20100304s Dell Storage-Trends

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Fünf Trends für die Speicherlandschaft

Steigende Datenmengen erfordern neue Storage-Ansätze

Storage-Lösungen wurden bis dato als wichtiges, jedoch eher wenig spannendes IT-Thema wahrgenommen. Mit dem exponentiellen Wachstum des Datenvolumens hat sich dies jedoch geändert. In diesem Jahr geht man beispielsweise von einem weltweiten Datenaufkommen in Höhe von rund 1.000 Exabyte aus. Bedingt durch diese dramatische Zunahme digitaler Informationen ist das Storage-Segment zu einem der am dynamischsten wachsenden IT-Bereiche geworden, in dem kontinuierlich zahlreiche neue Produkte und Technologien auf den Markt gebracht werden.

 

N

eue Lösungen im Storage-Umfeld finden sich in den unterschiedlichsten Bereichen: von einer Erhöhung der Kapazität von Speichermedien über die Deduplizierung bis hin zu Online-Backup-Services und Cloud-Computing-Lösungen.

Generell zeichnen sich heute fünf neue Trends ab, die direkte Auswirkungen auf den Storage-Bereich haben:

1. Deutliche Zunahme der Kapazität auf Hardwareseite bei HDDs und SSDs mit NAND- oder NOR-Technologie

Die neuen Generationen von HDDs, NAND- oder NOR-Flashspeichern, Tapes und optischen Laufwerken bieten eine deutlich höhere Kapazität als die Vorgängerversionen. Technologisch möglich wurde dies, da sich die Anzahl der auf einem Silikon-Chip vorhandenen Transistoren um Millionen erhöht hat. Es gibt hier mit Sicherheit ein physikalisches Limit, aber nach allgemeiner Experteneinschätzung sind wir davon noch weit entfernt. Deutlich zeigt sich die zunehmende Speichergröße bei IT-Systemen beispielsweise im Mobile-Segment: So werden Notebooks mit einer Festplattenkapazität von 1 TB schon bald keine Ausnahme mehr sein.

2. Virtualisierung weiter auf dem Vormarsch

Die Virtualisierung von Storage-Systemen – gerade auch im Hinblick auf die häufig vorhandenen isolierten Speicherinseln – ist seit Mitte diesen Jahrzehnts ein zentrales IT-Thema. Analysten schätzen, dass heute bereits bei fast 90 Prozent aller IT-Systeme in Unternehmen in irgendeiner Weise Virtualisierungsfeatures genutzt werden. Vor rund zwei Jahren lag dieser Prozentsatz noch im 20er-Bereich.

Virtualisierungslösungen von Citrix, Microsoft oder Vmware ermöglichen es heute Unternehmen jeder Größe, die Ressourcen ihrer Hardware voll auszuschöpfen. Durch Multi-Core-Prozessoren, kostengünstige Systemspeicher und Speicherlaufwerke mit hoher Kapazität gehört die Notwendigkeit, einen Mainframe und eine Speicherfarm einzusetzen, der Vergangenheit an. Technologien, die einst nur großen, multinationalen Firmen vorbehalten waren, sind heute kostengünstig auch für kleine und mittelständische Unternehmen verfügbar.

Virtualisierung ist in einer Zeit des exponentiellen Wachstums des Datenvolumens und damit der steigenden Anforderungen an die Speicherkapazität heute ein unverzichtbarer Bestandteil effizienter Storage-Nutzung. Denn große Datenmengen zu speichern, zu sichern und zu verwalten, wird für Administratoren in historisch gewachsenen Netzwerken mit heterogenen Speicherinseln zunehmend problematischer. Dies bedeutet nämlich einerseits einen hohen Administrationsaufwand und andererseits eine schlechte Ausnutzung vorhandener Speicherressourcen.

Deshalb entscheiden sich Unternehmen zunehmend für die Einführung einer Virtualisierungslösung. Die Vorteile dabei sind weitreichend. Abgesehen von der Kostenreduzierung durch die optimale Ausnutzung vorhandener Ressourcen ist hier vor allem die einfache, zentralisierte Administration zu nennen: intuitive, grafisch ausgerichtete Management-Tools ermöglichen eine umfassende Sicht auf die gesamte virtualisierte Storage-Infrastruktur. Ein zentraler Nutzen ist auch die flexible und schnelle Inbetriebnahme virtualisierter Ressourcen: Unternehmen können die IT damit problemlos an neue Anforderungen und Geschäftsbedingungen anpassen und benötigte Kapazitäten auch im laufenden Betrieb schnell und unkompliziert zuweisen. Und nicht zuletzt kann mit der Virtualisierung auch eine nachhaltige Senkung der Betriebskosten erreicht werden. Eine geringere Anzahl physischer Storage-Systeme bedeutet immer auch einen verminderten Energieverbrauch, weniger Aufwand für Kühlung und einen reduzierten Platzbedarf – alles Faktoren, die darüber hinaus zu einer Schonung der Umwelt beitragen.

