20100506j CSC Post Merger Integration

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Post Merger IT-Integrationsprozesse erfolgreich durchführen

Fallstricke vermeiden und IT-Systeme modernisieren

Nach der wirtschaftlichen Delle im Rahmen der weltweiten Finanzkrise gehen Unternehmen in diesem Jahr wieder intensiver M&A-Aktivitäten an. Ob die Prozesse letztlich erfolgreich verlaufen, hängt zu großen Teilen von der Integration der IT-Systeme in den beteiligten Unternehmen ab. Denn viele Verantwortliche unterschätzen noch immer Aufwand und Komplexität solcher Vorhaben.

 

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em aktuellen Towers Watson Deal Performance Monitor für das erste Quartal 2010 zufolge gab es allein in diesem Zeitraum global insgesamt 148 Transaktionen mit einem Einzelvolumen von jeweils über 100 Millionen US-Dollar und einem Gesamtvolumen von mehr als 146 Milliarden US-Dollar. Besonders große Unternehmen sehen die ausklingende Krise als Chance, einen hohen Wertzuwachs durch Fusionen und Übernahmen zu generieren.

Ob die Prozesse letztlich erfolgreich verlaufen, hängt zu großen Teilen von der Integration der IT-Systeme in den beteiligten Unternehmen ab. Denn viele Verantwortliche unterschätzen noch immer Aufwand und Komplexität solcher Vorhaben, wie eine Untersuchung des Analystenhauses PAC im Auftrag von CSC zeigt [1]. Dabei ist eine zielführende Zusammenführung von Unternehmenssystemen machbar, wenn bestimmte Anforderungen und Teilschritte berücksichtigt werden.

Grundlegend sind Unternehmen erfolgreicher, wenn sie folgende Punkte bei der IT-Integration beachten:

·                     Auswahl des geeigneten Integrationsansatzes

·                     Realistische Planung der Projektphasen und Aufgaben

·                     Einsatz der passenden Instrumente und Methoden bei der Implementierung

·                     Zusammenarbeit mit erfahrenen externen IT-Integrationsexperten

Der richtige Integrationsansatz als Grundlage für die IT-Fusion

Je nach Ausgangslage und Ziel eines Mergers müssen die Unternehmensverantwortlichen vor der Fusion einen geeigneten Integrationsansatz auswählen. Dabei gibt es vier grundlegende Strategien:

·                     Substitution: Bei der Substitution löst eine Systemlandschaft eine andere ab. Durch eine Substitution lassen sich die Strukturen, Prozesse und Systeme eines Unternehmens besonders schnell und effizient verändern.

·                     Transformation: Bei der Transformation entsteht aus zwei technologisch und organisatorisch unterschiedlichen Ausgangssystemen eine vollständig erneuerte Systemlandschaft.

·                     Kombination: Ein häufig angewandtes Modell bei Fusionen ist die Kombination der besten Prozesse, Strukturen und Systeme. Daraus entsteht ein optimiertes Modell für die weitere Zusammenarbeit.

·                     Koexistenz: Die geringste Integrationstiefe stellt das Modell der Koexistenz dar. Die Systemlandschaften beider Unternehmen bleiben hierbei erhalten, sodass individuelle Unternehmen oder Geschäftseinheiten teilweise verbunden oder vollständig autonom weiterarbeiten können.

Die Entscheidung für den richtigen Integrationsansatz hängt von den Quellsystemen und Systemlandschaften der beteiligten Unternehmen sowie von der Gesamtstrategie des Merger-Vorhabens ab. Auch die Struktur und Beschaffenheit der Ausgangssysteme spielen eine wichtige Rolle.

