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Logische Thin Clients schützen Investitionen und senken Kosten Gnadenfrist für PCs Der kurze Einsatzzyklus von PCs ist weder ökonomisch noch ökologisch gerechtfertigt. Immer mehr Unternehmen migrieren stattdessen auf eine zentrale IT-Infrastruktur und betreiben »alte« PCs als logische Thin Clients weiter.
ie über viele Jahre etablierte Praxis, Unternehmens-PCs alle drei bis vier Jahre zu erneuern, bereitet vielen IT-Verantwortlichen Bauchschmerzen. Eine alternative Desktop-Strategie sieht so aus: Statt in neue Windows-7-Maschinen zu investieren, wird eine zentrale IT-Infrastruktur aufgebaut beziehungsweise modernisiert. Die bestehenden PCs werden mittels Migrationssoftware in sogenannte logische Thin Clients umgewandelt. Das neue, schlanke und geschlossene Linux-OS kommt zum Beispiel vom USB-Stick, macht den logischen Thin Client fernadministrierbar und beseitigt typische Systemschwächen wie lokale Datenspeicherung, Anwenderselbsthilfe oder Virenanfälligkeit. Der Desktop kommt jetzt aus dem zentralen Rechenzentrum oder der Cloud. Falls tatsächlich notwendig, lässt sich Windows 7 bei Bedarf kurzfristig mittels virtueller Desktops ausrollen. Investitionen aufschieben, Kosten senken. Laut einer Gartner-Studie lassen sich mithilfe von Thin-Client-Software je PC-Arbeitsplatz zirka 400 Euro an Investitionskosten um zwei bis vier Jahre verschieben. Die Nutzer der logischen Thin Clients greifen ausschließlich auf zentral gemanagte IT-Anwendungen zu, die in einem internen oder externen Rechenzentrum gehostetet werden. Für die Bereitstellung kommen Technologien wie Server Based Computing (SBC), virtuelle beziehungsweise virtuell gehostete Desktops und Cloud Services in Frage. Dabei gilt das SBC laut Gartner als die effizienteste Lösung. Dessen Gesamtkosten unterbieten die einer ungemanagten PC-Umgebung (Client-Server-Netzwerk) um 50 Prozent, danach folgt die virtuelle Desktop-Infrastruktur (VDI) mit einem finanziellen Vorteil von bis zu 10 Prozent. Dazu kommen die kurzfristigen Investitionskostenersparnisse aus der sanften Desktop-Migration. Denn die Thin-Client-Software, zum Beispiel der Universal Desktop Converter (UDC) des deutschen Thin-Client-Marktführers Igel, kostet beispielsweise nur ein Zehntel des Anschaffungspreises eines Business-PCs. Effizientes Management, hohe Sicherheit. Die softwareseitige Standardisierung der Desktop-Umgebung mittels Thin-Client-Software birgt vor allem aber auch die Chance, alle Desktops in einer einheitlichen, auf Wunsch sogar kostenfreien Managementlösung zu verwalten und den gesamten Pool an logischen und echten Igel-Thin-Clients gruppenbasiert fern zu administrieren. Ab dem ersten Tag der Desktop-Migration können die Managementkosten dann um bis zu 70 Prozent sinken, so eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Fraunhofer Instituts Umsicht.
