20100910zi Objective Partner Schufa Reuter Release Management

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Einheitliches Release-Management bei der Schufa

Transparent unter einem Dach

Projektbezogen unterschiedliche Dokumentationen und Konfigurationen, uneinheitliche Versionierung, ungestützte Change-Prozesse – in vielen Unternehmen führt das Release-Management ein Schattendasein als ungeliebte, aufwandssteigernde Pflichtaufgabe im Bereich Software-Entwicklung. Zu Unrecht: Der Informationsdienstleister Schufa nutzt ein IT-gestütztes Release-Management als Hebel zu mehr Qualität und Transparenz – sowohl im technischen wie im kommerziellen Sinne.

 

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Im Change- und Konfigurationsmanagement haben wir bis dato ähnlich wie andere Unternehmen gearbeitet. Abhängig von Projekt und Projektleitung wurden Pakete, Versionierungen und Dokumentationen sehr unterschiedlich gehandhabt. Standards bei den Prozessen und Tools fehlten«, beschreibt Frank Jungbeck, Software-Architekt und Mitglied des Architektur-Boards der Schufa die Ausgangslage bei Projektbeginn.

So reichte das Spektrum bei den Tools vom Excel-Klassiker zur Änderungsverfolgung bis hin zur Abwandlung entwicklungstypischer Tools wie DOORS oder ein CVS für die Verwaltung von Dokumenten und Dateien. Die Vielfalt der Tools reflektierten dabei für Frank Jungbeck und seine Kollegen leider auch große Unterschiede in den Prozessen, der Organisation, der Terminologie und im Problembewusstsein. Zudem wuchsen die Herausforderungen, weil auch bei der Schufa in steigendem Umfang externe Partner im Bereich Software-Entwicklung aktiv sind – und weitere Varianten einbringen.

Die Projektziele: Transparenz und Nachvollziehbarkeit

Einer dieser langjährigen Partner ist die Objective Partner AG. Gemeinsam mit deren IT-Consultant Bastian Hopp setzte man ein Projekt auf, das die Vorgänge im Bereich Release-Management standardisierter, prozessorientierter, nachvollziehbarer und für alle Beteiligten intuitiver gestalten sollte. Als Basis wurde hierfür die Applikations-Suite Synergy/Change von IBM (früher Telelogic) gewählt, die durch Anpassungen auf die unternehmensspezifischen Anforderungen bei der Schufa und deren Anwendungen zugeschnitten werden sollte.

Das Projekt wurde in zwei etwa sechsmonatige Umsetzungsphasen aufgeteilt. Im ersten Schritt wurden die Anpassungen für Change Requests und Releases einer exemplarischen, relativ komplexen Schufa-Anwendung vorgenommen und getestet. Im zweiten Schritt sollten auf Basis dieser Erfahrungen ein allgemeines Prozess- und Versionierungskonzept für Anwendungen erarbeitet, über die Tool-Suite transparent abgebildet und als Standardprozess verankert werden. Involviert waren dabei die Analyse- und Design-Teams verschiedener Anwendungen, fachliche Review-Gremien und das Change Control Board. Die Umsetzung und Anpassung der Tool-Suite oblag einem dreiköpfigen Team unter Beteiligung der Objective Partner AG.

»Das Hinzuziehen externer Berater war ein wesentlicher Schlüssel zum Erfolg des Projekts. Das Team der Objective Partner hat uns in technischen Fragen umfänglich beraten, sorgfältig evaluiert und dann das Projekt in Zeit und Budget umgesetzt. Die erfolgreiche Arbeit wird von uns auch deshalb hoch eingeschätzt, weil hier eine sehr technisch orientierte Umsetzung in enger Abstimmung mit unserem fachlich eingesetzten Personal durchzuführen war«, so Frank Jungbeck.

Prägendes Dreigestirn: Projekt-Release-Aufgabe

Warum nun stufte die Schufa die Applikations-Suite Synergy/Change als geeignetes Basistool ein? Die große Stärke von Synergy ist die Kopplung der Versionierung mit der Release- und Konfigurationsverwaltung. Ein Projekt beschreibt eine Anzahl von Dateien (Code, Dokumente etc.), die in einem logischen Zusammenhang und in einem Verzeichnissystem stehen. Diese Dateien dürfen nur über Aufgaben (Tasks) geändert werden. Jedes Projekt und jede Aufgabe hat genau ein Release – jede Änderungsaufgabe führt zu einem neuen Release. Dieser »Zwang« ist Basis für die Zuverlässigkeit und die Umfänglichkeit des Release-Managements. Jedes Release ist vollständig, nachvollziehbar und inklusive der Konfigurationen und Dokumentation systematisch abgelegt.

