20100304cd Salesforce Programmieren in der Cloud

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Vorteile der Softwareentwicklung »in the Cloud«

Programmierung in der Wolke

Cloud Computing ist auf dem Vormarsch. Immer mehr Unternehmen entscheiden sich dafür, Geschäftsanwendungen oder gleich die gesamte IT-Infrastruktur nach Bedarf über das Internet zu mieten. Auch die Softwareentwicklung »in the Cloud« erfährt wachsenden Zuspruch – aus gutem Grund.

 

D

er Frust mit der klassischen Anwendungsentwicklung auf Plattformen wie Dotnet oder Java ist groß: Eine Studie der Standish Group im Sommer 2009 [1] kam zu dem Ergebnis, dass nur 32 Prozent aller On-Premise-Softwareprojekte im anvisierten Zeitraum mit dem geplanten Budget und mit allen erhofften Funktionalitäten abgeschlossen werden können. 24 Prozent aller Initiativen werden sogar vor Fertigstellung abgebrochen. Vor dem Hintergrund, dass Unternehmen heute extrem schnell und flexibel reagieren müssen, um im Markt bestehen zu können, wird diese niedrige Time-to-Value zur Bedrohung ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

Aber nicht nur die Entwicklung, auch der meist sehr aufwendige Roll-out von On-Premise-Anwendungen, ihre komplexe Integration mit bestehenden Systemen und das fortlaufende Update-Management bremsen Unternehmen aus. Leider bringt dieser gewaltige Aufwand auch nutzerseitig keine Vorteile: Laut den Analysten der Standish Group wird meist nur ein Bruchteil des Funktionsumfangs von Geschäftsanwendungen verwendet. Zudem sind die Programme häufig bedienerunfreundlich und erfordern teure Schulungen. Eine düstere Bilanz, die ein Umdenken schon bei der Entwicklung neuer Software herausfordert.

Programmierung »in the Cloud« – fünfmal schneller und halb so teuer.

Der Cloud-Computing-Ansatz bewährt sich in der Anwendungsentwicklung: Eine aktuelle Umfrage von Nucleus Research bescheinigt der Methode einen deutlichen Zeit- und Kostenvorsprung gegenüber der klassischen Entwicklung. Die befragten Unternehmen und ISVs konnten mit der webbasierten Entwicklungsplattform Custom Cloud (Force.com) von Salesforce.com ihre Anwendungen rund fünfmal schneller fertig stellen als mit Java oder Dotnet. Gleichzeitig fiel nur die Hälfte der üblichen Kosten an [2].

Diese Erfahrung hat auch CODA, Anbieter von Finanzbuchhaltungssoftware, gemacht. Mit seinen On-Premise-Anwendungen seit 30 Jahren erfolgreich im Markt, stellte der Softwarehersteller im Jahr 2008 mit CODA 2go eine zusätzliche webbasierte Version seiner Software vor. Durch die Nutzung der Cloud-Computing-Entwicklungsplattform Custom Cloud von Salesforce.com konnte CODA rund zwei Jahre Entwicklungszeit einsparen und stattdessen an der Erschließung neuer Märkte arbeiten.

Electronic Arts, Hersteller von Computerspielen, entwickelte mit Hilfe der Custom Cloud innerhalb von nur sechs Wochen eine Vendor-Management-Lösung. Für die klassische Software-Entwicklung hatte das Unternehmen dafür neun bis zwölf Monate eingeplant.

Mit Sieben-Meilen-Stiefeln auf der webbasierten Plattform.

Der Charme des webbasierten Programmierens liegt zum einen darin, dass sich Unternehmen um keine eigene Entwicklungsumgebung kümmern müssen. Sie brauchen weder Software noch Hardware. Sie müssen sich nur bei einem Anbieter online registrieren und können sofort dessen komplette Infrastruktur nutzen – und zwar nur so lange, wie sie diese tatsächlich benötigen. Das Rundum-Paket umfasst neben der Garantie für Verfügbarkeit und Sicherheit auch eine Datenbank, Applikationsserver, Load Balancing, eine Testumgebung sowie eine Plattform für den nachfolgenden Web-Betrieb der neuen Anwendung.

Warum sich der eigentliche Entwicklungsprozess um so vieles schneller abwickeln lässt, soll am Beispiel der Plattform Custom Cloud erläutert werden:

Multi-Tenancy und Metadaten

Die Custom Cloud basiert auf einer sogenannten Multi-Tenancy-Architektur. Das heisst, es gibt für alle Kunden gemeinsam nur eine einzige Code-Basis für Software. Die Software ist zwar nach den Bedürfnissen der Anwender hoch konfigurierbar, die Systemarchitektur selber ist jedoch nicht antastbar.

