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Standards bringen Cloud Storage schneller voran Geeint ans Ziel Schenkt man den Marktforschern Glauben, überholen Cloud Storage Services bis 2013 alle anderen Cloud Services im Volumen. Schon 2014 soll die Branche mit ihnen 6,2 Milliarden US-Dollar umsetzen. Dafür muss die praktische Nutzung aber einhundert Prozent reibungslos funktionieren. Allgemein gültige Standards sind demnach unerlässlich.
m solche Standards zu entwickeln, hat die Storage Networking Industry Association (SNIA) eine Technical Work Group (TWG) ins Leben gerufen. Darüber hinaus will der Verband dazu beitragen, die Bemühungen der Storage-Hersteller im Interesse der Endkunden zu kanalisieren und generell für Klarheit beim Thema Cloud Storage sorgen. Offene Fragen gibt es beispielsweise bei der Kostentransparenz und in Bezug auf Security, Übertragbarkeit und Bezahlbarkeit von Cloud-Diensten. Die Bemühungen um Standards sind überfällig, weil Unternehmen, die öffentliche Hand, gemeinnützige Organisationen und Anwender immer größere Datenmengen speichern und managen müssen.
Weltweiter Umsatz mit Cloud Services nach Produkt/Servicetyp.
Standards machen das Leben einfacher Mit Hilfe neuartiger Funktionen zur Klassifizierung und Bewertung digitaler Daten wird Cloud Storage zur Option für alte und temporäre oder aber extrem wichtige Datenbestände. Cloud-Storage-Standards können die Zugehörigkeiten und Verantwortlichkeiten in Bezug auf Datenhoheit, Archivierung, Suche, Abfrage und Löschung von Informationen regeln. Dies vereinfacht viele Unternehmensprozesse wie die konsistente Definition von Service-Level-Agreements (SLAs) für die Bewertung, Sicherheit und Überprüfung von Datenspeichersystemen. Auch bei Rechtsfragen, die mit der zunehmenden Datenhaltung außerhalb klassischer Rechenzentren und dem Schutz einer Unternehmensfirewall ins Kundeninteresse rücken, bieten verlässliche Standards große Vorteile. Zu guter Letzt helfen sie, Anfangsinvestitionen deutlich zu senken und begünstigen unternehmerisches Denken in Firmen jeder Größe. CDMI – ein neuer Standard für die Cloud Die SNIA hat zum Thema Cloud Storage zwei Gruppen gebildet: Die noch junge SNIA Cloud Storage Initiative (CSI) wurde im Oktober 2009 gegründet, um die Entwicklung des Marktes voranzutreiben und Aufklärungsarbeit für Hersteller, Entwickler und Endkunden zu leisten. Eine SNIA Cloud Storage Technical Work Group (TWG) mit mehr als 140 Gründungsmitgliedern besteht bereits seit April 2009. Sie formulierte den Cloud Data Management Interface (CDMI) Standard, dessen öffentliche Evaluierung im September 2009 mit der Vorstellung auf der SNIA Storage Developer Conference startete. CDMI erleichtert die Implementierung von Cloud Storage auf allen Ebenen. Davon profitieren Cloud-Storage-Kunden, Dienstleister, Entwickler sowie Anbieter von Cloud Software, Hardware und Infrastruktur. Im Detail definiert CDMI die Schnittstelle beziehungsweise die Funktionalitäten, über die Anwendungen innerhalb der Cloud interagieren: CDMI regelt, wie Daten in der Cloud erstellt, gesucht, aktualisiert oder gelöscht werden. Mit seiner Hilfe können Clients die Möglichkeiten von Cloud-Storage prüfen. Und sie können über diese Schnittstelle Datencontainer und die darin enthaltenen Daten managen. Zusätzlich lassen sich den Containern und Datenelementen per CDMI-Schnittstelle Metadaten zuweisen.
Datenspeicherschnittstelle für die Cloud.
Administrations- und Management-Applikationen nutzen CDMI für das Management von Containern, Accounts, Zugriffsberechtigungen und Monitoring-/Abrechnungsdaten. CDMI funktioniert auch, wenn der Storage-Zugriff über Protokolle wie SAN, NAS, FTP, WebDAV oder http/REST abläuft. Die Schnittstelle legt die Fähigkeiten sämtlicher Storage- und Datendienste offen, so dass die Möglichkeiten für die Clients transparent sind.
Die Nutzung eines Data Storage Interface aus Client-Sicht.
