20100304zj Xsite Sartorius E-Commerce on-demand mit SaaS

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E-Commerce On-Demand: SaaS

Labor- und Prozesstechnologie online bestellen

Die Sartorius AG steht im Bereich der Labor- und Prozesstechnologie international an der Spitze. Seit zwei Jahren können B2B-Kunden des Göttinger Unternehmens aus Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Spanien, Großbritannien und den USA direkt im Sartorius-Onlineshop oder bei der Sartorius-Marke Acculab online ordern. Rund 75 Prozent der Bestellungen werden mittlerweile über eine On-Demand-Plattform völlig automatisiert abgewickelt.

 

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estellprozesse online zu ermöglichen, das hat das 1870 gegründete Unternehmen inzwischen in die Waagschale seiner Unternehmenspolitik des 21. Jahrhunderts geworfen. Konnten die Händler bei dem renommierten Hersteller von High-Tech-Geräten und Systemen der Wäge-, Mess- und Automationstechnik bis zur Shopeinführung Ende 2007 ausschließlich per Fax, Telefon oder per E-Mail ordern, haben sich die Bestellgewohnheiten mittlerweile um 180 Grad gedreht. In Deutschland laufen bereits 70 Prozent aller Bestellungen von Sartorius-Händlern über den Sartorius- und den Acculab-Onlineshop. Die Plattform hierfür stellt der Düsseldorfer E-Commerce-Spezialist Xsite als Software-as-a-Service bereit.

Bis zur Einführung der beiden Onlineshops www.sartorius-mechatronics.com und www.acculab.com konnten nur sehr wenige Großkunden im Business-to-Business-Bereich auf elektronischem Wege bei dem High-Tech-Unternehmen bestellen. Der Internetauftritt des Konzerns war auf reine Inhaltsseiten mit Produktbeschreibungen beschränkt. »Wir mussten damals die Aufträge einzeln in unser SAP-Warenwirtschaftssystem eingeben«, erinnert sich Mathias Nagel, E-Business-Manager bei Sartorius, an das umständliche Procedere. Das Ziel war es deshalb, das Bestellsystem zu verschlanken und den Händlern einen geeigneten elektronischen Bestellweg anzubieten, der automatisch mit der Warenwirtschaft verbunden ist. Dabei sollten auch die individuellen Konditionen der einzelnen Händler bei den angezeigten Preisen berücksichtigt werden.

Flexible E-Commerce-Plattform aus der Steckdose

Den passenden Anbieter mit einem On-Demand-Geschäftsmodell fand man in der Düsseldorfer Xsite GmbH. Dieser Partner baute das gesamte E-Commerce-Projekt auf, betreibt und wartet es. »Uns hat vor allem überzeugt, dass wir bei E-Commerce On-Demand automatisch von den Updates der Software profitieren«, erklärt Nagel. Allerdings waren bei dem Göttinger Technologiekonzern einige Besonderheiten zu beachten. So musste für die Marke Acculab ein eigener Onlineshop aufgebaut werden, der als Multi-Site betrieben wird. Der Hersteller von elektronischen Präzisions- und Analysewaagen gehört seit 1997 zur Sartorius Group, doch die ursprünglich US-amerikanische Marke tritt immer noch unter ihrem eigenen Logo im Markt auf. Das neue Acculab-Produktprogramm entstand allerdings unter der Regie von Sartorius und greift auf die Erfahrung, das Lieferantennetzwerk und die technologische Kompetenz der Sartorius AG zurück.

Dem Wunsch nach unterschiedlichen Kundenkonditionen – auch in verschiedenen Ländern – wurde die E-Commerce-Dienstleister ebenfalls gerecht: Auf der On-Demand-Plattform ist etwa hinterlegt, wer zu welchen Konditionen bestellen kann oder wer wie viel Rabatt bekommt. Insgesamt werden so über zwei Millionen Preise im Shop gespeichert. Bestellt ein Händler bei Sartorius oder Acculab, finden in Echtzeit eine Überprüfung der Lieferfähigkeit der Produkte und eine Abfrage der individuellen Konditionen im Warenwirtschaftssystem statt. »Werden einem Kunden spezielle Rabatte eingeräumt, wird der ursprüngliche Katalogpreis im Warenkorb automatisch überschrieben«, erklärt Xsite Geschäftsführer Sven Ehrmann. Auch Fragen der Lieferung können direkt online geklärt werden. Gibt der Händler etwa einen Wunschtermin an, prüft das System die Verfügbarkeit zu diesem Datum. Ist der Auftrag abgeschlossen, werden die Daten aus dem Online-Shop automatisch ins SAP-System übernommen, damit dort etwa die Rechnung erstellt werden kann.

