20100506c Energiekosten mit Desktop-Virtualisierung senken

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Energiekosten mit Desktop-Virtualisierung senken 

Tipps für eine reibungslose Umstellung auf virtuelle Desktops

Um gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorzugehen, suchen Unternehmer nach Lösungen, die laufende Kosten minimieren. Dabei soll der gewohnte Komfort beibehalten werden. Jetzt werden die einzelnen PCs unter die Lupe genommen. 2010 zählt die Desktop-Virtualisierung laut Gartner zu den IT-Trendthemen.

 

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ls konsequente Weiterentwicklung der Server- und Anwendungsvirtualisierung gilt die Desktop-Virtualisierung. Eine Gartner Studie prognostiziert, dass bis zum Jahr 2013 weltweit 40 Prozent der PCs als virtuelle Desktops arbeiten. Von derzeit 1,3 auf 65,7 Milliarden Euro soll der Umsatz steigen. Der Hauptgrund für diesen massiven Anstieg besteht darin, dass Unternehmen durch die Desktop-Virtualisierung ihre Energiekosten deutlich senken können. Anstelle einer einzelnen Komponente oder Anwendung werden bei der Desktop-Virtualisierung komplette Client-PCs im Rechenzentrum virtualisiert. Dadurch wird jeder einzelne Arbeitsplatz deutlich »schlanker«. Vorstöße in diese Richtung gab es schon häufiger, zuletzt war das beim Einsatz von Thin Clients der Fall. Bis heute konnten sich diese mehrheitlich nicht durchsetzen. Denn die notwendigen Netzverbindungen und vorhandenen Protokolle zwischen Client und Zielserver wurden oftmals nicht den Anforderungen gerecht. Das ICA (Independant Computing Architecture)-Protokoll ist nicht für Highspeed-Verbindungen entwickelt und wurde seit etwa zehn Jahren nicht mehr angepasst. Mit den neuen Möglichkeiten der Desktop-Virtualisierung erhalten die Thin Clients nun ihre zweite Chance.

Vielfältige Möglichkeiten beim Einsatz virtueller Desktops

Nicht nur mit Thin Clients kann die Desktop-Virtualisierung realisiert werden. Als Endgeräte können auch Ultra Thin Clients, Workstations (Terminals) sowie herkömmlichen »Fat-Clients« eingesetzt werden. Chief Information Officers (CIOs), die mit den Anforderungen der einzelnen Abteilungen vertraut sind, können die Entscheidung für die jeweiligen Endgeräte leicht treffen. Aufgrund der Produktvielfalt an Hard- und Software besteht die größere Herausforderung darin, das passende Angebot auszuwählen. Die gängigen Produkte sind meist serverbasiert, aber auch die clientbasierte Desktop-Virtualisierung ist möglich. Um hier die richtige Wahl zu treffen, sind viele Unternehmen auf den Rat und die Erfahrungen eines Fachmanns angewiesen.

Bevor das Virtualisierungsprojekt startet

»Wer auf virtuelle Desktops umstellen möchte, sollte langfristig planen. Ideal ist es, wenn ein Austausch schrittweise erfolgt, da in der Regel nicht alle Geräte gleichzeitig angeschafft wurden«, so Rüdiger Kolp, Geschäftsführer der Circular Informationssysteme GmbH. Sinnvoll ist es beispielsweise, zuerst einzelne Abteilungen umzustellen. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, die Umstellung nicht nach Arbeitsplätzen, sondern nach Anwendungen zu strukturieren. So könnten alle zentralen Büroapplikationen auf virtuellen Desktops und spezielle (etwa grafische) Anwendungen lokal laufen. Zu beachten ist dabei, dass auch ein bestehender PC virtualisiert werden kann. Rüdiger Kolp: »Der virtuelle Desktop muss nicht vollständig neu aufgesetzt werden. In der Regel werden aber die alten Rechner im Zuge der Virtualisierung ausgetauscht.« 