Aktuell existiert CDMI in der Version 0.9b (Stand Anfang 2010). Zur Storage Networking World (SNW) Frühjahrskonferenz 2010 in Orlando, Florida, ist mit einer finalen Definition des Standards zu rechnen. Damit wird CDMI zum de-facto allgemeinen Industriestandard. Zeitgleich arbeitet die SNIA Cloud Storage TWG an einer Referenzimplementierung von CDMI. Die Zahl der CDMI-unterstützten Cloud-Storage-Integrationen wird dadurch erwartungsgemäß zunehmen. CDMI in der Praxis Die SNIA adressiert mit CDMI vor allem die folgenden vier Gruppen: Nutzer von Cloud Storage Services (Unternehmen, Behörden, Einrichtungen) Eine Standardschnittstelle eignet sich am besten, um die Service-Level verschiedener Cloud-Anbieter zu vergleichen. Sie hilft Kunden, die Sicherheit, die Übertragbarkeit, den Schutz und die Leistungsfähigkeit von Cloud-Storage-Diensten zu beurteilen und vereinfacht die Auswahl des passenden Dienstleisters. Anbieter von Cloud Storage Services Indem Cloud-Dienstleister eine standardisierte Schnittstelle für ihre Angebote nutzen, sorgen sie für maximale Marktdurchdringung: Es ist der einfachste Weg, einen Servicekatalog zu vermitteln und Kunden zielgruppengerecht und in gewünschtem Umfang die Möglichkeiten aktueller Cloud-Dienste aufzuzeigen. Zusätzlich integriert CDMI nicht-standardisierte Erweiterungen, über die Cloud-Storage-Dienstleister ergänzende Services als Alleinstellungsmerkmal und unter Wahrung der Kompatibilität anbieten können. Entwickler von Cloud Storage Services Weit verbreitete Betriebssysteme wie Microsoft Windows, Sun Solaris oder Linux sowie das Apple Iphone beweisen eindrucksvoll den Wert standardisierter Schnittstellen für die Entwicklergemeinde. Genauso hängt der Erfolg der »Cloud« an einer standardisierten Schnittstelle für Datenverarbeitung, Netzwerkmanagement und Storage. Anwendungsentwickler im Storage-Cloud-Umfeld finden in CDMI die einzige herstellerübergreifende und standardisierte Entwicklungsschnittstelle, welche die Integration neuer Applikationen auf Anbieterseite massiv vereinfacht. Makler für Cloud Storage-Verträge und -Services Institutionen und Personen, die Cloud Services in Anspruch nehmen, vertrauen den Dienstleistern in zunehmendem Maße kritische Daten an. Daher ist es notwendig, die Beziehung zwischen den Parteien besonders risikoarm zu gestalten und abzusichern. Konzerne und große Behörden benötigen unter Umständen komplexe Cloud-Infrastrukturen, deren Implementierung und Betrieb einzelne Cloud-Dienstleister überfordert. Entsprechend ist ein verifizierbarer Regelkatalog notwendig. Cloud Service-Makler können die CDMI nutzen, um beispielsweise eine »Cloud-Versicherung« anzubieten: Der Makler kombiniert zwei Servicepakete unabhängiger Cloud-Anbieter. Fällt der primäre Dienstleister auf Grund technischer Probleme aus oder kann den Servicevertrag nicht erfüllen, übernimmt automatisch der zweite. Die Rahmenbedingungen dafür regelt eine Service-Level-Vereinbarung. Selbstverständlich läuft diese Dienstübernahme für den Kunden komplett transparent ab. Eine andere interessante Option ist die individuelle Gestaltung kundenspezifischer Cloud-Servicepakete. CDMI bietet Funktionalitäten, um Servicekataloge speziell auf den Bedarf bestimmter Industriezweige oder Institutionen der öffentlichen Hand zuzuschneiden. Solche individuellen Kataloge enthalten die gebündelten Dienste unterschiedlicher Provider – der Makler stellt sie seinen Kunden jedoch als in sich geschlossenen Dienstkatalog aus einer Hand bereit. Resümee Cloud Computing ist kein eindeutig definiertes Konzept, sondern vielmehr ein Architekturprinzip. Allgemeine Standards wie CDMI können helfen, das Konzept einer breiten Anwenderbasis zugänglich zu machen und Bedenken in Bezug auf Administrierbarkeit, Sicherheit und Effizienz der Cloud zu zerstreuen. Val Bercovici ____________________________________________ Val Bercovici, Cloud Czar, Office of the CTO, Netapp SNIA Cloud Storage Initiative
Weiterführende Links zum Thema: · SNIA informiert zu Cloud Storage, CDMI, Objekt- und Referenzmodell · SNIA Europe informiert zu Cloud-Aktivitäten www.snia-europe.org/cloud_storage/ · White Paper »Managing Data Storage in the Public Cloud» www.snia.org/cloud/ManagingDataPublicCloud.pdf · Cloud Storage Google Group http://groups.google.com/group/cloudstorage
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