAN mit abteilungsübergreifenden »Cross Functional Teams«

Alle an einem Tisch

Paralleles Arbeiten an gemeinsamen Zielen, und das über Abteilungsgrenzen hinweg: Was auf dem Papier einfach klingt, gestaltet sich in der Praxis manchmal schwierig. Bei der MAN Nutzfahrzeuge AG hat der Aufbau sogenannter Cross Functional Teams die bereichsübergreifende Zusammenarbeit verbessert.

 

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Wir sind ein Komplettanbieter für Transportlösungen«, beschreibt Dr. Horst Schmidt, zuständig für das Qualitäts- und Risikomanagement der Lieferanten bei der MAN Nutzfahrzeuge AG sein Unternehmen. Der renommierte deutsche Lkw- und Bushersteller ist das größte Unternehmen der MAN Gruppe, das auch Nutzfahrzeugkomponenten wie Motoren, Verteilergetriebe und Achsen herstellt. Daneben bietet die MAN Dienstleitungen wie den mobilen 24-Stunden-Bereitschaftsservice für Lkw und Busse sowie verschiedene Finanzdienstleistungen an. Das Unternehmen ist ein wahres Schwergewicht: Im Geschäftsjahr 2008 erzielte die Firmengruppe mit weltweit rund 36.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und mehr als 96.000 verkauften Lastkraftwagen sowie über 7.200 verkauften Bussen und Busfahrgestellen der Marken MAN und NEOPLAN einen Umsatz von 10,6 Milliarden Euro.

Für international agierende Unternehmen wie MAN ist es entscheidend, auf die Herstellungskosten zu achten und diese nach Möglichkeit zu senken – bei gleichzeitiger Verbesserung der Qualität und Straffung der Prozesse, um somit die Ertragskraft des Unternehmens zu stärken. Bei komplexen Produkten wie einem kompletten Lkw oder Bus ist es für ein Unternehmen wichtig, dass Abteilungen bereichsübergreifend zusammenarbeiten und kommunizieren. Vor allem, wenn innovative Änderungen in den Markt einfließen sollen, ist eine Abstimmung zwischen allen an der Produkterstellung beteiligten Bereichen notwendig. Bei der MAN übernehmen das heute die sogenannten Cross Functional Teams, kurz CFTs. Die Innovationen, so die Idee, kommen auf diese Weise schneller beim Kunden an.

Unterstützung bei der Etablierung der CFTs fand die MAN Nutzfahrzeuge AG beim Bereich Management Consulting der Münchner Unternehmensberatung Cirquent. Andreas Steffen, Cirquent-Experte für Organisationsentwicklung, Marketing und Sales, sowie sein Team mit sieben Mitarbeitern haben seit April 2008 ein Konzept für eine CFT-Organisation, die innerhalb des Unternehmens pragmatisch umsetzbar ist, entwickelt und implementiert.

Start mit Pilot-CFTs.

»Das Ergebnis war die Installierung von zunächst sechs Pilot-CFTs, in denen wir die MAN-Mitarbeiter gecoacht und ihnen durch unsere Fachkompetenz und aktive inhaltliche Mitarbeit bei der Umsetzung von Produkt- und Prozessoptimierungsmaßnahmen geholfen haben«, beschreibt Steffen.

In den CFTs treffen sich alle zwei Wochen bereichsübergreifende Teams und diskutieren und priorisieren Themen aus ihrem Fachgebiet. So zum Beispiel im Cross Functional Team »Abgassysteme«, in dem Mitarbeiter aus den vier Kernbereichen Technik, Einkauf, Logistik und Produktion mitarbeiten. »Je nach Bedarf und Aufgabenstellung werden die Bereiche um die Abteilungen Controlling, Service und andere erweitert«, vertieft Schmidt. Einmal im Monat berichtet dann der CFT-Leader »Abgassysteme« an den CFT-Steuerkreis »Driveline«, der sich in der Regel aus Managern derselben vier Kernbereiche (Technik, Einkauf, Logistik und Produktion) zusammensetzt. »Das ist meist die Ebene der Hauptabteilungsleiter«, so Schmidt. Dieser Steuerkreis schließlich übermittelt seine Ergebnisse an das höchste Gremium, den aus den Vorständen und Bereichsleitern bestehenden CFT-Lenkungsausschuss, der alle zwei Monate zusammenkommt. »Zu spüren, wie das oberste Management die CFT-Organisation aktiv unterstützt, ist für uns alle ein absolutes Highlight des Projekts«, erzählt Schmidt.