Realistische Planung der Projektphasen und Aufgaben

Nach der Auswahl des geeigneten IT-Integrationsansatzes können Unternehmen die eigentliche Implementierung angehen. Grundlage hierfür ist eine umfassende Inventur der Quellsysteme und eine Ist-Analyse, auf deren Basis die Verantwortlichen den weiteren Integrationsprozess und die dafür erforderliche Strategie festlegen. Wichtig hierbei ist, dass Unternehmen das gesamte Projekt möglichst genau und detailliert planen. Denn häufig schätzen die Betroffenen den zeitlichen Rahmen zu knapp ein oder setzen Termine für eine Systemumstellung zu früh an. Sie wollen dadurch möglichst schnell IT-Arbeiten abschließen, die Störungen im Tagesgeschäft verursachen können.

Phase I: Die Planung und Entwicklung der Integrationsstrategie

Neben dem Zeitrahmen sollten Unternehmen bei der Festlegung ihrer Integrationsstrategie ebenfalls die Anforderungen und die Reichweite des Projekts definieren sowie unterschiedliche Szenarien entwickeln und nach ihrer Wirtschaftlichkeit und Komplexität bewerten. Hierbei entscheiden die Verantwortlichen beispielsweise, ob die übernommene Marke erhalten bleibt und das fusionierte Unternehmen alle Produkte weiterführt. Außerdem legen die Experten ihre Migrationsstrategie fest. In diesem Zuge definieren die Verantwortlichen, in welchem Umfang sie Daten manuell oder maschinell migrieren und ob sie dies im Rahmen eines »Big Bangs«, also einer Gesamtmigration, oder in mehreren Schritten durchführen. Auch die personelle Aufgabenverteilung fällt in dieses Zeitfenster. So erhalten Mitarbeiter und externe Integrationsexperten ihre Verantwortungsbereiche und Rollen, sodass es hier später keine Missverständnisse oder unnötige Überschneidungen gibt. Ein weiterer wichtiger Punkt während der Planung ist zudem die Erstellung einer Risk- und Risk-Mitigation-Übersicht, damit die Verantwortlichen auf etwaige Herausforderungen und Schwierigkeiten während des Projekts vorbereitet sind und schnell reagieren können.

Phase II: Die Realisierung des Projekts

Nach der detaillierten Phase 1 geht es an die Umsetzung der IT-Integration. Diese besteht grundsätzlich aus drei Teilschritten: Integrationskonzept und Architektur, Anpassung der Zielsysteme und Migration. Im ersten Teilschritt – der Integrationskonzept- und Architekturphase – identifizieren die Verantwortlichen zunächst alle relevanten Systeme und Datenstrukturen, die sie zusammenführen wollen. Dazu gehört auch die Analyse von Kundensegmenten, Produkten und Geschäftsprozessen. Auf Basis dieser Analysen können die Experten die Zielsysteme beschreiben, Releases planen und Tests konzipieren. Außerdem legen sie einheitliche Methoden, Standards und Tools für die Durchführung der IT-Integration fest. Ist definiert, welche Daten, Prozesse und Systeme sie übertragen, können die Experten die Kapazitäten der Zielinfrastruktur zuschneiden, sodass keine Engpässe entstehen.

Damit geht die Projektumsetzung in die Anpassung der Zielsysteme über. Die Verantwortlichen analysieren in dieser Phase genau, welche Abweichungen und Unterschiede es noch zwischen den Quell- und Zielsystemen gibt. Um diese zu überbrücken, konzipieren sie funktionale Erweiterungen der entsprechenden Systeme und Workarounds, sodass wichtige Geschäftsprozesse während der Integration problemlos weiterlaufen. Im Anschluss setzen die Experten diese Erweiterungen direkt in den Produkten, Datenmodellen sowie Anwendungen um und testen die neue Ziellandschaft. Sind hierbei keine Verbesserungen oder Änderungen mehr notwendig, kann das Go-Live der erweiterten Zielsysteme geplant werden. Diesen Abschnitt der Integration kann ein Unternehmen auch nutzen, um die Infrastruktur zu optimieren, zu modernisieren und zu konsolidieren. Da die Experten bei der Zusammenführung von zwei IT-Landschaften sowieso alle Komponenten untersuchen, lassen sich Verbesserungen vornehmen, die ansonsten für sich alleinstehend bereits sehr aufwendig wären. Hier bietet die IT-Integration im Zuge einer Fusion eine gute Möglichkeit, die IT zukunfts- und wettbewerbsfähig aufzustellen.

