20100506zc Netzlink Serverkonsolidierung bei Marc Shoes

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Serverkonsolidierung bei Marc Shoes

Green IT als willkommene Begleiterscheinung

»Wenn Sie einen Wagen fahren, der 20 Liter verbraucht, und dann auf einen großen Neuwagen mit 10 Liter Verbrauch umsteigen, können Sie natürlich behaupten, die Umwelt zu schonen. Trotzdem fahren Sie aber weiterhin Auto und könnten den Verbrauch noch stärker reduzieren.« Mit diesem Vergleich beschreibt Karsten Hoffmann, IT-Leiter beim Schuhhersteller Marc Shoes im niedersächsischen Fischbeck seine pragmatische Position zum Thema Green IT. Und tatsächlich gaben technische und finanzielle Argumente den Anstoß zur Serverkonsolidierung, die letztlich aber auch der Umwelt zu Gute kam.

 

H

inter der international agierenden Schuhmarke »Marc« steht ein innovatives Unternehmen mit Sitz in Fischbeck im Weserbergland. Das unter Marc Shoes GmbH firmierende, inhabergeführte Unternehmen befindet sich seit der Gründung im Jahre 1938 in Familienbesitz. Als Spezialist für anspruchsvolle, sportlich-funktionale Damen- und Herrenschuhe, hat sich das Label weltweit einen Namen gemacht. Heute beliefert Marc als internationale Marke 2.500 Fachhändler mit jährlich über eine Million Paar Schuhen.

Vom Hauptstandort Fischbeck wird die IT zentral administriert. IT-Leiter Karsten Hoffmann verantwortet eine Landschaft aus 140 Arbeitsplätzen, die sich auf die Zentrale in Fischbeck und neun per VPN angebundene Standorte wie Vertriebsniederlassungen, firmeneigene Stores sowie Showrooms aufteilen. Die bis 2008 bestehende, historisch gewachsene Serverlandschaft sorgte bei Karsten Hoffmann nicht selten für Kopfschmerzen: Mehr als 17 Server, alle zwischen vier und neun Jahren alt, standen im Serverraum der Unternehmenszentrale. Darunter eine AS/400 für die Finanzbuchhaltung und fünf IBM x.345 für zwei Citrix- sowie File-, Notes- und Vmware-Server. Kostenfaktor waren längst nicht nur die hohen Wartungskosten der Geräte, problematisch waren auch der hohe Energieverbrauch der Geräte und die immense Abwärme, die die Betriebskosten der Klimaanlage in die Höhe trieben.

»Wären es die Kosten für die Energieaufnahme der Geräte alleine gewesen, hätten wir mit den bestehenden Systemen sicher noch weiter fahren können«, erklärt Karsten Hoffmann die Situation im Jahr 2008. Doch es kam noch ein ganz praktisches Problem hinzu: »Bedingt durch die Modernisierung des Firmensitzes mit weiteren Klimaanlagen und einem neuen Beleuchtungskonzept sowie durch Integration eines Bistros war der Energieverbrauch der gesamten Firma stark angestiegen. Wir hatten gerade im Sommer mit der ständigen Überlastung unseres Hausanschlusses zu kämpfen«, berichtet der IT-Leiter. »Damit die Energieversorgung unternehmenskritischer Systeme wie etwa unserer Server gewährleistet werden konnte, musste beispielsweise die Nutzung von Klimageräten stark reglementiert werden.«

Grundsätzliche Entscheidungen

Doch wie so oft waren es grundsätzliche Entscheidungen, die zu einer Veränderung der Situation führten: 2008 sollte die Einführung einer neuen ERP-Software starten. Darüber hinaus stand der Wechsel auf ein anderes Warenwirtschaftssystem und auf eine neue Finanzbuchhaltung an. »Klar war, dass dies mit der bestehenden Hardwarelandschaft nicht machbar gewesen wäre«, so Hoffmann.

