20100304cc Netapp Cloud Computing Storage on demand

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Cloud Computing

Eine Wolke für jeden Bedarf

Cloud Computing hat ein Niveau erreicht, mit dem Cloud Services nicht nur technisch möglich, sondern praktisch umsetzbar sind. Im Markt wird kräftig investiert. IDC-Analysten zufolge könnten bis 2012 zehn Prozent aller IT-Ausgaben weltweit auf Angebote wie Software-as-a-Service oder Online-Speicher entfallen. Der Vorteil ist klar: Mit Cloud Computing und den daraus resultierenden Cloud Services wird IT endgültig zu dem Service, den Konzepte wie Utility Computing oder Storage-on-Demand bereits vorzeichneten. Unternehmen haben jetzt die Wahl, ob und wie viel Cloud sie einsetzen wollen – oder ob sie gleich ganz auf eine eigene IT verzichten.

 

D

er IT verspricht Cloud Computing flexible Skalierbarkeit, Bezahlung nach Bedarf und berechenbare Kostenstrukturen bei verbessertem Datenzugriff. Aus kaufmännischer Sicht bietet Cloud Computing den Vorteil, dass Unternehmen Kapitalaufwendungen durch betriebliche Aufwendungen ersetzen und mehr Produktivität und Innovationsleistung bei geringeren Kosten erzielen können. Cloud Computing ist die Bereitstellung von Computing-Services nach Bedarf, kurz IT as a Service (ITaaS) wie sie etwa T-Systems mit der »Dynamic Services«-Plattform bietet. Das Endprodukt von Cloud Computing sind Cloud Services, die sich nach Infrastruktur, Plattform, Software und Storage einteilen lassen.

Cloud Services

Infrastructure as a Service (IaaS) repräsentiert das Grundgeflecht an Servern, Storage, Netzwerk, Management und Reporting, ohne das keine IT auskommt und das klassische Outsourcer seit jeher im Programm haben. Bei Platform as a Service (PaaS) werden Bausteine für Applikationen und Standards so bereitgestellt, dass der Nutzer keinerlei hardware- oder netzwerkbedingten Beschränkungen unterliegt. Cloud Services dieser Art verfolgen unter anderem Force.com, Azure mit Microsoft als Investor im Rücken und Amazon mit Elastic Cloud Computing (EC2). Software as a Service (SaaS) liefert Applikationszugriff über das Internet wie etwa von Google Apps bekannt. Storage as a Service (SaaS) schließlich steht für klassische Datenspeicheraufgaben vom Speicherplatz über die Datensicherheit bis hin zum Archiv wie sie unter anderem Iron Mountain Digital im Programm hat.

Eine Cloud kann privat sein, wenn sie sich auf das Ökosystem von Endnutzern, Partnern und/oder Kunden beschränkt, die mit einem Unternehmen unmittelbar in Verbindung stehen. Eine Cloud kann aber auch öffentlich sein, das heißt jeder Mensch mit einem Internetzugang kann prinzipiell die Cloud nutzen.

Während IT-Newcomer wie Google und Amazon mehr oder weniger auffällig bereits Schlüsselpositionen im Cloud-Geschäft besetzen, investieren etablierte IT-Hersteller wie Microsoft und IBM Milliarden. Und das mit Grund: Analysten von Saugatuck Technology prognostizieren, dass Unternehmen bis 2013 mindestens 20 Prozent der ursprünglich intern erledigten IT-Aufgaben in eine Cloud auslagern wollen. Dabei wird auch dieser Markt um Standards nicht herumkommen. Was den Storage anbelangt, wurde der Handlungsbedarf in der Industrie bereits erkannt und konkretisiert. Die Storage Networking Industry Association (SNIA) gab im Oktober 2009 die Gründung ihrer Cloud Storage Initiative bekannt. Die Initiative ergänzt die technische Arbeit der Cloud Storage Technical Working Group auf der Kommunikationsebene.

Kontrollierte Risiken

Neben der technischen Normierung sollte die kaufmännisch-vertragliche Seite nicht vergessen werden. Unsicherheiten lassen sich nur dadurch ausschalten, dass der Einkäufer vom Dienstleister einen Leistungsnachweis erhält und nachvollziehen kann, was wofür bezahlt wird. Es empfiehlt sich Punkte wie die folgenden im Gespräch mit dem Cloud Provider zu regeln und Zusagen schriftlich zu fixieren:

 

·                     Service-Level. Die Performance von Applikationen oder Transaktionen etwa in Form von Antwortzeiten oder Datendurchsatzraten sollte durchgängig konsistent sein.

·                     Datenschutz. Wer im Auftrag Dritter Daten speichert und verwaltet, kann von Rechtswegen gezwungen werden, ohne Wissen und Zustimmung des Eigentümers Daten offenzulegen. Wie geht der Provider damit um?

