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Business Rules Management gewinnt bei Banken an Bedeutung Alles geregelt Regeln gibt es in den einzelnen Bereichen einer Bank viele: zur Gestaltung von Preisen und Konditionen, Bewertung von Kreditrisiken oder zur Überprüfung des Zahlungsverkehrs. Sie bestimmen einen Großteil des operativen Geschäfts. Generell gilt, dass Entscheidungen durch Regeln bestimmt werden, die der jeweilige Fachbereich definiert. Die Schnittstelle zwischen Fachbereich und IT-Abteilung ist dabei fließend. Die Erfahrung zeigt: Je einfacher es für Fachexperten ist, Regeln selbst zu erstellen, zu ändern und zu testen, desto weniger Aufwand entsteht der IT und desto schneller kann das Finanzinstitut auf Anforderungen des Marktes reagieren – essenziell für die sogenannte »Time to Market«.
ür ihr Regelmanagement setzen Banken häufig ein Business Rules Management System (BRMS) ein. Hierbei können Fachexperten ihr Wissen als Regeln leicht in Software umsetzen, die die IT-Spezialisten im Anschluss implementieren und in die Anwendungslandschaft der Bank integrieren. So müssen Fachexperten keine IT-Spezialisten werden und umgekehrt. Die Voraussetzung für diese Aufgabenteilung ist, dass das Business treibende Kraft für die Erstellung und den Unterhalt der Regeln ist. Dann können Änderungen innerhalb kurzer Zeit ins Produktivsystem einfließen. Die folgenden Ausführungen erläutern, unter welchen Voraussetzungen Finanzinstitute ein BRMS gewinnbringend einsetzen und in welchen Bereichen es wichtig ist, schnell auf veränderte Anforderungen zu reagieren. BRMS vielseitig einsetzbar Vor, während und nach der Wirtschaftskrise: Dynamik bestimmt die Finanzbranche. Wer die Regeln in seinen Business-Anwendungen schnell anpassen kann, ist im Vorteil gegenüber den Mitanbietern. Die Voraussetzung ist, dass Geschäftsregeln von technischen Anwendungsteilen getrennt sind. Fachexperten, Business Analysten, können komplexe Geschäftslogik selbst erstellen und ändern ohne ihre IT-Kollegen zu fragen oder lange auf die Umsetzung warten zu müssen. BRMS sind in Banken vielseitig einsetzbar. Sie unterstützen zum Beispiel die Antragsprüfung und -bearbeitung im Kreditgeschäft. Sie ermöglichen die Bewertung von Kreditrisiken und die Erkennung von Betrug. Sie gleichen Kundendaten automatisch gegen Sanktionslisten mit bis zu einer Million Einträgen. Implementierte Regeln helfen zudem, möglichen Marktmissbrauch durch eigene Mitarbeiter zu erkennen, sollten diese Insiderinformationen zur Manipulation des Marktes oder für ihre eigenen Handelsgeschäfte nutzen. Darüber hinaus unterstützen BRMS Banken beim Kontoeröffnungsprozess, denn Regeln sorgen dafür, dass der Kundenberater die Hinweise bekommt, die er braucht, um ein Konto für einen Neukunden anzulegen Ein anderes Einsatzgebiet ist die Steuerung von Dokumenten für Kampagnen. Zielgenau können Kunden so entsprechend ihrer Interessen mit Unterlagen und Informationen bedient werden. BRMS haben einen großen Aktionsradius und vielfältige Einsatzbereiche. Doch allgemein verfolgen Banken ähnliche Ziele. Sie wollen zum einen die Agilität und Änderungsgeschwindigkeit ihrer Anwendungen erhöhen und zum anderen die Qualität ihrer Daten verbessern. Sie wünschen sich, Prozesse und Workflows gezielt zu steuern sowie die Nachvollziehbarkeit der fachlichen Regeln zu erhöhen. Zugleich möchten die Finanzinstitute dem Fachbereich die Möglichkeit geben, seine fachliche Expertise direkt und ohne Umweg über die IT in die Softwareanwendung umzusetzen. Last but not least gilt es, Revisionssicherheit zu gewährleisten. Interessen und Herausforderungen im Wandel Bei der Entscheidung für neue Technologien spielen die Interessen verschiedener Stakeholder eine Rolle. Mitarbeiter brauchen eine effiziente, nutzerfreundliche Arbeitsumgebung, Das Management wünscht sich Tools, die dem Unternehmen Sicherheit, Wettbewerbsvorteile und Flexibilität bringen. Kunden bleiben einem Institut treu, wenn sie sich sicher und gut betreut fühlen. Eine Studie des Softwareherstellers Innovations Software Technology zum Thema »Vertrauen in Kundenberater« zeigt, dass Berater glaubwürdiger wahrgenommen werden, wenn die Bank die persönlichen Finanzgeschäfte ihrer Mitarbeiter kontrolliert. 