20100304ze Red Hat Deutsche Börse Risikomanagement

 Home | News | Hefte | Mediadaten | Online-Artikel | Kommentare | Trends | Wir-ueber-uns | Tipps | Impressum | CeBIT 2012

 

Home
News
Trends
Hefte
Online-Artikel
Kommentare
Service-Angebote
Feedback
Abonnement
Wir-ueber-uns
Tipps
Impressum
Veranstaltungen


»manage it« als

E-Paper  11-12 2011
E-Paper  9-10 2011
E-Paper  5-6 2011
E-Paper  3-4 2011
E-Paper  1-2 2011
E-Paper  11-12 2010
E-Paper  9-10 2010

E-Paper  7-8 2010
E-Paper  5-6 2010
 



 




 

 


 




 


 


 

 

Risikomanagement bei Deutsche Börse Systems

Risikodaten in Echtzeit

Die Clearing-Organisation Eurex bietet im Rahmen des Eurex Release 12 die neue Risikomanagementplattform Enhanced Risk Solution an. Das Messaging-System wurde mit Messaging-Technologien auf Basis von AMQP, einem offenen Standard für den plattformneutralen Datentransfer, erstellt. Die Clearing-Mitglieder können die Daten direkt in ihre eigenen Systeme integrieren und erhalten damit in Echtzeit von Eurex alle Informationen zu möglichen Risiken ihrer Transaktionsgeschäfte.

 

D

ie globale Finanzkrise 2008/2009 hat zu fundamentalen Änderungen bei Geldinstituten und Handelsorganisationen geführt. Daher suchen Banken, private Investoren sowie nationale und internationale Aufsichtsgremien nach neuen Wegen, um Risiken in Finanztransaktionen frühzeitig entdecken, überwachen und managen zu können.

Handelsorganisationen wie die Deutsche Börse und die angeschlossene Terminbörse Eurex nehmen eine Schlüsselstellung im weltweiten Markt für Finanzdienstleistungen ein. Sie ermöglichen unter anderem den Interbankenhandel und überwachen die ordnungsgemäße Abwicklung mit Eurex Clearing, einer Tochtergesellschaft der Deutschen Börse.

Mit umfangreichen Dienstleistungen für Käufer und Verkäufer sorgt Eurex Clearing für ein effizientes Risikomanagement und stärkt die Integrität der Finanzmärkte. Die zugehörigen Prozesse laufen vollständig elektronisch ab. Da im Derivatehandel Kauf und Verkauf zeitlich auseinander fallen, gehört es zu den Aufgaben der Clearingstellen, eine Risikobewertung der Transaktionen vorzunehmen.

»Zunächst einmal hat Eurex Clearing die Aufgabe, die Risiken zu bewerten, denen die direkt angeschlossenen Banken ausgesetzt sind. Dazu gehört aber auch eine Beurteilung der Risiken von Kunden der Banken, die Mitglied von Eurex Clearing sind. Eurex muss daher jederzeit einen vollständigen Einblick in die offenen Transaktionen und die damit verbundenen Risiken haben«, sagt Gerhard Lessmann, Mitglied des Vorstands der Deutschen Börse Systems in Frankfurt am Main. »Damit die angeschlossenen Banken einfacher auf Risikodaten zugreifen können, fiel die Entscheidung, einen neuen Service zu installieren: die Enhanced Risk Solution. Dessen Ziel ist, nahezu in Echtzeit einen Zugriff auf alle für das Risikomanagement relevanten Daten zu ermöglichen.«

Die Lösung: Automatischer und sicherer Datentransfer

Die kurzfristige Bereitstellung von Daten für das Risikomanagement bedeutet die Abkehr von einem E-Mail-basierten System und den Aufbau eines neuen Systems. Es muss eine zuverlässige und sichere Schnittstelle zwischen den Backend-Systemen von Eurex, auf denen die relevanten Daten vorgehalten werden, und den Risikomanagement-Systemen der angeschlossen Banken bieten. Zuvor erhielten die Clearing-Mitglieder alle zehn Minuten die Risikoinformationen als Datei in einer verschlüsselten E-Mail. Die Nachteile dieses Verfahrens liegen auf der Hand: Es ist langsam, erfordert Equipment zur Entschlüsselung auf Seiten der Banken und eine manuelle Übertragung der Daten in die eigenen Risikomanagement-Systeme. Die Enhanced Risk Solution hingegen sorgt für einen automatischen Datentransfer und die Einhaltung höchster Sicherheitsstandards.