·                     Compliance. Unternehmen kennen die für sie geltenden allgemeinen und branchenspezifischen Vorschriften zur Datenhaltung genau. Anbieter von Cloud Services sollten auch dieses Thema für ihre Kunden im Griff haben, im Zweifel sollte der Kunde explizit nachfragen.

·                     Eigentum an den Daten. Ist ein Unternehmen auch dann noch Eigentümer seiner Daten, wenn sie in einer Cloud gespeichert werden? Die Frage ist längst nicht so trivial wie sie klingt. Der bekannteste Fall ist Facebook: Der Private-Cloud-Anbieter wollte seine Nutzungsbedingungen dahingehend ändern, dass die Daten ehemaliger Nutzer gespeichert bleiben.

·                     Datenmobilität. Im Mittelpunkt stehen Fragen der Austauschbarkeit von Daten zwischen Cloud Services, Datenrückgabe nach Beendigung des Geschäftsverhältnisses, Format der Datenübergabe und lückenlose Vernichtung aller Kopien.

 

Das richtige Cloud-Modell

Eine pauschale Antwort auf die Frage nach dem richtigen Modell gibt es nicht. Zu verschieden sind Anforderungen und Bedarf und nicht zuletzt auch der gefühlte Grad an Vertrauen in die Sicherheit und Verlässlichkeit einer »fremden« IT und deren Anbieter. Neu gegründete Firmen werden unter Umständen überhaupt keine hauseigene IT mehr haben und ganz auf ein Service-Konzept setzen. Das ist der Idealfall der grünen Wiese, auf der sich wunderbar planen lässt. Ganz anders sieht es bei bestehenden Strukturen aus. Wer am Aufbau einer privaten Cloud-Infrastruktur arbeitet, wird sein Rechenzentrum Schritt für Schritt umwandeln und vorhandene IT-Ressourcen weiter nutzen. Dadurch entstehen hybride Rechenzentren aus herkömmlichen und Cloud-Infrastrukturen, die nebeneinander existieren (müssen) und möglicherweise auch neue Qualifikationen und neue Methoden für einen effizienten Betrieb verlangen.

Das Potenzial der Cloud als mobile Reserve sollte nicht unterschätzt werden: Vorübergehende oder ungeplante Kapazitätsengpässe lassen sich schnell, unkompliziert und ausgabenwirksam mit externen Ressourcen umsetzen. Auch Entwicklung, Test und ähnliche Szenarien sind mit Cloud-Services einfach abzudecken. Dies hat auch einen positiven Effekt auf die Produktivität und Aktionsfähigkeit der Teams. Für Cloud-Einsteiger bieten sich ausgereifte Dienstleistungen wie etwa der E-Mail-Service oder auch SAP an. Darüber hinaus empfiehlt es sich jedoch auch, die interne IT-Infrastruktur auf Cloud-Potenzial zu prüfen.

IT im Wandel

Bei all diesen Überlegungen stellt sich die Frage nach der Rolle, die eine IT-Organisation bei der Umsetzung der Geschäftsmodelle ihres Unternehmen künftig spielt. Wie lassen sich Geschwindigkeit und Agilität verbessern? Wie können Fixkosten gesenkt werden? Sind IT-Fachkräfte mit anderen Kenntnissen nötig? Fragen wie diese müssen beantwortet werden. IT-Manager sollten die Möglichkeiten ausloten und eng mit anderen Fachabteilungen im Haus zusammenarbeiten, um herauszufinden, welche Dienstleistungen am besten zu den eigenen Anforderungen passen und mögliche Lücken im IT-Portfolio schließen könnten.

Auch bei Cloud Computing gilt: Gut geplant ist halb gewonnen. Der erste Schritt ist eine Evaluierung zur optimalen Nutzung von Cloud Services im Unternehmen. Die Prozesse sollten einfach, reproduzierbar und vorteilhaft für das eigene Business sein. Es ist zu klären, welche Dienstleistungen sich überhaupt in die Cloud verlagern lassen und welche intern bleiben müssen. Hierfür ist zu definieren, welche Systeme und Services für das Unternehmen überlebensnotwendig sind oder wichtiges geistiges Eigentum enthalten. Je höher die Risikoeinstufung, desto geringer die Eignung für die Cloud. Am Ende sollte eine Beschaffungsstrategie stehen, mit der sich das gewünschte Maß an Skalierbarkeit, Flexibilität und Kosteneinsparung umsetzen lässt, einschließlich aller Maßnahmen der Absicherung wie Dateneigentum und Datenmobilität, Compliance und weitere Aspekte herkömmlicher IT-Verträge. Die Gestaltungsmöglichkeiten der IT haben mit Cloud Computing deutlich gewonnen.

Alexander Wallner

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Alexander Wallner, Senior Director Germany, NetApp


 


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