Internationales B2B-Geschäft erfordert Länderkataloge

Eine besondere Herausforderung bestand auch in den verschiedenen Sprachversionen. Der Sartorius-Shop ist heute in sieben Ländern verfügbar: Aus Deutschland, Italien, Frankreich, Polen, Spanien, Großbritannien und den USA können Händler bestellen. Im Acculab-Shop besteht die Möglichkeit, neben Deutsch, Englisch (UK und US), Französisch, Spanisch, Italienisch und Polnisch auch Chinesisch als Sprache zu wählen. Die Texte zu den Produkten liegen in beiden Fällen im Produktinformationsmanagement (PIM) Mediando vor und mussten daraus in die jeweilige Sprachversion übersetzt werden. Auch die Benutzerführung des E-Shops wurde in die jeweilige Sprache übertragen. Außerdem war eine Vielzahl von individuellen Formularen für die einzelnen Länderkataloge zu erstellen. Schnittstellen zu den Produktdaten aus dem PIM Mediando und zu den Kundendaten aus SAP wurden ebenfalls realisiert. »Damit können nun alle Daten zu Preisen, Kunden, Produkten und Länderspezifikation automatisch mit dem Shop synchronisiert werden«, führt Ehrmann aus.

Mit Hilfe der On-Demand-Plattform von Xsite hat Sartorius den Spagat geschafft, weltweit online seine Produkte zu verkaufen. Kein ganz leichtes Unterfangen, wie Prof. Dr. Kai-Oliver Schocke vom Lehrstuhl für E-Commerce und Supply Chain Management an der Fachhochschule Worms, betont. Denn wer mit seinem Online-Shop weltweit über die Grenzen hinweg verkaufen will, hat viele Besonderheiten zu beachten. »Das fängt schon mit den Texten für die Produktbeschreibungen an«, so Schocke. In der französischen Sprache zum Beispiel sind die Sätze etwas länger, sodass die einfache Übernahme des deutschen Shoplayouts nicht funktioniert. Wenn gewerbliche Kunden aus dem Ausland über die Internet-Plattform einkaufen sollen, treten zudem Probleme mit der Abführung der Umsatzsteuer auf, die vorher berücksichtigt werden müssen.

Beim Sartorius- und Acculab-Shop sorgt ein Qualitätsmanagementsystem dafür, dass neue Shopinhalte nach der Übernahme erst einmal als Testversion laufen – bis alles tatsächlich passt. Während das Testsystem stündlich aktualisiert wird, erfolgt im Produktivsystem ein wöchentliches Update. Hierbei arbeitet Sartorius eng mit Xsite zusammen. Der Dienstleister betreibt das System in einem speziell abgesicherten Rechenzentrum und stellt die gewünschten Funktionen »aus der Steckdose« zur Verfügung. Die leistungsfähige und skalierbare Plattform wächst dynamisch mit den Anforderungen und ist so ausgelegt, dass sie flexibel auf Lastspitzen reagieren kann. Auch beim Abrechnungsmodell für die »Software aus der Steckdose« war Flexibilität gefragt. Durch die Beteiligung des E-Commerce-Anbieters am Umsatz entsteht eine Win-Win-Situation für beide Partner. Zahlen muss Sartorius für die Nutzung der Plattform rein erfolgsbasiert. Statt hoher Anschaffungskosten für Standardsoftware zu Beginn fallen die transaktionsbasierten Gebühren erst ab der ersten tatsächlichen Bestellung an. Das mindert das Risiko für das Unternehmen.

Produktkonfigurator unterstützt die Kunden

Was vorher schon den Sartorius-Kunden per »normaler« Bestellung möglich war, ist nun auch auf elektronischem Wege möglich. Mithilfe des Produktkonfigurators der Bremer Firma Encoway, der in den Produktkatalog integriert ist, können Kunden Waagen nach ihren Anwendungen und Bedürfnissen online zusammenstellen. Die individuelle Konfiguration der Waage wird dann automatisch in den Warenkorb übernommen und alle Zubehörartikel im Bestellvorgang als einzelne Artikel erfasst. Die gesamte Konfiguration bleibt außerdem erhalten und wird als neues Produkt im Shop für diesen Kunden und diese Bestellung angelegt. Die Preisabfrage erfolgt direkt im SAP-System, um auch hier kundenindividuelle Rabatte für die Komponenten zu berücksichtigen.

»Es gibt nur zwei Fälle, in denen unsere Mitarbeiter heute noch per E-Mail informiert werden: Wenn der Händler das Kommentarfeld ausgefüllt hat oder wenn Probleme bei einem Auftrag auftauchen«, sagt Mathias Nagel. Das komme vielleicht in einem Viertel der Fälle vor, die anderen 75 Prozent laufen automatisiert ab. Das Ziel, möglichst alle Händler in den E-Shop einzubinden, setzt die Akzeptanz bei den B2B-Kunden voraus. Und die ist nicht in allen Ländern gleich. »In Frankreich funktioniert das gut und in Deutschland gehen schon über 70 Prozent der Bestellungen von Händlern über den Online-Shop«, freut sich Nagel. In anderen Ländern gebe es dagegen noch Nachholbedarf. Aus diesem Grund arbeitet die Sartorius AG gemeinsam mit Xsite laufend an der Benutzerfreundlichkeit beider Onlineshops und das in allen Sprachen und Länderversionen.

Susan Tuchel


 


 

 

 


 

 

 

 

 
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