20101112y Mobile Strategie

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Mobile Strategie: verbesserte Teamarbeit und Erreichbarkeit

Stellschrauben für mehr Effizienz und Produktivität

Der Anspruch an eine höhere Mobilität der Mitarbeiter nimmt zu. Vor allem mit mehr Mobilität nach Außen und Innen versuchen die Unternehmen, die Effizienz ihrer Einsatzkräfte zu steigern, parallel ihre Kosten zu senken. Eine moderne ITK-Infrastruktur soll dies möglich machen. Die Implementierung der integrierten mobilen Lösung darf sich nicht in einer zu hohen Systemkomplexität, zu hohen Projektkosten und -risiken und später in zu hohen Betriebskosten niederschlagen.

 

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Mehr Mobilität durch Erneuerung der Firmeninfrastruktur spielt für die Entscheider eine zentrale Rolle«, beobachtet Dan Bieler, Director Consulting, European Telecommunications & Networking bei IDC. Diese Erneuerung sei aber weniger das ausgemachte Ziel, vielmehr Mittel zum Zweck. Oder anders gesagt: Der Zugewinn an Mobilität muss sich unter dem Strich, sämtliche Investitionen eingerechnet, für das Unternehmen auszahlen. Allerdings sieht Bieler durch die Einführung mobiler Lösungen für Unternehmen ein »erhebliches Potenzial für Effizienz- und Produktivitätssteigerungen«, allen voran durch eine verbesserte Teamarbeit und Erreichbarkeit. Demzufolge sind nach IDC auch im laufenden Jahr Mobility und optimierte Infrastrukturen die Schlüssel für einen optimierten Personalressourceneinsatz und zur Steigerung des Unternehmenserfolgs.

 

Zudem hat die letzte Finanz- und Wirtschaftskrise die Unternehmensverantwortlichen sensibler in puncto Kosten und Gewinnmaximierung gemacht. Die Mittel für die Erneuerung der Infrastruktur und das Ergebnis, eine höhere Effizienz und Produktivität der Mitarbeiter, müssen in ihren Augen so schnell wie möglich zu einem Return-on-Investment (ROI) führen. So darf sich u.a. die Implementierung der integrierten mobilen Lösung nicht in einer zu hohen Systemkomplexität, zu hohen Projektkosten und -risiken und später in zu hohen Betriebskosten niederschlagen.

 

Richard Diez-Holz, Leiter des Competence Centers IT Infrastructure & Security bei RDS Consulting, zeigt auf gute Voraussetzungen, Projekte für mehr Mobilität der Mitarbeiter zügig, kostensparend und erfolgreich umzusetzen. »Selbst die Einbindung von mobilen Geräten mit unterschiedlichen Betriebssystemen stellt kein Problem mehr dar. In der Cloud gehostete Plattformen können die Geräte und ihr Betriebssystem automatisch erkennen, um sie anschließend ebenso automatisch zu konfigurieren und auszurollen«, skizziert er. Das funktioniere mittlerweile gegenüber allen verbreiteten Betriebssystemen wie Symbian, Apple IOS, Windows Mobile und Android. Somit könnten auch die Smartphones neuer Mitarbeiter, die sie ins Unternehmen mitbrächten, zügig eingebunden werden. »Zudem stellt der Markt versierte Werkzeuge zum Prozess-, Mobile-Device- und Security-Management zur Verfügung, um den mobilen Einsatz der Mitarbeiter zu optimieren und nach allen Regeln der Kunst abzusichern«, ergänzt der Competence-Center-Leiter. Er spricht in diesem Zusammenhang von Mobile Services aus der Cloud, quasi wie aus der Steckdose. »Außerdem sind die neuen Geräteklassen wie das iPad im Vergleich zu den alten Systemen durch lange Akkulaufzeiten und Performanceverbesserungen viel besser nutzbar. Dadurch sind die mobilen Mitarbeiter immer und überall schnell einsatzbereit.«