Der IT-Leiter ließ sich vom Braunschweiger Systemhaus Netzlink beraten. Der IBM-Partner war bereits seit 2004 Lieferant von Marc Shoes. Darüber hinaus besteht ein Wartungsvertrag innerhalb des Netzlink-Caredesk-Konzepts Helplink. Da die problematische Hardwaresituation schon seit Jahren bestand, hatte Karsten Hoffmann bereits häufiger mit Netzlink über Konsolidierungsmöglichkeiten gesprochen. Dabei kristallisierte sich schon länger ein Blade Center als optimale Lösung heraus.

Alternativ beschäftigte sich das Fischbecker Unternehmen mit ASP-Lösungen. »Von Seiten der Geschäftsleitung kam der Impuls in Richtung Outsourcing und ASP-Lösungen«, erinnert er sich. »In puncto Personal hätte dies keine Effekte gehabt, da für unser kleines IT-Team vor Ort noch genug Arbeit angefallen wäre.« Doch wieder einmal waren es ganz praktische Erwägungen, die gegen ein Outsourcing sprachen: Neben Vertrieb, Design, Einkauf, Rechnungswesen und Marketing, befindet sich auch die Logistikzentrale von Marc Shoes am Standort Fischbeck. Dort werden in Spitzenzeiten täglich mehrere Lkw mit neuen Schuhen be- und entladen. »Jeder Lkw fasst mehrere hundert Kartons, die beim Be- und Entladen gescannt und erfasst werden müssen. Soll dies über einen entfernt stehenden Server erfolgen, entstehen bei jedem Scan Reaktionszeiten von zusätzlich 2-3 Sekunden. Das sind Verzögerungen, die sich ein Unternehmen, das saisonalen Spitzenzeiten gewachsen sein muss, nicht leisten kann. Und auch das Handling großer Grafikdateien unserer Designabteilung wäre über konventionelle Internetanbindungen nicht per ASP-Lösung möglich gewesen«, beschreibt Hoffmann, warum man sich letztlich gegen ein Outsourcing entschied.

Blade Center

Konkret für ein Blade Center sprach noch ein weiteres Argument: »Die Mode-Branche ist extrem schnelllebig«, erklärt der IT-Leiter. »Das Wachstum der letzten Jahre bedurfte skalierbarer Systeme. Darüber hinaus war meine Idealvorstellung von den neuen Servern, dass alles in einem Schrank unterzubringen sein sollte. Einen Schrank, den man im Falle eines Umzugs einfach an einem neuen Standort wieder aufbauen kann.«

Im April 2008 fiel dann die endgültige Entscheidung für die Serverkonsolidierung mit Netzlink und Produkten von IBM. Bestellt wurden ein Blade Center H mit sieben HS21 Blades für Windows Server, ein HS21 Blade für Vmware ESX sowie ein Spare-Blade HS21. Um dem gerade im Bereich der Archivierung gesteigerten Bedarf an Speicherplatz Rechnung zu tragen, wurde ein IBM DS4700 Express mit einer EXP810 Erweiterungseinheit sowie eine TS3200 geordert. Von den alten Servereinheiten verblieben noch ein IBM x.346 für den Tivoli Storage Manager sowie ein x.335, auf dem während der Einführungszeit die alte ERP-Software lief.

Die komplette Installation sollte an einem Wochenende im Juni erfolgen. »Um das IT-Team bei Marc Shoes optimal zu unterstützen, haben wir die Installationsphase detailliert geplant«, so Marcin Zukowski, Projektleiter bei Netzlink. Die Hardware wurde bei Netzlink in Braunschweig vorkonfiguriert. Dabei wurde unter anderem auch ein Image im SAN erzeugt, auf das alle Patches und Updates installiert wurden. Während das IT-Team von Marc Shoes bereits seit Freitagnachmittag einzelne Vorbereitungen traf, brachten die Techniker von Netzlink die neuen Server am Samstagmorgen nach Fischbeck. Innerhalb von 24 Stunden war nahezu alles erledigt.