85 Prozent der Befragten fühlen sich demnach sicherer, wenn die Bank eine Kontrolllösung im Einsatz hat. Für einen Anteil von immerhin 21 Prozent wäre dies sogar eine ganz zentrale Maßnahme zur Vertrauensgewinnung. Fest steht: Die Veränderungsgeschwindigkeit in der Finanzbranche nimmt durch internationalen Wettbewerb, neue Gesetze und Regeln sowie technische Weiterentwicklungen stetig zu. Finanzdienstleister müssen daher reagieren und Maßnahmen ergreifen, die die Reputation sichern und das Vertrauen der Kunden bewahren. Praxisbeispiel: BRM in der Stammdatenpflege bei der Eurex Die Eurex ist ein Joint Venture der Deutschen Börse AG und der SWX Swiss Exchange. Als größte Derivatbörse der Welt ist die Eurex einer der wichtigsten Marktanbieter in den Bereichen Repo (Rückkaufvereinbarungen) sowie Securities Lending und Borrowing (Leihenhandel von Wertpapieren) in Europa. Um die immer voluminöser werdende Stammdatenpflege zu automatisieren und die Qualität der Daten zu optimieren, suchte die Eurex nach einer IT-gestützten Rules Engine, die nahe am Business und der IT ist. Oberstes Ziel waren konsolidierte und leicht änderbare Regeln, denn jeder Mitarbeiter folgte eigenen Regeln für die Erfassung der Stammdaten. Durch das Arbeiten mit dem BRM-System Visual Rules der Innovations Software Technology konnte das Unternehmen eine einheitliche Basis von Regeln schaffen und diese innerhalb der Abteilung konsolidiert im Data Care Manager umsetzen. Francisco Gonzalez, Head of Eurex Seclend, kommentiert: »Mit unserem Business Know-how und grundsätzlichem Logikdenken kann unsere Abteilung heute die Regeln der Stammdatenpflege ohne Unterstützung der IT mit Durchgriff in das Produktivsystem ändern. Dadurch haben wir eine enorme Reaktionsgeschwindigkeit als Antwort auf die Dynamik des Marktes erreicht. Und wir sind heute bei einer Automatisierung von 98 Prozent.« Das Exception Handling schaffen die Eurex-Mitarbeiter dabei nebenher. Gonzalez weiter: »Nicht nur die Automatisierungsquote überzeugt. Auch die Qualität der Stammdatenpflege ist seit Einsatz des regelbasierten Master Data Management optimal. So schnell wie heute hatten wir unsere Änderungswünsche noch nie im System verfügbar. Sobald wir unseren fachlichen Änderungsprozess durchlaufen haben, können wir die Regeln zur Laufzeit produktiv nehmen – ohne das System zu stoppen.« Das Beispiel zeigt: Die Vorteile, die der Einsatz von BRM Finanzinstituten bietet, sind vielfältig. An erster Stelle stehen jedoch immer die Kriterien Flexibilität und Geschwindigkeit beim Ändern von Regeln, egal in welchem Fachbereich. n
Beispiele von Regeln:
Einsatzbereiche für ein Business Rules Management: · Rechnungsprüfung · Risikobewertung von Leasingverträgen · Kreditrisikobewertung · Kreditmanagement · Kreditportfoliomanagement · Stammdaten-Pflege / Master Data Management · Dokumentensteuerung · Risikoklassifizierung · Anti-Geldwäsche · Embargoüberwachung · Erkennen von Insiderhandel · Prävention von Betrug · Überwachung des Zahlungsverkehrs · Kontoeröffnung · Customer Relationship Management · Vertragsmanagement · Provisionsberechnung · Kampagnenmanagement · Forderungs- und Zahlungsmanagement Vorteile für ein Finanzunternehmen: · Höhere Änderungsgeschwindigkeit der Fachlichkeit in den Unternehmens-IT-Systemen · Zielgerichtete Nutzung von IT- und Fach-Ressourcen · Intuitive, grafische Erstellung der Geschäftsregeln und deren fachliche QS durch den Fachbereich · Geschäftsregeln bleiben in den produktiven Systemen nachvollziehbar und revisionssicher · Eingrenzung von Reputationsrisiken · Minimierung von Risiken bei der Kreditvergabe · Schutz vor Kriminalität, Terrorismusfinanzierung und Betrug · Höhere Kundenorientierung · Bessere Prozesssteuerung · Qualitätssteigerung von Daten und Prozessen
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