20100506ze Micro Focus - Stahlgruber Cobol auf Linux

 Home | News | Hefte | Mediadaten | Online-Artikel | Kommentare | Trends | Wir-ueber-uns | Tipps | Impressum | CeBIT 2012

 

Home
News
Trends
Hefte
Online-Artikel
Kommentare
Service-Angebote
Feedback
Abonnement
Wir-ueber-uns
Tipps
Impressum
Veranstaltungen


»manage it« als

E-Paper  11-12 2011
E-Paper  9-10 2011
E-Paper  5-6 2011
E-Paper  3-4 2011
E-Paper  1-2 2011
E-Paper  11-12 2010
E-Paper  9-10 2010

E-Paper  7-8 2010
E-Paper  5-6 2010
 



 




 

 


 




 


 


 

 

Stahlgruber verlagert Applikation auf Linux

Unterm Strich 70 Prozent weniger Kosten

Der Ersatzteile- und Autozubehörlieferant Stahlgruber hat seine Applikation für Bestellwesen und Disposition von einem Mainframe auf Linux-Server verlagert. Mit den Lösungen von Micro Focus konnte die vorhandene Software einfach übernommen werden. Damit reduzierte das Unternehmen die Kosten der Anwendung um rund 70 Prozent und steigerte die Performance um ein Mehrfaches.

 

D

ie Modernisierung von etablierten Mainframe-Landschaften stellt für eine Unternehmens-IT eine große Herausforderung dar. Immerhin geht es um unternehmenskritische Kern-Anwendungen, von deren Funktionieren die Geschäftstätigkeit abhängt. Andererseits sind Mainframes teuer und wenig anpassungsfähig. Wenn es gelingt, die Anwendungen ohne Verlust an Performance und Funktionalität auf eine moderne Plattform zu überführen, dann kann ein Unternehmen seine Kosten deutlich und dauerhaft senken.  

Für die Stahlgruber GmbH, einen der größten Lieferanten des freien Kfz-Reparaturgewerbes mit Sitz in Poing bei München, ist die Applikation für Bestellwesen, Disposition und Auftragsverwaltung eine solche unternehmenskritische Kernanwendung. Die selbst entwickelte, auf einem IBM-Mainframe implementierte COBOL-Lösung verwaltet die 240.000 Artikel des Lieferprogramms und steuert täglich die Kommissionierung von über 50.000 Positionen.

Die Mainframe-Umgebung hatte die Stahlgruber-IT bis in die 90er-Jahre klar dominiert. Dann wurden mehr und mehr Aufgaben von anderen Systemen übernommen: Buchhaltung und Gehaltsabrechung werden beispielsweise seit Ende der 90er-Jahre auf SAP und PAISY betrieben. Die Verwaltung der Kataloge, der Mail-Verkehr und natürlich die gesamte Office-Welt laufen auf Intel-Servern. Der Kern der IT, die für den Geschäftsbetrieb essenzielle Lösung für Bestellung und Disposition, blieb jedoch weiter die Domäne des Mainframes und von VSE, wobei die Batch-Prozesse in COBOL und das Online-System mit dem RPG-Derivat CPG entwickelt worden waren.

Zufrieden war das Unternehmen mit dieser Lösung allerdings nicht mehr, da sie hinsichtlich Performance und Funktionalität nicht mehr den Anforderungen entsprach. Vor allem aber war der Mainframe-Betrieb für das Unternehmen zu teuer geworden. »Der Ausbau der Hardware war hier immer recht kostspielig«, erklärt Stefan Oettl, Projektleiter der Stahlgruber-IT in Poing. »Jede Hardwareerweiterung bedeutete auch erhöhte Softwarekosten, weil sich das Pricing der Mainframe-Software traditionell an der eingesetzten CPU-Leistung orientiert.« Damit waren dem Unternehmen zum Beispiel auch die Hände bezüglich einer Leistungssteigerung der Datenbank via Hardware-Upgrade gebunden.

Standardsoftware oder neu programmieren?

Daher begann die Stahlgruber-IT vor einigen Jahren verstärkt über Alternativen nachzudenken. Ein Wechsel zu einer Standardlösung – ein Weg, den man ja für einige Anwendungen bereits beschritten hatte – kam für die Kernapplikationen nicht in Frage. »Mit einer Standardsoftware würden wir uns nicht von der Konkurrenz unterscheiden können, denn unsere Kernapplikation betrachten wir als Wettbewerbsvorteil«, meint Oettl. »Und wir wollten uns in den zentralen Prozessen nicht nach einer mehr oder wenig fertigen Software richten, sondern umgekehrt eine Soft­ware einsetzen, die sich ganz nach uns richtet. So wie wir es ja bisher gewohnt waren.«

Allerdings war auch eine Neuentwicklung der Applikation für eine andere Plattform keine realistische Option, da die dafür erforderlichen Entwicklerkapazitäten nicht zur Verfügung standen. Die Stahlgruber-Ent­wickler waren voll ausgelastet, weil sie den Online-Teil der Applikation ganz neu in PHP erstellen mussten; für eine Portierung der betreffenden CPG-Programme konnte man weder auf geeignete Technologien noch auf leistungsfähige Partner zurückgreifen.

Neue Plattform ohne Code-Änderung.

Das Unternehmen entschied sich daher für die Verlagerung der Applikation auf Linux-Server. Mit den Modernisierungslösungen von Micro Focus lassen sich Enterprise-Applikationen vom Mainframe auf andere Plattformen verlagern. Dabei bleiben die Programmstrukturen und der Source-Code weitgehend unverändert, also die Business-Logik und damit genau das, was eine Anwendung für ein Unternehmen wertvoll macht.