3. Standardisierung der Deduplizierung in Tier-2- und Tier-3-Storage-Umgebungen

Die Deduplizierung war vor gut drei Jahren noch ein neues und mehr oder weniger experimentelles Feature, das nur von einer Handvoll von Storage-Providern angeboten wurde. Heute hingegen gehört es zu den Standard-Anforderungen an Storage-Lösungen. Das betrifft Tier-2-Umgebungen für Nearline-Systeme mit SATA-Platten ebenso wie Tier-3-Arrays mit Bandbibliotheken.

Die Daten-Deduplizierung ist einer der wichtigsten Meilensteine der IT in den letzten beiden Jahrzehnten. Durch die Beseitigung redundanter Datenbestände konnten die Anforderungen an Speicherkapazitäten signifikant gesenkt werden. Das hat eine direkte positive Auswirkung auf die in Rechenzentren anfallenden Kosten – sowohl im Hinblick auf die Energieversorgung als auch auf die Kühlung. Und auch Umweltbelastungen können damit durch die CO2-Vermeidung entscheidend reduziert werden.

Dell betrachtet die Deduplizierung als ein entscheidendes Feature für den Erfolg einer Investition in das Datenmanagement. Allerdings ist sie bei Weitem nicht die einzige Lösung, um dieses Ziel zu erreichen. Deduplizierung muss immer integraler Bestandteil einer umfassenderen Lösung sein. Die Implementierung kann dabei auf unterschiedliche Weise erfolgen: entweder durch dedizierte Appliances oder integriert in Lösungen wie einer Backup-Software. Dell ist der Überzeugung, dass ein integrierter Ansatz, das heißt die Nutzung der Deduplizierung als Software-Feature die größten Vorteile verspricht. Denn so wird die Deduplizierung in der Infrastruktur universell verfügbar: für Applikationen, Betriebssysteme und den Backup-Bereich, in dem sie heute üblicherweise ausschließlich angesiedelt ist.

Bevor Anwender sich für eine Deduplizierungsvariante entscheiden, müssen sie ihre konkreten Anforderungen detailliert analysieren. Dell bietet dafür spezielle Consulting-Services an und übernimmt nach einer exakten Definition der Zielarchitektur – einschließlich der Festlegung, welche Technologien eingesetzt werden sollen – auch die Implementierung der Lösung.

4. Online-Backup-Storage

Ein zentraler Trend, der einzelne Abteilungen großer Unternehmen ebenso wie den SMB-Bereich betrifft, sind Online-Backup-Services. Es hat mehrere Jahre gedauert, bis die bei diesem Service vorherrschenden Sicherheitsbedenken ausgeräumt werden konnten. Gänzlich ist dies allerdings immer noch nicht erfolgt, auch wenn in der jüngsten Vergangenheit kaum Fälle von Datenverlusten bekannt wurden. Dell geht davon aus, dass die Online-Datensicherung aber ein zentraler künftiger Trend sein wird. Deutlich wird dies zum Beispiel bereits im Bereich Mobile Computing. Hier werden schon zunehmend Notebooks mit vorinstallierten Online-Backup-Services auf den Markt gebracht. Dell bietet diesen Backup-Service bereits bei ausgewählten Modellen seiner Vostro-Notebook-Serie an, zum Beispiel beim kürzlich vorgestellten 13-Zoll-Gerät Vostro V13 mit dem Software-Tool »Dell Backup and Recovery Manager«.

5. Cloud-basierte Applikationen

Nicht zuletzt werden im Storage-Umfeld auch die Themen Cloud Computing und Cloud Services künftig eine steigende Bedeutung einnehmen. Denn Cloud-Computing-Lösungen können auch in diesem Bereich zur Kostensenkung, Effizienzsteigerung und Erhöhung der Flexibilität beitragen – den im IT-Bereich bei den meisten Unternehmen heute vorherrschenden Themen. Die aktuell angespannte konjunkturelle Lage wird diesen Trend noch weiter forcieren.

Die Anzahl der verfügbaren Cloud-basierten Applikationen wird künftig deutlich steigen und Cloud-Provider werden auch komplexe Unternehmensanforderungen im Hinblick auf Rechenleistung, Anwendungsbereitstellung oder Speicherplatz mit hochskalierbaren IT-Umgebungen abdecken können. Dabei wird unserer Meinung nach auch das Thema Datenspeicherung als Storage-as-a-Service eine wichtige Rolle spielen.

Zusammengefasst: Unternehmen müssen heute bei der Modernisierung ihrer Storage-Infrastruktur unterschiedlichste Lösungsansätze berücksichtigen und Investitionsentscheidungen in Abhängigkeit von ihren konkreten Anforderungen treffen. Dabei sollten nie singuläre, sondern immer integrierte, ganzheitliche Storage-Lösungen gewählt werden, die zumindest Technologien und Service-Modelle wie Virtualisierung, Deduplizierung, Online-Backup oder Cloud-Computing berücksichtigen.

Hans Schramm

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Hans Schramm, Field Product Manager Enterprise bei Dell in Frankfurt am Main

 


  

 


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