Nach der Anpassung aller Zielsysteme können die Unternehmen die Migration vornehmen. Hierfür analysieren und bereinigen die Verantwortlichen zunächst alle Quelldaten. Im nächsten Schritt legen sie die zu übernehmenden Datenobjekte fest und bestimmen die dafür erforderliche Technik. Sobald die Transformationsregeln und Migrationsservices realisiert sind, können die Experten die notwendigen Tests durchführen. Danach sind die Systeme bereit für das Go-Live.

Phase III: Das Go-Live aller integrierten Systeme

Auch das Go-Live ist detailliert zu planen. Es umfasst nicht nur die Live-Schaltung der IT-Infrastruktur, sondern vor allem auch die Festlegung einer zuverlässigen Fallbackstrategie, Datensicherungen und Systemabschlüsse, die Überwachung von Jobs und die Einrichtung von Produktionsparametern sowie Stichproben zur Ergebniskontrolle, Kontrollsummen und Produktionsfreigaben.

Einsatz der passenden Instrumente und Methoden

Damit alle IT-Integrationsphasen bis zum Go-Live erfolgreich ablaufen sowie eine zuverlässige und leistungsstarke IT-Infrastruktur entsteht, empfiehlt sich ein durchgängiger Einsatz von standardisierten Methoden und Werkzeugen. Dies belegt auch die Post Merger IT-Integrationsstudie von PAC und CSC. So lässt sich nicht nur das Risiko von Fehlern minimieren und eine nachprüfbare Messung des Projektfortschritts vornehmen, sondern auch Teile der Aufgabenstellung auslagern und somit Kosten reduzieren. So sorgt beispielsweise ein zentrales Repository dafür, dass die Verantwortlichen den Fortschritt der Migration zuverlässig und revisionssicher anhand von hinterlegten Informationen, Attributen und Projektkennzahlen nachweisen können.

Zusammenarbeit mit erfahrenen externen IT-Integrationsexperten

In allen Phasen der Post Merger IT-Integration können externe IT-Experten mit ihrer branchenspezifischen Technologieerfahrung unterstützen und für eine zielführende Projektimplementierung sorgen – sowohl bei der Auswahl des geeigneten Integrationsansatzes, als auch bei der Entscheidung für die passenden Werkzeuge und die Aktivitäten während der einzelnen Projektphasen. Dass Unternehmen häufig auf externe Partner zurückgreifen, zeigt auch die Studie von PAC und CSC. Neben ihrem Know-how ist es vor allem ihre Objektivität und neutrale Sicht auf interne Gegebenheiten, die sie Strukturen und Prozesse sachlich bewerten lassen.

Resümee

Eine detaillierte und realistische Planung sowie die Unterstützung von externen IT-Experten mit langjähriger IT- und Branchenerfahrung tragen grundlegend dazu bei, dass eine Post Merger IT-Integration erfolgreich verläuft. Kosten- und Zeitaufwand bleiben möglichst gering und auch die Fehlerquote lässt sich minimieren. Außerdem können Unternehmen die Gelegenheit nutzen, ihre gesamte IT-Landschaft zu modernisieren und wettbewerbsfähig zu gestalten. So sorgen im Zuge der Integration verbesserte Hard- und Software-Komponenten beispielsweise für eine höhere Leistungsfähigkeit der Systeme. Auch die Virtualisierung von Servern, Endgeräten oder Storage sowie die Konsolidierung von Rechenzentren und Software-Lizenzen erweitert die Kapazitäten von Unternehmen und ermöglicht eine schnelle Reaktionsfähigkeit auf veränderte Anforderungen des Marktes.

Volker Metzler

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Volker Metzler, Experte für Post Merger Integrationsprozesse bei CSC

 

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[1] Das Whitepaper mit den vollständigen Ergebnissen der Untersuchung von CSC und PAC ist verfügbar unter http://www.csc.com/de/post_merger.

 


  


 

 


  

 

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