Bei traditioneller Software muss für jede individuelle Anpassung der Programmcode verändert werden. Bei der Entwicklung auf der Custom Cloud sind nur die Softwarebestandteile, die von allen Anwendern genutzt werden, in einem Code-Layer verfügbar. Bestandteile, die nur individuelle Verwendung finden, sind davon getrennt. Sie werden auf einer höheren Spezifikationsebene, den Metadaten, definiert. Darin sind das Wissen und die Geschäftsprozesse des jeweiligen Unternehmens festgehalten. Metadaten können sowohl Informationen, Funktionen als auch Zugriffsrechte abbilden. Das Modell macht es möglich, Systemoptionen zu verändern und zu erweitern, ohne auch nur eine Zeile Programmcode schreiben zu müssen. Ein Großteil der Entwicklung lässt sich mittels vordefinierter, aber hoch anpassbarer Funktionsbausteine per Point-and-Click abwickeln. Upgrades und Verbesserungen kann der Anbieter dank Multi-Tenancy in sehr kurzer Zeit für alle Anwender gleichzeitig verfügbar machen. Was bisher meist mit hohem Aufwand oder sogar Systemausfällen verbunden war, bemerken die Anwender auf diese Weise nicht einmal mehr. Auch der Support wird einfacher, da alle Anwender dieselbe Version nutzen.

Flexible Workflow Engine und standardisierte Berichterstattung

Die Custom Cloud integriert standardmäßig eine Workflow Engine, deren Regeln, Formulare und Prozesse sich sehr schnell an spezifische Workflows anpassen lassen. Zudem können Berichte standardisiert erzeugt werden. Dies machte sich auch CODA bei der Entwicklung des webbasierten CODA 2go von Nutzen. Das Softwareunternehmen konnte innerhalb weniger Tage eine Reihe von Standardberichten generieren, die die Anwendung ergänzen sollten. Möglich war dies aufgrund der umfassenden Berichtsstrukturen, welche die Custom Cloud standardmäßig zur Verfügung stellt. Zum Vergleich: CODA verbringt bei der On-Premise-Entwicklung bis zu drei Monate damit, die Endversion einer jeden standortbasierten Buchhaltungsanwendung zu testen, um eine reibungslose Integration in die Berichtslösungen anderer Anbieter zu gewährleisten.

Web APIs zur leichten Integration

Die Basis für einfache Integrationen legen nicht-proprietäre Standards wie Web Services und WSDL. Cloud-Computing-Plattformen bieten über eine API-Ebene mehr Grundlagen für Integration. Die Custom Cloud von Salesforce.com bietet die Möglichkeit, Standardlogik als extern verfügbaren Web Service zu nutzen oder solche Services für Dritte über eine eigene Logik zu aktivieren. In jedem Fall werden offene Web Standards verwendet. Jeder Web Service oder jedes andere Informationssystem, das ein Web-Service-Format verwendet, kann so mit den Möglichkeiten in der Umgebung des Service Providers kombiniert werden.

Zudem ist es möglich, Daten und Funktionen zwischen der Cloud-Force-Plattform und anderer IT über Java, Dotnet-Code oder kommerzielle Middleware-Produkte beziehungsweise -Services für Mehrwege-Integration anzubinden.

Resümee.

Die Programmierung in der Cloud bietet gegenüber klassischer Softwareentwicklung wesentliche Vorteile. Dass sich das Konzept durchzusetzen beginnt, zeigt nicht zuletzt daran, dass Kunden und Partner von Salesforce.com bereits mehr als 120.000 Applikationen in der Custom Cloud entwickelt haben. Die hohe Time-to-Value wird Cloud-Computing-Anwendungen auf Dauer unumgänglich machen. Webbasierte Entwicklungsplattformen liefern dafür die Basis.

Christoph Föckeler

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Christoph Föckeler, Sales Director, Salesforce.com Germany


 

 

 

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[1] 2009: The Standish Group, CHAOS Summary 2009, http://www.standishgroup.com/newsromm/chaos_2009.php

[2] May 2009: »Force.com drives faster development«, Nucleus Research, http://nucleusresearch.com/research/notes-and-reports/force-dot-com-drives-faster-development/

 

 

Wertvolle Wolken

Quelle: Salesforce


 

Vergleich des Kosten-Nutzen-Aspekts von On-Premise-Software und Cloud Computing.

 

 

 

 

 

 


Beispiel für eine Cloud-Anwendung

 

 

 

 


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