Unternehmen und Administratoren profitieren

Bezogen auf einzelne Unternehmen gilt die Faustregel: Je größer das Unternehmen, desto mehr Kosten können durch den Einsatz virtueller Desktops gespart werden. Die Anschaffungskosten amortisieren sich – abhängig vom Alter der vorhandenen Server – in etwa zwei bis drei Jahren. Ab einer Betriebsgröße von rund 50 Mitarbeitern kann ein Unternehmen deutlich Kosten sparen: Neben dem geringerem Energieverbrauch entfallen regelmäßige Investitionen in neue Rechner und gleichzeitig sinkt der administrative Aufwand. Die Kosten gestalten sich genauer mess- und darstellbar. Verschiedene Hersteller bieten die Möglichkeit, virtuelle Desktops anhängig vom Arbeitsaufkommen auf ein Minimum an Servern zu konsolidieren. Gerade Unternehmen, in denen nicht generell alle Virtualisierungsserver aktiv sein müssen, können somit über ein automatisiertes Energiemanagement aus- und eingeschaltet werden. In Folge dessen werden zum einen laufende Betriebskosten gesenkt und zum anderen wird ganz im Sinne der Green IT die Umwelt geschont.

Neben dem Gesamtunternehmen profitiert auch der Administrator von der Desktop-Virtualisierung. Er kann Backups, Virenscans oder Updates einfach und schnell zentral durchführen und muss nicht jeden Rechner einzeln verwalten. Denn die virtuellen Maschinen werden zentral verwaltet. Dort können sie flexibel und übergreifend erweitert oder aktualisiert werden. Rüdiger Kolp: »Allerdings muss der Administrator sehr sorgfältig arbeiten, denn ein Fehler wirkt sich gleich auf alle Rechner aus. Insgesamt gewinnt er aber sehr viel Zeit für wichtigere Aufgaben.«

Keine Einschränkungen für einzelne Mitarbeiter

Ein großer Pluspunkt der virtuellen Desktops ist, dass der einzelne Mitarbeiter keine große Umstellung in Kauf nehmen muss: Er hat weiterhin »seinen« Desktop vor Augen. Rüdiger Kolp: »Wir haben schon Desktops virtualisiert, ohne dass es die einzelnen Mitarbeiter bemerkt haben.« Dennoch kommt den einzelnen Mitarbeitern bei der Desktop-Virtualisierung eine Schlüsselrolle zu. Als zentrale Frage gilt es für Unternehmen vorab zu klären: Wann muss was, wo und wem zur Verfügung stehen? Beispielsweise sind in einem Klinikum häufig die Terminals das Mittel der Wahl, damit die Ärzte überall »ihren« Desktop vor Augen haben und nicht an einen Rechnerstandort gebunden sind. Sie arbeiten mit einer Smart Card, als hätten sie ein Notebook immer dabei. Für Anwender, die auch außerhalb des Büros arbeiten, ist es besonders wichtig, dass die gewohnte Arbeitsumgebung immer und überall verfügbar ist. Sie müssen auf Unternehmensanwendungen jederzeit Zugriff haben. Gleichzeitig ist es für das Unternehmen wichtig, dass derart verfügbare Daten besonders vor Missbrauch geschützt sind.

Durch die Desktop-Virtualisierung können Arbeitsplätze wesentlich flexibler gestaltet werden. Standardapplikationen wie Textverarbeitung, Kalkulationssoftware, Warenwirtschaft und E-Mail-Programme sind problemlos auf virtuellen Desktops darstellbar. Grafikanwendungen (CAD und CAE) können jedoch nicht dargestellt werden. Rüdiger Kolp: »Derzeit planen verschiedene Hersteller die Berechnung der Grafikausgabe durch Server, damit künftig beispielsweise auch Videokonferenzen oder HD-Inhalte auf virtuellen Desktops dargestellt werden können.«  

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Ist Ihr Unternehmen reif für virtuelle Desktops? Diese Fragen sollten sich CIOs stellen:

·                     Greifen mehrere Mitarbeiter auf verschiedene Daten zu? Sind bereits Terminals vorhanden?

·                     Arbeiten Mitarbeiter von zu Hause aus oder müssen sie auch unterwegs auf das Unternehmensnetzwerk zugreifen?

·                     Arbeiten die Mitarbeiter zu unterschiedlichen Zeiten? Lassen sich Ressourcen sparen?

·                     Müssen derzeit vorhandene PCs altersbedingt bald ersetzt werden?

·                     Ist der administrative Aufwand bezüglich der einzelnen Geräte überdurchschnittlich hoch?

·                     Gibt es Mitarbeiter, die vorwiegend grafische Programme benötigen?

 

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