Virtuelle Organisation.

Wichtig ist die Tatsache, dass in den CFT-Gremien – egal auf welcher Ebene – Entscheidungen vorbereitet und abgestimmt werden. Die Entscheidungskompetenz liegt nach wie vor in den Fachabteilungen. Aus diesem Grund ist der Aufbau der CFTs auch virtuell, kann also nicht in ein Unternehmensorganigramm gegossen werden. Sinn ergeben die Cross Functional Teams jedoch in Form von realem Nutzen. Schmidt wird konkret: »In den CFTs erarbeiten die Linienverantwortlichen aller Hierarchieebenen qualitäts- und kostenrelevante Ziele. Durch dieses parallele Arbeiten sparen wir Zeit und Kosten, bis eine Lösung im Markt umgesetzt ist.« Doch bevor so eine Kommunikation gelebt werde, sei eine Systematik und Struktur wichtig, und genau die geben die CFTs vor, sagt Schmidt.

CFTs bei der MAN sind also eine Kommunikations- und Arbeitsplattform, die allerdings nur an und mit bestehenden Produkten arbeitet. Bei neuen Produkten werden nach wie vor zeitlich befristete Projektteams installiert. Der einzelne Mitarbeiter kann sich in den CFTs ein Netzwerk aufbauen und sieht schon auf dieser Ebene, wie andere Unternehmensbereiche arbeiten und wo Prioritäten gesetzt werden. Das sieht auch Dr. Ralf Juse so, Leiter des CFT »Guss«. »Vor allem die Unterstützung und Vorbereitung der CFT-Sitzungen Mitte 2008 durch die Cirquent Mitarbeiter war sehr hilfreich«, so Dr. Juse. Er ist davon überzeugt, dass sich der anfängliche Mehraufwand für die Mitarbeiter minimieren und schnell positive Effekte generieren wird. Gleichzeitig kann Juse jetzt als CFT-Leader schneller Führungskompetenz entwickeln, weil er auch im CFT mit dem Management kommuniziert.

Einfaches Prinzip.

Cirquent Beraterin Susanne-Katharina Reinelt, die zusammen mit Andreas Steffen und weiteren Kollegen das CFT-Konzept für die MAN Nutzfahrzeuge AG entwickelt hat, bringt es auf den Punkt: »CFTs bieten ein einfaches Prinzip: Mitarbeiter sitzen an einem Tisch und reden miteinander.« Leider werde die Zusammenarbeit einzelner Bereiche aufgrund der komplexen Strukturen in modernen Unternehmen erschwert. Sie seien meist dezentral angelegt, beschreibt Reinelt.

Seit Ende Februar 2009 hat die MAN Nutzfahrzeuge AG die gesamte CFT-Organisation von Cirquent übernommen. Neben den zwölf CFTs sind weitere Teams installiert worden, alle in der Verantwortung der MAN. »Das war eine unserer Vorgaben: Wir sollten die MAN mit diesem Projekt befähigen, CFTs eigenverantwortlich zu installieren und weiterzuentwickeln«, so Cirquent Projektleiter Steffen. Die Zusammenarbeit beschreiben Schmidt und Steffen als sehr effektiv und vertrauensvoll. »Cirquent hat uns durch den ganzheitlichen Ansatz überzeugt. Wir müssen das jetzt weiterleben«, blickt MAN-Mann Schmidt optimistisch in die Zukunft.

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»CFTs bieten ein einfaches Prinzip: Mitarbeiter sitzen an einem Tisch und reden miteinander.«

Andreas Steffen, Cirquent-Experte für Organisationsentwicklung, Marketing und Sales

 


 

 

»Zu spüren, wie das oberste Management die CFT-Organisation aktiv unterstützt, ist für uns alle ein absolutes Highlight des Projekts«

Dr. Horst Schmidt, zuständig für das Qualitäts- und Risikomanagement der Lieferanten bei der MAN Nutzfahrzeuge AG

 

Foto: MAN Group

 

 

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