Aus Sicht der IT galt es, zwei Anforderungen zu berücksichtigen: Erstens musste man sich auf der inhaltlichen Ebene auf ein einheitliches und gemeinsam verwendetes Datenformat einigen. In der Finanzindustrie gilt FIXML (Financial Information eXchange Markup Language) als allgemein akzeptierte Sprache im handelsnahen Datenaustausch. Zweitens wurde für die Lösung auf der Transportebene ein Wrapper, genauer ein Messaging-Protokoll, benötigt, damit die Daten korrekt und sicher zum Kunden übertragen werden können.

Die Wahl fiel dabei auf das Advanced Message Queuing Protocol (AMQP). AMQP ist ein offener Standard für plattformneutralen Datentransfer. Er wurde von der AMQP-Arbeitsgruppe festgelegt, zu deren Mitgliedern unter anderem Red Hat und die Deutsche Börse Systems gehören. »Eine Möglichkeit wäre gewesen, ein eigenes Messaging-Protokoll für die neue Risikomanagementplattform zu entwickeln. Wir haben so etwas zuvor schon erfolgreich praktiziert«, berichtet Dr. Andreas Moravec, Direktor Application Development Middleware bei der Deutschen Börse Systems und Mitglied der AMQP-Arbeitsgruppe. »Unter langfristigen Aspekten fiel die Entscheidung für einen offenen Standard wie AMQP aus zwei Gründen: Erstens ist es für die Clearing-Mitglieder deutlich einfacher, die Verbindung über ein Message Broker System auf Basis eines offenen Standards herzustellen, das zwischen unserem Backend- und deren Risikomanagement-Systemen angesiedelt ist. In dem Fall müssen die Banken keine Unterstützung für die von uns erstellten Schnittstellen programmieren. Zweitens können wir uns auf den Support von Red Hat für das Message Broker System verlassen, das unter Red Hat Enterprise Linux läuft. Red Hats Enterprise MRG-Produkt unterstützt AMQP standardmäßig.«

Red Hat Enterprise Messaging, Realtime und Grid (MRG) eignet sich für anspruchsvolle, hochperformante IT-Infrastrukturen. Das Messaging-System in Red Hat Enterprise MRG bietet eine durchsatzstarke Open-Source-Implementierung der aktuellen Version des AMQP Open Standard Business Messaging Protocol.

Während der Entwicklung der Enhanced Risk Solution profitierten Dr. Andreas Moravec und sein Team von den Vorteilen von MRG als Produkt auf Open-Source-Basis. Um die speziellen Anforderungen der Deutschen Börse Systems zu erfüllen, wurden vorhandene Libraries modifiziert und neue erstellt. Die Backend-Systeme selbst laufen auf einem HP-Proliant-Server unter Open VMS. Die Library-Modifikationen werden der Open-Source-Community frei zur Verfügung gestellt. Red Hat unterstützt Deutsche Börse Systems in diesem Prozess: »Wir schätzen die Prinzipien der Open-Source-Entwicklung, da sie qualitativ hochwertige Software hervorbringt und diese der Community zugänglich macht. Als Mitglied der AMQP-Arbeitsgruppe wollen wir der Community möglichst viel zurückgeben«, berichtet Dr. Moravec. »Red Hat ist in diesem Prozess ein wichtiger Partner.«

Die Deutsche Börse Systems hat als einer der ersten Finanzdienstleister AMQP in einer hochsensiblen Business-Umgebung im Einsatz. Die strategische Entscheidung für einen offenen Standard bringt der IT-Abteilung und den Kunden von Eurex eine Reihe von Vorteilen. Der Prozess der Softwareerstellung wird beschleunigt, denn das Entwicklerteam kann dazu die frei verfügbaren AMQP-Libraries nutzen und muss diese lediglich an Open VMS anpassen. Für alle technischen Supportanfragen während der Entwicklung, der Testphase und im Betrieb hat das Team die Möglichkeit, Red Hats Ressourcen zu nutzen, und kann sich selbst auf die fachlichen Aufgaben vertiefen.

