SNIA Green IT und Green Storage

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Green IT und Green Storage

Grüne Strategie hat Datenspeicher im Visier

Grün ist eine gute Wahl, auch wenn in den Köpfen oft festsitzt, dass umweltfreundliche Technologien teuer sind und sich lange nicht amortisieren. Wie öffentliche Auftraggeber mit Green Storage Umweltbewusstsein demonstrieren und trotzdem Kosten sparen, zeigt die Storage Networking Industry Association (SNIA). Eine tragende Rolle spielen Standards zur Ermittlung des Energieverbrauchs, aber auch die Wahl energieeffizienter Speichertechnologien.

 

D

ie öffentliche Hand ist nicht nur einer der größten Förderer von Green IT, sondern steht auch bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes in der Pflicht: Laut Bundesregierung soll der CO2-Ausstoß in Deutschland bis 2020 gegenüber 1990 um 40 Prozent sinken. Das Erreichen quantitativer Ziele setzt allerdings voraus, dass IT-Entscheider wissen, wo sie ansetzen müssen. Storage ist neben Servern und Peripherie ein lohnendes Objekt: Datenspeicher stehen in der Regel auf Platz 2 der Ausgabenhitliste und haben ein durchschnittliches Wachstumspotenzial von 50 Prozent pro Jahr. Das bedeutet mehr Kosten, aber auch mehr Energieverbrauch.

Standards sorgen für mehr Transparenz beim Energieverbrauch

Genau hier setzt die SNIA Europe an. Sie will mit Standards für mehr Transparenz beim Energieverbrauch sorgen. Denn IT-Entscheider sollen genau wissen, mit welchem Energiebedarf und welchen Kosten sie beim Betrieb ihrer Storage-Architektur rechnen müssen. Nur so können staatliche Institutionen beim Storage ihren Energieaufwand senken und nebenbei noch Geld sparen. Die Kennwerte der SNIA sollen den genauen Energieverbrauch einer Storage-Komponente je nach Anwendung ausweisen. Bisher sind diese Kennwerte für IT-Verantwortliche im laufenden Betrieb des Rechenzentrums schwer zu ermitteln, da nur der maximale Leistungswert aufgeführt ist.

Die Green Storage Initiative (GSI) der SNIA hat Anfang 2009 die erste »Green Storage Power Measurement«-Spezifikation zur öffentlichen Diskussion freigegeben. Kern der Spezifikation ist die »Green Storage Taxonomy» zur Klassifizierung von Speichersystemen gemäß Stromverbrauchsmerkmalen und Applikationsumgebung. Eine Methode zur einheitlichen Erfassung von Messwerten für Systeme im Ruhezustand ergänzt die neue Spezifikation.

Fünf Applikationskategorien vom kleinen Home Office bis zum größeren Unternehmen wurden definiert. Zu den Funktionsmerkmalen zählen der nötige Grad an Datensicherheit, Komponentenredundanz, Betriebsfähigkeit, Datenzugriffszeit und die Spannweite des Stromverbrauchs. Die Speichersysteme selbst teilt die SNIA in folgende Kategorien ein: Online (Primärspeicher), Near Online (Sekundärspeicher), Medienbibliotheken mit Wechselspeichermedien, Medienbibliotheken mit fest eingebauten Speichermedien, Infrastruktur-Appliances und Infrastruktur-Switches.

Der Stromverbrauch von Speichersystemen wird im Ruhezustand geprüft und gemessen und als Standard spezifiziert. Die Messwerte werden in GB/Watt angegeben und umfassen:

  • Modellnummer des Herstellers
  • Rohspeicherkapazität
  • Drehzahl der Speichermedien und Schnittstelle der Medientypen im Speichergerät
  • Anzahl der Gehäuse/Systeme der Klassifizierungskategorie »Online« und »Near Online«
  • Anzahl der Bandlaufwerke für Systeme der Klassifizierungskategorie »Bibliothek mit Wechselmedien«

Staatliche Institutionen spielen eine wichtige Rolle, um Green IT-Lösungen voran zu bringen. Als großer Auftraggeber mit dedizierter Verpflichtung zur Umweltpolitik können sie dafür sorgen, dass beim Einkauf von IT-Leistungen immer mehr »grüne« Aspekte in die Ausschreibungen einfließen. Mit den Kennwerten der SNIA können öffentliche Auftraggeber schon im Anforderungskatalog gezielt Angaben nach dem Stromverbrauch abfragen und energieeffiziente Storage-Architekturen einkaufen. Dadurch wächst der Druck auf Hersteller und Lieferanten, die steigende Nachfrage nach energieeffizienten Storage-Lösungen zu bedienen.