Ein weiterer Vorteil logischer Thin Clients gegenüber dem Desktop-PC liegt in der deutlich geringeren Manipulierbarkeit. Im Falle der Igel-Software UDC werden während des Installationsvorgangs alle Festplatten und Flash-Speicher des zu konvertierenden Endgeräts – das können neben x86-kompatiblen PCs und Laptops auch Igel-fremde Thin Clients sein – bewusst gelöscht. Für den Anwender sind sie fortan unsichtbar. Die Datenspeicherung erfolgt somit ausschließlich im Rechenzentrum, wo professionelle Sicherungsmechanismen greifen. Das Linux-Betriebssystem des UDC ist ferner resistent gegen Viren. Das spart teure Einzelplatzlizenzen für Antivirensoftware. USB-Ports sind per Default gesperrt und lassen sich gezielt für einzelne Peripheriegeräte freigeben. Verschiedene Implementierungswege. Das Konvertieren eines PCs in einen logischen Thin Client kann auf mehreren Wegen erfolgen. Im Falle der Igel-Software teilt sich der Implementierungsprozess in zwei Schritte auf: Installation und Lizensierung. Erstere erfolgt je nach Präferenz entweder direkt am Endgerät per USB-Token, USB-Memory-Stick, CD oder das Netzwerk. Die Lizenzen für die Thin-Client-Software erhält der Kunde mittels SIM-Karte, die in einen speziellen USB-Token eingelegt wird. Übertragen werden die Lizenzen entweder im Verlauf der Installation auf jedes einzelne Gerät oder gesammelt über die Konsole der Universal Management Suite (UMS). Dort werden alle konvertierten und noch nicht lizenzierten Endgeräte automatisch angezeigt, um sie gesammelt mit der Lizenz zu versehen und somit freizuschalten. Einsatzvielfalt: Features und Firmware-Pakete. Wegen des bewussten Verzichts auf lokale Anwendungsinstallationen sollten logische Thin Clients ein möglichst breites Spektrum an intern beziehungsweise extern gehosteten IT-Infrastrukturen unterstützen. Neben den essenziellen Softwareclients für das klassische Server Based Computing (SBC) unter Microsoft Windows Server und Citrix Xen App zählt dazu insbesondere die Unterstützung der beiden führenden Desktop-Virtualisierungslösungen Vmware View und Citrix Xen Desktop – inklusive PCoIP- und HDX-Support. Darüber hinaus kann es sinnvoll sein, dass die Firmware auch einen direkten Zugriff auf IBM-Mainframe-, SAP-Umgebungen oder Cloud Computing Services erlaubt. Um auch Mischszenarien abbilden zu können, sind gegebenenfalls spezifische Softwareclients, Terminalemulationen sowie ein integrierter Web-Browser erforderlich. Ein technologisch offenes und anbieterunabhängig gestaltetes Thin-Client-OS erfüllt diese Voraussetzungen. Finish: der zweite Migrationsschritt. Die schrittweise Migration mittels logischer Thin Clients erlaubt den kostengünstigen Übergang in eine nachhaltige und effiziente Desktop-Infrastruktur. Erreicht die PC-Hardware des logischen Thin Clients ihr Lebensende, wird sie spontan binnen weniger Minuten durch einen echten Thin Client ersetzt, dessen Betriebsdauer typischerweise bei sechs Jahren liegt. Zu dieser faktischen Verdoppelung der Hardware-Investitionszyklen kommt schließlich noch die Energieersparnis: Laut einer Studie des Fraunhofer Instituts Umsicht liegt der Strombedarf für eine 64-Bit-SBC-Umgebung mit Thin Clients um bis zu drei Viertel unter dem eines PC-basierten Client-Server-Netzwerks. Darüber hinaus schafft die konsequente Fernadministration der Thin Clients auch ideale Voraussetzungen für ein Outsourcing von Desktop-Infrastruktur und -Management. Ergänzt durch die Nutzung von Cloud Services oder gehosteten virtuellen Desktops lassen sich die IT-Kosten gegebenenfalls noch weiter minimieren. Hans-Peter Bayerl
A.T.U verwandelt 6.500 PCs in Thin Clients Der deutsche Marktführer im Kfz-Service, ATU Auto-Teile-Unger Handels & Co. KG, migriert bereits seit 2006 konsequent auf Server Based Computing. Das rund 13.000 Mitarbeiter und 650 Filialen zählende Unternehmen stellt seine Anwendungen europaweit vom zentralen Rechenzentrum bereit und betreut auch die Desktop-Geräte in zunehmendem Maße aus der Ferne. ATU spart somit im Vergleich zum ursprünglichen Client-Server-Netzwerk jährlich etwa 25 Prozent an Supportkosten ein. Um das Thin Client Computing auf alle Filialen auszudehnen, konvertiert ATU in Ergänzung zu den 1.200 bestehenden Thin Clients noch rund 6.500 PCs mithilfe der Universal Desktop Converter Software von Igel. »Auf diese Weise staffeln wir die Gesamtausgaben der unternehmensweiten Migration über einen längeren Zeitraum«, erklärt IT-Leiter Manfred Gerlach. »Die PCs sind bereits abgeschrieben, die Umstellung ist einfach und kostengünstig.«
Der Implementierungsprozess teilt sich in zwei Schritte auf: Installation und Lizensierung. Erstere erfolgt entweder direkt am Endgerät per USB-Token, USB-Memory-Stick, CD oder das Netzwerk. Die Lizenzen werden entweder im Verlauf der Installation auf jedes einzelne Gerät oder gesammelt über die Konsole der Universal Management Suite (UMS) übertragen.
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