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Cloud Computing Echter Paradigmenwechsel oder alles nur heiße Luft? Was haben GMX, Flickr und MobileMe gemeinsam? Sie alle stammen aus dem Reich der Wolken. Am Thema Cloud Computing führt zurzeit kein Weg vorbei. Nicht nur Privatverbraucher, auch immer mehr Unternehmen vertrauen auf das Angebot aus der Wolke. Sind doch die Vorteile verlockend: weniger Aufwand, hohe Flexibilität und geringere Kosten. Doch Cloud Computing ist nicht nur eine Alternative zum Eigenbetrieb von Hard- und Software, sondern eröffnet auch neue technologische Möglichkeiten und Geschäftsmodelle – vor allem für mittlere und kleinere Unternehmen (KMU). Mittelfristig wird Cloud Computing in der Geschäftswelt zweifellos zu einem Paradigmenwechsel führen.
llein in Deutschland war der Markt für Cloud-Dienste im vergangenen Jahr schon 380 Millionen Euro schwer, so die Marktanalysten von IDC. Und bis 2014 rechnen die Experten mit einem jährlichen Wachstum von durchschnittlich 41 Prozent. Die Kollegen von Gartner prophezeien Cloud Services ebenfalls eine große Zukunft: Laut ihren Untersuchungen werden sich die weltweiten Umsätze aus Cloud-Services in den kommenden Jahren nahezu verdreifachen und bis 2014 fast 150 Milliarden Dollar erreichen.
SaaS, IaaS, PaaS – Wo geht's hier lang im Cloud Computing-Dschungel Sprechen Anwender heute von Cloud Computing, meinen sie häufig einzelne Cloud-Services wie zum Beispiel Speicherplatz, den sie aus dem World Wide Web beziehen. Doch einzelne Anwendungen ergeben noch keine Cloud. Sie sind nicht einmal ein Wölkchen, sondern eher ein Wassertropfen, aus deren Summe die Wolke entsteht. Der Begriff Cloud Computing bezeichnet vielmehr die Gesamtheit der verschiedenen Cloud-Services. Das Angebot reicht von der Bereitstellung großer Rechenleistungen und Speicherplätze über Groupware-, Archivierungs- und IT-Security-Lösungen bis hin zur CRM (Customer-Relationship-Management)-Anwendung. Abhängig von der Art der Dienstleistung lässt sich zwischen SaaS, Infrastructure as a Service (IaaS) und Platform as a Service (PaaS) unterscheiden. Bei Ersterem werden standardisierte Anwendungen wie zum Beispiel E-Mail-Services einer Vielzahl von Benutzern gleichzeitig zur Verfügung gestellt. Bei IaaS hingegen handelt es sich um Infrastrukturdienste wie Rechenleistung oder Speicherplatz. PaaS geht noch einen Schritt weiter und bietet zusätzlich Betriebssysteme und Entwicklertools über das Netz an. Darf's von der Public Cloud sein oder von der privaten? Die Vorteile des Cloud Computing liegen auf der Hand: Ohne hohe Anfangsinvestitionen wie beim Produktkauf »mietet« der Kunde den IT-Service für eine fortlaufende Servicegebühr. Dadurch sind weder hohe Fixkosten für Hard- und Software noch eine eigene IT-Abteilung notwendig, die das System pflegt. Gleichzeitig gewinnt der Kunde Flexibilität, denn viele der angebotenen Cloud-Services lassen sich monatlich kündigen. Je nach Bedarf und Sicherheitsanforderungen können Unternehmen diese Dienste aus Public, Private oder Hybrid Clouds beziehen. In den Public Clouds stellen verschiedene Anbieter ihr meist hoch standardisiertes Angebot vielen Kunden öffentlich über das Netz zur Verfügung. Das Angebot aus der öffentlichen Wolke reicht von revisionssicheren Archivierungssystemen über Anti-Spam-Services bis hin zu komplexen, Cloud-basierten Telefonanlagen. Der Zugang bei den Private Clouds ist hingegen beschränkt. Darüber liefert der Anbieter meist nur einem einzelnen Kunden oder einem überschaubaren Kundenkreis unternehmensspezifische Serviceleistungen. In diesem Fall weiß der Kunde genau, in welchem Land oder gar in welchen Rechenzentren seine Daten liegen. Der Vorteil der Private Cloud: Die Verwaltung von Daten und Diensten erfolgt auf höchstem Sicherheitsniveau. Allerdings geht das zu Lasten der Flexibilität, da die dynamische Verteilung auf mehrere Ressourcen nicht möglich ist. Zudem entfällt zumindest ein Teil der Skaleneffekte und damit der Kostenvorteile. Ein Hybrid-Ansatz hingegen kombiniert die Möglichkeiten der beiden anderen Clouds. Aus einer Public Cloud liefert der Dienstleister sämtliche unkritischen Dienste, in der Private Cloud verwaltet er alle sensiblen Daten. Es ist nicht überall Cloud »drin« Doch egal, ob aus der Public, Private oder Hybrid Cloud – immer mehr Anwender werden in Zukunft Software- und Hardwareressourcen nutzungs- oder zeitabhängig aus den Clouds beziehen. Die Folge: Die Landschaft der Hard- und Softwarehersteller wie wir sie heute kennen wird sich grundlegend verändern. Ein Großteil der heutigen Hersteller wird von der Bildfläche verschwinden. Aufgrund von starren Unternehmensstrukturen, der Scheu vor neuen Kosten oder auf Druck der Investoren versuchen viele Anbieter, ihre bereits bestehenden Produkte einfach nur umzubauen und ihnen ein Cloud-Label zu verpassen. Doch eine Namensänderung allein reicht in den meisten Fällen nicht aus, um auf dem veränderten Markt bestehen zu können. Denn Cloud Computing heißt nicht nur, bereits bestehende Anwendungen in die Cloud zu verlagern und von dort zu beziehen. Durch die Wolke sind technisch völlig neue Dienste und somit auch Geschäftsmodelle auf dem Gebiet der Soft- und Hardware möglich. Wie das erfolgreich geht, zeigen bereits einige der heutigen Hersteller wie etwa Apple mit mobileMe oder Google mit GoogleApps. Auch viele neue, vor allem kleine und wendige Anbieter, werden die neuen Geschäftspotenziale von Cloud Computing erkennen und mit ihrem Angebot auf den Markt drängen. Denn eines steht fest: Wir befinden uns erst am Anfang des »Cloud Computing Zeitalters.« Setzen Unternehmen Cloud-Services zielgerecht und intelligent ein, profitieren sie schon heute von vielen Vorteilen und Möglichkeiten – und das kann ein entscheidender Wettbewerbsvorteil gegenüber der Konkurrenz sein. Allerdings ist zu beachten, dass viele Produkte am Markt momentan noch nicht ganz ausgereift sind. Bisher können Unternehmen zum Beispiel nur einzelne Elemente in die Cloud verlagern und müssen die jeweiligen Services meist mühsam selbst zusammenstellen. Für mehr Transparenz können IT-Anbieter und Distributoren sorgen, die die Cloud-Services der verschiedenen Hersteller bündeln und eine passende Produktpalette anbieten. Doch bisher sind nur wenige davon auf Cloud Computing spezialisiert.