»Unsere Kollegen konnten am Montagmorgen bereits wieder ganz normal auf den neuen Systemen arbeiten«, so Karsten Hoffmann. »Die einzige Komplikation ergab sich durch veränderte Switches im Blade Center.« Tatsächlich fanden die Netzlink-Techniker gegenüber vorherigen Projekten veränderte Switches im Blade Center vor, die eine Rücksicherung mit dem Tivoli Storage Manager verhinderten. »Das Problem war verhältnismäßig schnell gelöst, da wir uns telefonisch mit Netzwerkexperten aus unserem Haus und innerhalb unserer Systemhausallianz Grouplink austauschen konnten«, erklärt Netzlink-Projektleiter Zukowski.

Green IT auf den zweiten Blick

Neben dem Performancegewinn, der das Marc Shoes IT-Team auch ein Jahr nach der Umstellung noch begeistert, kann man mittlerweile auch die Energiebilanz klar bewerten. Wie in vielen mittelständischen Organisationen gibt es bei Marc Shoes keinen Stromzähler im Server-Raum, doch sind es ohnehin mehr die praktischen Auswirkungen, die Karsten Hoffmann die Vorzüge eines energieeffizienten Blade Centers vor Augen führen. »Der Ärger mit dem überlasteten Hausanschluss ist definitiv vorbei«, so das Fazit. »Hätten wir im Vorhinein die Gewissheit gehabt, dass sich die Serverkonsolidierung so positiv auf den Stromverbrauch auswirkt, wäre das Go von der Geschäftsleitung möglicherweise schon früher gekommen. Doch nicht nur die Server verbrauchen weniger Strom. Am eklatantesten fällt die veränderte Temperatur im Server-Raum von Marc Shoes auf. Musste vor der Umstellung die Klimaanlage konstant auf 18 Grad eingestellt sein, um eine für die Server wichtige Umgebungstemperatur von maximal 26 Grad zu garantieren, kann die Klimaanlage für die neue Umgebung auf 24 Grad gestellt werden.

Am Ende zählen wie immer die Zahlen.

Und die bewertet Karsten Hoffmann sehr positiv. Seine Bilanz setzt sich aus dem reduzierten Energieverbrauch der Server, der reduzierten Abwärme im Serverraum und den verringerten Wartungskosten zusammen. Während die alten Server 11,5 kW/h an Strom verbrauchten, begnügen sich die neuen Server mit einem Verbrauch von 4,3 kW/h. Eine Einsparung von 63 %. In einem ähnlichen Rahmen bewegt sich der Einspareffekt durch die reduzierte Abwärme der neuen Server: So produzierten die alten Server im Schnitt jährlich Abwärme von 38.500 BTU. Die neuen Server liegen bei 14.500 BTU. Die Klimaanlagen sparen somit ebenfalls knapp 63 % an Energie. Hinzu kommen die innerhalb der Garantiezeit der Server reduzierten Wartungskosten. »Wenn wir diese Werte auf die Leasinglaufzeit von fünf Jahren hochrechnen und den Verzicht auf einen neuen Hausanschluss mit einbeziehen, ergeben die Einsparungen 80 % der Projektkosten für die Restrukturierung der kompletten Serverumgebung.«, lautet Karsten Hoffmanns abschließendes Resümee.

Ermittlung von Einsparungen durch Server-Konsolidierung:

1.            Berechnung des Deltas der durchschnittlichen Leistungsaufnahme

2.            Ermittlung der Energieeinsparung der Klimaanlage durch das Delta der Server-BTU

3.            Berechnung der durch die Garantie verringerten Wartungskosten
Erfassung weiterer verbundener Kosten wie etwa nötige bauliche Veränderungen oder infrastrukturelle Aspekte wie dem im Beispiel beschriebenen Hausanschluss.

 

 

 


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