»Zusätzlich zu dem Risikomanagement-System entwickeln wir zurzeit auf Basis von Red Hat Enterprise Linux und Red Hat Enterprise MRG eine vollständig neue Handelsplattform für die Deutsche Börse Gruppe«, berichtet Gerhard Lessmann. »Deshalb war es eine logische Entscheidung, auch hier mit Red Hat zusammenzuarbeiten. Wir achten darauf, dass sich die IT-Abteilung auf ihre Kernkompetenzen konzentrieren kann und die internen Supportanfragen an das Team so gering wie möglich gehalten werden. Der Red Hat Support als Single Point of Contact ist eine sehr gute Möglichkeit, genau dies zu erreichen.«

Banken, die die Handels- und Clearingplattform von Eurex nutzen, werden von den sekundengenauen Risikodaten profitieren. Diese helfen ihnen, Risiken einzelner Transaktionen rechtzeitig zu erkennen, zu bewerten, zu verfolgen und ihre Investmentstrategien anzupassen. Da AMQP ein offener Standard ist, können die IT-Abteilungen der angeschlossenen Banken ihre eigenen Systeme sehr einfach an die Broker-Schnittstelle von Eurex anschließen.

»Ich bin davon überzeugt, dass das Messaging-System der Real-Time-Risikomanagment-Plattform den hohen Anforderungen gewachsen ist und die Lösung unter Beweis stellen kann, dass offene Standards selbst für die anspruchsvollsten IT-Infrastrukturen im Finanzsektor geeignet sind«, resümiert Dr. Moravec. »Die Mitarbeit in der AMQP-Arbeitsgruppe und das Engagement für offene Standards gemeinsam mit unserem Partner Red Hat werden den Finanzsektor künftig positiv beeinflussen.«

n

 

Der Anwender

Zur Gruppe Deutsche Börse gehört die Deutsche Börse AG, ein DAX-Unternehmen und eine der führenden Börsenorganisationen der Welt, mit ihren 100-prozentigen Tochtergesellschaften Clearstream International S.A. und Deutsche Börse Systems AG. Die wichtigsten Märkte innerhalb der Gruppe sind die Börse Frankfurt, eine der größten europäischen Aktienbörsen, und Eurex, eine der größten Terminbörsen der Welt. Die International Securities Exchange ISE ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft von Eurex. Betrieben wird Eurex von der Deutschen Börse AG und der Swiss Exchange AG. Zusammen sind Eurex und ISE Weltmarktführer bei Aktien- und Aktienindexderivaten. Eurex Clearing ist die Clearing-Organisation für diese Märkte.

Als führender Technologieanbieter im Finanzsektor bietet die Deutsche Börse Systems ihren Kunden ein hohes Maß an Zuverlässigkeit, Geschwindigkeit, Innovation und Kosteneffizienz. Das Unternehmen fungiert auch als Dienstleister für andere Segmente der Gruppe Deutsche Börse. Zudem stellt Deutsche Börse Systems für andere internationale Börsen und Partner eine große Bandbreite an Lösungen zur Optimierung von Prozessen und Systemen für Finanzdienstleister bereit.

 

 


 

Handelsorganisationen wie die Deutsche Börse – hier eine Sicht auf das Gebäude in Frankfurt am Main – und die angeschlossene Terminbörse Eurex nehmen eine Schlüsselstellung im weltweiten Markt für Finanzdienstleistungen ein. (Quelle: Deutsche Börse Systems)

 

 

 


  

Der Handelssaal der Deutschen Börse. (Quelle: Deutsche Börse Systems)

 

 

 

 


 

So kennen viele die Deutsche Börse: Die Anzeigentafel mit der DAX-Entwicklung im Tagesverlauf. (Quelle: Deutsche Börse Systems)


Folgen Sie »manage it« auf Google+




 


 


 

 

 
Copyright © 2003-2012  ap Verlag GmbH