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Lizenzmanagement im Rahmen von Virtualisierung und Software as a Service Vom Wirrwarr mit den Lizenzen Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass deutsche Unternehmen Schwierigkeiten mit ihren Softwarelizenzen haben: Auch von Trendtechnologien wie Software as a Service (SaaS) oder Virtualisierung erhoffen sie sich wenig Erleichterung für ihre Lizenzverwaltung. Im Gegenteil, viele befürchten noch mehr Komplexität. Dennoch hat eine große Mehrheit diese Technologien entweder bereits im Einsatz oder plant dies in näherer Zukunft. Für Softwareanbieter ist es deshalb an der Zeit, ihre Lizenzierungsmodelle entsprechend anzupassen, sonst droht ihnen, dass sie von ihren Wettbewerbern in die Ecke gedrängt werden.
eutsche Unternehmenskunden stöhnen auf, wenn es um das Thema Softwarelizenzierung geht: zu unübersichtlich, zu kompliziert, zu viele Änderungen. Das spiegelt auch eine von Safenet in Auftrag gegebene Studie [1] wider: Fast 40 Prozent der Befragten sind nach eigenen Angaben über- oder unterlizenziert oder können keine genauen Angaben dazu machen. Knapp die Hälfte gab an, schon einmal Probleme mit ihren Softwarelizenzen gehabt zu haben. Immerhin 21 Prozent der Befragten sind demnach überzeugt, mehr für Lizenzen zu bezahlen, als sie tatsächlich müssten. Acht Prozent halten sich für unterlizenziert und zehn Prozent kennen ihren augenblicklichen Status gar nicht. Hinzu kommt, dass 47 Prozent der befragten deutschen Unternehmen nicht wissen, wann eine Erneuerung der Lizenzen ansteht, 35 Prozent haben keine Ahnung, wo genau sie ihre Softwarelizenzen im Einsatz haben. Auch wenn jede Lizenzvereinbarung für sich selbst oft nachvollziehbar ist, ist es gemeinhin die Masse an unterschiedlichen Varianten, die den Überblick erschwert und manchem IT-Beauftragten graue Haare beschert. Regelmäßige Lizenzänderungen, die separate Lizenzierung zusätzlicher Funktionen oder die Lizenzierung nach Prozessortyp, die bei jedem Hardwarewechsel neue Bestimmungen in Kraft treten lässt etc. machen die Lizenzierung auf Anwenderseite zu einem leidigen Thema. Doch nicht nur die Kundenunternehmen sind oftmals verwirrt. Auch auf Seite der Softwarehersteller ist nicht immer klar, welcher Kunde nun genau welche Produktversion einsetzt, wer upgrade-berechtigt ist und wer einen Wartungsvertrag abgeschlossen hat. Virtualisierung und SaaS auf dem Vormarsch Und ob das Thema nicht schon schwierig genug wäre, könnte es nun noch einiges an Komplexität gewinnen: Trendtechnologien wie Virtualisierung oder Software as a Service (SaaS) sind auf dem Vormarsch. Kein Wunder, schließlich liegen die Vorteile auf der Hand: Bei der Hardwarevirtualisierung werden die Ressourcen eines Servers so aufgeteilt, dass verschiedenste Betriebssysteme wie Windows, Linux etc. friedlich auf einer gemeinsamen Plattform nebeneinander existieren können. Ebenso können Ressourcen verschiedener physischer Hosts zusammengefasst und unabhängig von diesen verwaltet werden. Die so erschaffenen virtuellen Systeme sind von der Hardware weitestgehend unabhängig, lassen sich leicht kopieren und bei Ressourcenengpässen auf andere Rechner verschieben. Bei Lastspitzen können neue Ressourcen hinzugenommen werden, während bei geringer Auslastung virtuelle Maschinen »abgeschaltet« werden können, um zu konsolidieren Die Mehrheit der Befragten hat diese Vorteile auch für sich erkannt: So setzen bereits 29 Prozent mindestens eine Virtualisierungslösung ein; eine Mehrheit von 41 Prozent will dies bald tun und 17 Prozent planen eine Komplettvirtualisierung. Doch wie werden die virtualisierten Anwendungen korrekt abgerechnet? Wer unterlizenziert ist, hat zwar zunächst Kosten gespart, muss aber gegebenenfalls beim nächsten Audit kräftig nachzahlen. Seine Compliance-Ziele hat er dann noch dazu verfehlt. Eine Überlizenzierung ist aus den offensichtlichen Kostengründen ebenso wenig erstrebenswert. Die Studie spiegelt auf Seiten der deutschen Unternehmen eine pessimistische Haltung wider: Nur 33 Prozent der befragten IT-Leiter rechnen mit einem vereinfachten Management virtualisierter Anwendungen. Ein ganz ähnliches Bild ergibt sich bei Software as a Service: Hier wird Software je nach Bedarf bezogen und abgerechnet. Im Zuge der momentanen Wirtschaftskrise bietet SaaS ein flexibles »Pay per use«-Modell und damit eine attraktive Möglichkeit, Lizenzkosten einzusparen. Wird die Software auftragsbedingt seltener oder von weniger Anwendern genutzt, verringern sich automatisch die Kosten. Ein weiterer Vorteil liegt darin, auf sicherem Wege die jeweils aktuellste Softwareversion zu beziehen, ohne viel Zeit und Ressourcen in das Update-Management investieren zu müssen. Laut den Studienergebnissen planen 39 Prozent der Befragten Investitionen in SaaS, 16 Prozent haben SaaS bereits im Einsatz. Nur 21 Prozent wollen bei der fest installierten Variante bleiben, 24 Prozent bevorzugen eine Kombination aus beidem. Lizenzierung als Chance? SaaS und Virtualisierung sind heute bereits weit über das Buzzword-Stadium hinaus. Sowohl Anwenderunternehmen wie auch Softwareanbieter setzen sich gleichermaßen damit auseinander. Während die Anwender vor allem unsicher sind, was das Lizenzmanagement angeht, fürchten die Anbieter rückläufige Lizenzumsätze. Das ist angesichts der mittlerweile flächendeckenden IT-Durchdringung und einem eher schleppenden Lizenzneugeschäft eine nachvollziehbare Sorge. Doch hier gilt es, der Nachfrage mit Lizenzierungslösungen gerecht zu werden, die eine Autorisierung und Nutzungskontrolle in virtuellen Umgebungen erlauben. Sonst lässt sich nur noch ein (immer kleiner werdender) Teil des Marktes bedienen. Oder der Lizenzmissbrauch steigt an. Neben der Verhinderung von Missbrauch ist auch die Erschließung neuer Märkte ein wichtiges Argument. Wer als Hersteller im Healthcare-Umfeld beispielsweise hochpreisige Röntgengeräte für die Kieferchirurgie und Kieferorthopädie vertreibt und die Kernzielgruppe aus Kliniken und hochspezialisierten Gemeinschaftspraxen bereits versorgt hat, kann durch die Adressierung kleinerer Praxen neue Absatzmärkte generieren. Da sich der niedergelassene Zahnarzt auf dem Land kein großes Röntgengerät wird leisten können, muss ein anderes Lizenzmodell her. Eine Überlegung kann sein, den Kunden nach Verbrauch zahlen zu lassen. Der Zahnarzt spart damit die hohen Anschaffungskosten, bietet seinen Patienten aber trotzdem hochwertige Aufnahmen, die er wiederum einzeln mit dem Röntgenhersteller abrechnet. Über ein Messmodul erfasst die Lizenzmanagementsoftware wie häufig das Röntgengerät genutzt wurde und hat damit eine Grundlage für die Abrechnung. Lizenzierung leicht gemacht Viele Softwarehersteller wie auch Unternehmenskunden erkennen die Notwendigkeit einer übergreifenden und transparenten Lizenzmanagementlösung. Auf Kundenseite zählt das beruhigende Gefühl, die Vorteile von Virtualisierung oder SaaS nutzen zu können und trotzdem alle Lizenzen immer eindeutig im Blick zu haben. Zeit- und kostenintensive Audits können abgehakt werden. Softwarehersteller können dem Kunden, der auf Virtualisierung oder SaaS setzt, die Möglichkeit bieten, sämtliche Lizenzen ordnungsgemäß zu verwalten – ein wichtiger Aspekt, auch wenn es darum geht, sich vom Mitbewerb abzugrenzen. Gleichzeitig wird der Helpdesk des Herstellers entlastet, der sich immer wieder mit Lizenzfragen der Kunden beschäftigen muss. Statt selbst zu entwickeln, haben Softwarehersteller inzwischen mehrere Möglichkeiten, Lizenzierungstechnologie einzukaufen. So gibt es heute OEM-Produkte, die über API-Schnittstellen in den Software-Code eingebunden werden und damit in der Lage sind, Nutzerdaten abzufragen. Über eine Managementkonsole hat der Kunde Einblick in seine Lizenzen. Ein Angebot, das sich im gegenwärtigen Lizenz-Wirrwarr auszahlt. Ansgar Dodt ____________________________________ Ansgar Dodt ist Regional Vice President SRM EMEA und Software-Rechte-Management-Spezialist bei Safenet ____________________________________ [1] Die Studie wurde von Vanson Bourne in Auftrag von Safenet, einem Lösungsanbieter für Unternehmenssicherheit und Software Rechte Management, im Dezember 2009 durchgeführt. In Deutschland wurden je 100 IT-Leiter von Unternehmen und Organisationen mit mehr als 500 Mitarbeitern in den Branchen Finanzdienstleistung, Retail, Transport und Distribution, Fertigung und öffentliche Hand befragt. |