Durch eine derartige Modernisierung können Anwender ihre Enterprise-Applikationen erheblich effizienter betreiben: Die Umstellungskosten sind relativ gering und die Betriebskosten des Mainframes fallen nach Umstellung auf die neue Plattform weg – ein Konzept, das genau den Anforderungen und Zielen von Stahlgruber entsprach.

Das Unternehmen hatte bereits Basisarbeit im Vorfeld der Modernisierung geleistet: Man hatte Randprodukte wie MQSeries abgelöst und Altlasten wie diverse Assembler-Programme nach und nach neu programmiert. Schließlich betraf der 2008 in Angriff genommene eigentliche Plattformwechsel noch 740 COBOL-Programme mit rund 400 Copy-Strecken, die auf eine neue Plattform zu übernehmen waren; als Zielsystem hatte sich Stahlgruber für einen Quad-Core Intel-Server von IBM unter Suse Linux entscheiden.

Wenn auch der Code erhalten werden konnte, so ist eine derart umfangreiche Verlagerung dennoch keine triviale Angelegenheit. Es zeigte sich beispielsweise, dass das bisher verwendete COBOL in einigen Punkten vom Standard abwich, was durch einen eigens dafür – in Gemeinschaftsarbeit von Stahlgruber und Micro Focus – geschriebenen Pre-Compiler behoben werden konnte. Neu erstellt werden mussten die Aufrufe der neuen Datenbank, wofür Net Express von Micro Focus eingesetzt wurde – aber auch hier konnten die Strukturen der Applikation erhalten werden.

»Für uns war entscheidend, dass wir am Code fast keine Änderungen vornehmen mussten«, betont Oettl. »Zum einen konnten wir dadurch Bewährtes weiter nutzen, zum anderen war es nur so möglich, die Entwicklungsarbeit in diesem doch recht großen Projekt innerhalb von nur vier Wochen abzuschließen.« Weitere Tätigkeiten im Zuge der Modernisierung betrafen dann schon nicht mehr die Applikation selbst, sondern deren Infrastruktur, so beispielsweise die Portierung der Batch-Kontrolle auf das Linux-System. Insgesamt dauerten die Arbeiten acht Monate. Dann konnte die Batch-Lösung der Dispositionssoft­ware programmgemäß auf dem Linux-Server in den produktiven Betrieb gehen. Die ganz neu geschriebene Onlinesoftware folgte wenig später.

»Bemerkenswert ist insbesondere die Steigerung der Performance der im Großen und Ganzen vorhandenen Applikation auf der neuen Plattform«, stellt Oettl fest. »Die Batch-Prozesse dauern nun nur noch Minuten anstatt Stunden. Wir können daher die meisten Prozesse tagsüber nebenher laufen lassen. Lediglich besonders aufwendige, wie sie zum Beispiel zum Monatswechsel anfallen, müssen wir auf die Nacht verschieben.«

Ein zu Testzwecken geschriebenes Programm benötigte auf dem Mainframe 45, auf dem Linux-Server nur noch vier Minuten. Verantwortlich für diesen deutlichen Performancezuwachs sind vor allem die leistungsfähigere Hardware und die neue Datenbank, für die das Unternehmen jedoch nur einen Bruchteil der Kosten aufbringen muss, die bei einem Mainframe angefallen wären. »Für eine Vier-Prozessor-Architektur, wie wir sie jetzt nutzen, hätten wir auf dem Mainframe viel Geld ausgeben müssen, nicht zuletzt für die Software«, hält Oettl fest.

Unterm Strich, so schätzt er, konnte Stahlgruber durch die Modernisierung und Verlagerung seiner Applikationen etwa 70 Prozent der früheren Kosten einsparen. »Rechnet man die gesamten Kosten des Plattformwechsels, also Hardware, Software, Dienstleistungen und eigener Arbeitsaufwand mit ein, so wird sich das Projekt in weniger als zwei Jahren bezahlt gemacht haben«, resümiert Oettl. Die Vorteile, die das Unternehmen durch die bessere Performance und die höhere Flexibilität der Anwendung hat, sind dabei noch gar nicht eingerechnet.

Rainer Doh

____________________________________

Dr. Rainer Doh ist Redakteur in München

 

 

Micro Focus Net Express

Micro Focus Net Express ist eine moderne Entwicklungsumgebung für COBOL-Anwendungen für 32-Bit-Windows-Betriebssysteme. Mit Net Express können Entwickler neue Anwendungen erstellen, sowie bestehende pflegen und erweitern. Neben einem modernen COBOL-Compiler, der einen sehr performanten Maschinencode generiert, enthält Net Express leistungsfähige, leicht zu handhabende Werkzeuge, mit denen auch COBOL-Anwendungen für das Web erstellt werden können.

www.microfocus.com/de/

 

Stahlgruber GmbH

Die Stahlgruber GmbH in Poing bei München ist einer der größten Lieferanten von Autozubehör und -ersatzteilen. Das Unternehmen beliefert, über seine mehr als 80 Verkaufshäuser in Deutschland, Österreich, Tschechien und Slowenien vornehmlich Handel und freie Kfz-Werk­stätten. Für die Stahlgruber GmbH arbeiten rund 3.000 Mitarbeiter, der Umsatz lag 2008 bei 618 Millionen Euro.

 


Folgen Sie »manage it« auf Google+




 


 


 

 

 
Copyright © 2003-2012  ap Verlag GmbH