Wolke eröffnet KMU neue Horizonte
... und neue Geschäftspotenziale Entscheidend bei Cloud Computing sind nicht nur die Services, sondern auch die neuen Geschäftspotenziale, die sich mit Cloud-Services für KMU und selbst für Ein-Mann-Betriebe eröffnen. So erschließt Cloud Computing zum Beispiel im Kundenbeziehungsmanagement völlig neue Dimensionen: Erfolg von Marketingkampagnen auswerten, Aktivitäten zur Kundenansprache dokumentieren oder Profile potenzieller Neukunden anlegen war bislang oft Fehlanzeige. Doch gerade solche Informationen bilden die entscheidende Datenbasis, um bestehende Kunden individuell anzusprechen und neue zu gewinnen. Auch hier war es früher so, dass die dafür nötigen CRM-Systeme für viele Mittelständler zu teuer waren. Die Folge: Sie mussten auf entscheidende Wettbewerbsvorteile verzichten. Doch mit Cloud Computing wendet sich das Blatt um 180 Grad und auch Mittelständler können einfach von den Vorteilen von CRM-Lösungen profitieren. Dass sich daraus Potenzial für Kosteneinsparungen ergibt, ist sicher nicht der Grund, warum mittelständische Firmen ein CRM-Tool aus der Public Cloud einsetzen. Entscheidend ist vielmehr dessen Nutzen, um neue Geschäftsmodelle zu etablieren und sich im globalen Wettbewerb zu behaupten. Hier geht es ans Eingemachte: Die Wolke und die Sicherheit Trotz aller neuen Möglichkeiten: Viele Unternehmen stehen Cloud Computing noch skeptisch gegenüber. Der Grund sind Sicherheitsbedenken. Diese resultieren allerdings meist aus einem Informationsdefizit. Denn gerade für mittelständische und kleinere Unternehmen bedeuten externe Cloud-Services häufig sogar mehr IT-Sicherheit. Durch Cloud Computing stehen bisher kostspielige Sicherheitslösungen wie zum Beispiel Internet Gateways oder Internet-Content-Security-Filter nun auch dem Mittelstand zur Verfügung. Zudem gewährleisten Cloud-Anbieter mit einer Reihe von Technologien ein hohes Maß an Sicherheit. Sie sorgen zum Beispiel dafür, dass Daten verschlüsselt übertragen werden und nutzen identitätsbasierende Sicherheitslösungen. Diese gewährleisten, dass nur befugte Personen auf die Daten und Systeme zugreifen dürfen. Was passiert, wenn beim Provider ein Server ausfällt oder meine Daten irgendwo in der Wolke verloren gehen? Diese Sorge treibt viele potenzielle Nutzer um. Doch auch bei Serverausfällen sind die Daten meist sicher. Denn viele Anbieter verteilen die Daten über mehrere Rechenzentren. Zudem erfolgt oft ein automatisches Backup in der Cloud. Die Datensicherheit in der Wolke ist daher vielfach sogar höher als bei Systemen, die die Anwender selbst hosten. Allerdings hängt dies stark vom jeweiligen Anbieter ab. Unternehmen sollten sich deshalb im Vorfeld genau über die Sicherheitsstandards des Cloud-Dienstleisters informieren. Gerald Hahn __________________________________________ Gerald Hahn, Vorstandsvorsitzender der Softshell AG
Bildquellen: (Quelle: PantherMedia)
Zur Person Gerald Hahn: Gerald Hahn ist Vorstandsvorsitzender der Softshell AG, einem stark expandierenden Spezialdistributor für innovative Dienstleistungen und Anwendungen mit Hauptsitz in München. Er hat langjährige Erfahrungen in der Gründung und dem Aufbau von eigenen Unternehmen ebenso wie in Managementfunktionen in global tätigen Großunternehmen wie Cisco IronPort und dem Internet-Security-Anbieter AVG. Seine Kernkompetenzen liegen in Vertrieb und Marketing, Business Development, Consulting, Kundenbeziehungsmanagement, Personalmanagement sowie IT und Unternehmensführung. Mehr unter: www.softshell.ag
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