Die SNIA Europe arbeitet eng mit den Behörden der EU in Brüssel zusammen. So war der Verband auch an der Formulierung des »EU Code of Conduct for Data Centres« beteiligt. Dieser Verhaltenskodex listet 117 Beispiele für Best Practices auf, die den Energieverbrauch eines Rechenzentrums senken. Mit diesem Kodex will die Europäische Union umweltfreundliche IT-Technologien fördern. Der Kodex umfasst Empfehlungen für Storage-Technologien wie etwa die Bewertung der Energieeffizienz hinsichtlich der Leistung pro Watt – zum Beispiel mit Blick auf Performance, Kapazität, Verfügbarkeit oder Datensicherheit.

Energieeffizienz durch Technik

Zwar wächst das Bewusstsein für Green-IT-Lösungen, doch auch die Leistungsmerkmale und Zuverlässigkeit der Systeme fließen in die Kaufentscheidung ein. Gerade beim Storage lässt sich mit der richtigen Technologie beim Energiesparen schnell Fortschritte machen. Die Technologien sind vorhanden und können heute implementiert werden. Ansatzpunkt ist die optimale Nutzung der Speicherressourcen. Überflüssige Hardware und folglich auch unnötiger Stromverbrauch wird so vermieden. Der Weg dorthin führt zum einen über die Virtualisierung der Datenspeicher, aber auch über Thin Provisioning, das für Speicherkapazität bei Bedarf sorgt und so ungenutzte Überkapazitäten vermeidet. Werden Daten mit inkrementellen Snapshottechnologien anstelle herkömmlicher Voll-Backups gesichert, sinkt der nötigte Speicherplatz. Deduplizierung oder Kompression des Datenpools sorgen für das Entfernen redundanter Daten und reduzieren ebenfalls den Speicherplatz.

Auch die Wahl des Speichermediums kann den Energieverbrauch beeinflussen. Der Einsatz von MAIDs (Massive Array of Idle Disks) für temporär benötigte Daten zahlt sich aus, da diese Festplatten nur dann Energie benötigen, wenn sie aktiv sind. Im Gegensatz zu herkömmlichen Festplatten sind auch SSDs (Solid State Disks) äußerst energieeffizient, da sie über keine mechanischen Komponenten verfügen. Small Form Factor Drives haben aufgrund ihrer kompakten Bauweise ebenfalls optimale Energiekennwerte. Die oftmals tot gesagte Tape-Technologie erhält unter Green-IT-Aspekten neue Impulse. Ihr Strombedarf fällt im Gegensatz zur Festplatte erst bei der aktiven Nutzung an.

Da gerade im öffentlichen Sektor Daten auf sehr lange Sicht aufbewahrt werden, kann eine Storage-Strategie mit verschiedenen Ebenen großen Einfluss auf den Stromverbrauch des Storage haben. Indem Informationen auf billigere, energieeffizientere Datenträger verschoben werden, sind beträchtliche Einsparungen an Energie und Kosten möglich. Gleichzeitig wird das Datenmanagement einfacher.

Die SNIA Europe als Vorreiter für Green Storage

Mit diesen Stellhebeln können Bund, Länder und Kommunen wichtige Schritte hin zu energieeffizienten Storage unternehmen. Als herstellerneutraler Verband sieht die SNIA ihre Aufgabe auch in Zukunft darin, das Thema Green Storage voranzutreiben. Dazu zählt neben der Arbeit an Standards auch die Entwicklung von Schulungsmaterialien, so dass Entscheider beim Staat ihren Storage energieeffizient umrüsten können. Dafür wird die SNIA GSI im Laufe des Jahres die Green Storage Power Measurement Specification erweitern. Geplant sind die Entwicklung standardisierter Richtlinien und Messwerte für die Leistung im aktiven Betrieb, standardisierte Spezifikationen hinsichtlich der Effizienz der Stromversorgung für Speichersysteme und die Veröffentlichung der Messwerte einzelner Hersteller. Mit diesem Mehr an Transparenz und Informationen können Bund, Länder und Kommunen voll und ganz auf Green Storage setzen.

Bob Plumridge

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Bob Plumridge, Chairman der SNIA Europe,

Director Technical Marketing EMEA von HDS

 

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Weitere Informationen sind auf der SNIA Website erhältlich: www.snia.org/tech_activities/publicreview

http://re.jrc.ec.europa.eu/energyefficiency/html/standby_initiative_data%20centers.htm

 

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