Als übergeordnete Kategorie können die Projekte zu umfassenderen Gesamtprojekten verschachtelt werden, dabei ist stets transparent, welche (Unter-)Releases zu den einzelnen Projekten aktiviert sein müssen und bei Weiterentwicklungen sind nur Veränderungen auf Basis aktivierter (freigegebener) Releases möglich.

 


 

Ein weiterer Vorteil gegenüber Systemen wie CVS ist die Möglichkeit, in Synergy Releases im Release-Baum zu aktivieren oder zu deaktivieren. Weil der Zugriff auf ein Release nur bei Aktivierung aller beteiligten Releases möglich ist, kommt dies einer zentralisierten Zugriffskontrolle gleich.

Change wiederum ist eine Anwendung zur transparenten Definition, Verwaltung und Verfolgung von Change Requests inklusive einer Query Engine zur Erstellung von Arbeitslisten und Reports. Ein Plus der Suite: Beide Anwendungen sind über eine gemeinsame Datenbank miteinander verknüpft, so dass über die gemeinsame Abfragesprache und APIs aussagekräftige Reports und Auswertungen gefahren werden können.

Der Schufa Change-Prozess heute

Auf Basis der Software ist der Change-Prozess bei der Schufa heute ein mehrstufiges Verfahren – von der Problemerfassung durch Analyseteams (fachliche motivierte Änderungen) oder Designteams (technisch motivierte Änderungen) über ein Review bis hin zur Beauftragung und Verfolgung der Change Requests.

 

 


 

Vergibt der Verantwortliche die für den Change Requests notwendigen Tasks, so stößt dies wiederum direkt den Release-Prozess und die entsprechende Abbildung in Synergy an. Damit sind die Konfigurationen und zugehörigen Dokumentationen mit dem Release erfasst und nachvollziehbar abgelegt.

Das Ergebnis: deutlich mehr Transparenz und toolgestützte Prozessstandards

Mit der jetzt abgeschlossenen Restrukturierung und konsequenten Standardisierung des Release-Managements kann die Schufa die gesamte Wirkungskette vom Change Request, die Umsetzung in Aufgaben (Tasks) bis hin zu den Entwicklungsartefakten automatisiert dokumentieren und nachverfolgen. Die Change-Prozesse sind über die Toolunterstützung via Synergy/Change-Anpassungen standardisiert und stabilisiert worden. Der Vorteil dieser Lösung ist, dass mit Hilfe von frei konfigurierbaren Workflow-Management-Anwendungen, den vorhandenen Release-Management- und Versionierungstools und einigen Schnittstellen zwischen Synergy und Change eine echte Prozessunterstützung verankert werden kann, die allen technisch wie kommerziell Verantwortlichen jederzeit Überblick über den Releases-Status der Entwicklungsprojekte gewährt.

Diese Transparenz und Prozessstandardisierung erleichtert es, externe Entwicklungspartner an Entwicklungsprojekten zu beteiligen und dabei gleichzeitig die Transparenz- und Qualitätsanforderungen der Kunden und Geschäftspartner zu erfüllen.

»Wie bei jedem Veränderungsprozess mussten Mitarbeiter von liebgewonnenen Tools und Verfahren Abschied nehmen. Gerade unseren Entwicklern hat die Umstellung von CVS auf Synergy/Change einiges abverlangt, zumal diese beiden Tools bei ähnlicher Terminologie völlig andere Bedienkonzepte nutzen. Doch von den neuen, standardisierten Prozessen profitieren alle. Die Vorteile für die technisch oder kommerziell Verantwortlichen werden spätestens bei der zuverlässigen Bereitstellung gültiger Release-Stände und der mühelosen Nachverfolgung von früheren Änderungen oder laufenden Change Requests sichtbar«, urteilt Frank Jungbeck über das erfolgreiche IT-Infrastrukturprojekt bei der Schufa.

Frank Jungbeck

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Frank Jungbeck ist seit 2003 bei der Schufa HOLDING AG tätig. Er begleitete dort im Rahmen seiner Tätigkeiten verschiedene Rollen (Anforderungs- und Changemanagement, Releasemanagement und Architekturmanagement) und ist seit 2006 Mitglied im Architekturboard. Nach seinem Studium der Informatik war er in unterschiedlichen Unternehmen der Finanzdienstleistungen tätig und begleitete dabei mehrere größere Entwicklungsprojekte in unterschiedlichen Funktionen. Seine Tätigkeitsschwerpunkte liegen in den Bereichen Software-Entwicklungsprozesse, Software-Architektur und Enterprise-Architecture-Management.

 

 


 

 

 


 

 


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