Für den RDS-Spezialisten steht außer Frage: »Nur wenn die Teilnehmer unterwegs gleichrangig wie im Büro agieren und handeln, also Inhalte und Dokumente bearbeiten sowie Prozesse auslösen können, werden die Zielsetzungen des Unternehmens voll aufgehen: eine deutlich höhere Effizienz und Produktivität ihrer Mitarbeiter. »Soll beispielsweise der Außendienstmitarbeiter unterwegs eine Bestellung auslösen können, müssen allen an diesem Vorgang beteiligten Mitarbeiter automatisch per Workflow alle erforderlichen Daten zur Verfügung stehen«, so Diez-Holz weiter. Für die Ingangsetzung der Vorgangsbearbeitung durch die mobilen Einsatzkräfte empfiehlt er den Einsatz von Microsoft Sharepoint 2010. »Der Sharepoint Designer unterstützt wirkungsvoll beim Prozessdesign mit visuellen Autorenwerkzeugen und eröffnet zahlreiche Schnittstellen zu unterschiedlichen Informationssystemen«, erklärt er. Auch der Zugriff mittels Apple iPhones über Apps auf Backend-Systeme stelle kein Problem mehr dar. »Die Installation und Konfiguration einer Middleware, die die Daten für den mobilen Gebrauch aufbereitet, reicht aus.« Er empfiehlt den Unternehmen die Errichtung eines Enterprise-Katalogs als Informationsdrehscheibe. »Darüber kann die Effizienz und Produktivität des Einsatzes mobiler Lösungen nochmals gesteigert werden.«

 

André Liesenfeld, Product Manager Unified Communications bei Alcatel-Lucent in Deutschland, ist überzeugt: »Durch den konsequenten Einsatz von Unified Communication (UC) in den Unternehmen und unterwegs wird die Effizienz und Produktivität der Mitarbeiter zur Höchstform auflaufen.« Er sieht sämtliche Kommunikations-Tools in ein verändertes Arbeitsumfeld eingebettet, dass zunehmend durch Web 2.0 geprägt werde. Demzufolge sei ein Enterprise 2.0 gefordert, das Kommunikations-Tools zur Verbindungsherstellung und für die Online-Interaktion mit Kunden bereitstelle. »Diese Kommunikationswerkzeuge, allen voran UC, müssen außerdem:

  • sich an den Geschäftszielen orientieren,
  • in den zu adressierenden Zielmärkten verankert sein
  • und sich schnell und beweglich externen oder internen Veränderungen anpassen«,

gibt Liesenfeld zu bedenken. Das könne nur gelingen, wenn die eingesetzten Kommunikations-Tools nicht nur die Brücke zu den im Unternehmen hinterlegten Daten sondern auch zum Wissen in den Köpfen der Mitarbeiter schlagen würden. Dies, wiederum, setze erstens eine Vernetzung sämtlicher, relevanter Informationen und Wissensbestände voraus. Zweitens müssten Prozesse (Workflows) so gestaltet werden, dass sie allen UC-Teilnehmern – Mitarbeitern, Partnern, Lieferanten. Kunden – zum richtigen Zeitpunkt die richtigen, kontextbezogenen Informationen und Wissensbestände bereitstellten.

Er hat klare Vorstellungen, wie ein dazu passendes Smartphone als Allround-Gerät aussehen sollte: »vollwertig einsetzbar auch am Arbeitsplatz, Internet-Zugang, eigene Homepage, integrierte UC-Services, Zugriff auf Kontakten, Meeting-Planung, E-Mail, Präsenzstatusverwaltung, Multimedia Manager, Hinterlegung persönlicher Einstellungen.«

Teil des auf mehr auf Dynamik ausgelegten Kommunikations- und Handlungskonzepts müssen nach Liesenfeld angemessene Security- und Management-Tools sein, um so nach Innen und Außen die Überwach- und Verwaltbarkeit sowie die Sicherheit und Regelkonformität sämtlicher Interaktionen zu gewährleisten. Er sieht für Unternehmen über alle Bausteine der Gesamtlösung – Netzwerkinfrastruktur, Telefonielösung, Mobilitätslösung, Prozessintegration, Unified Communications bis hin zu den Security- und Management-Tools – gute Voraussetzungen, ein Enterprise 2.0 umzusetzen. Mit Blick auf die Mobilfunkerweiterung rät Liesenfeld, besonders auf die Unterstützungsbreite zu achten. Im Fall von My Instant Communication Mobile von Alcatel-Lucent sind das die Plattformen Apple Iphone,, Blackberry/RIM, Google, Android, Nokia E-Series und Windows Mobile.« Für UC mit seinen Funktionen wie Telefonie, One-Number- und Messaging-Dienste, Mitführen von Präsenzinformationen, Telefonkonferenzen, Video-Konferenzen und -Zusammenarbeit empfiehlt er darauf zu achten, dass diese Plattform unabhängig von den genutzten Verbindungen und Endgeräten den Teilnehmern eine einheitliche Handhabung einräumt. »Eine UC-Lösung, wie beispielsweise die Instant Communication Suite von Alcatel-Lucent, ist schneller, reibungsloser und leichter umsetzbar, wenn sie außerdem für die Entwicklung von Web-2.0-Services und ihre Integration in die Unternehmensprozesse VXML-APIs vorhält, zudem das Session Initiation Protokoll (SIP) unterstützt«, hebt er heraus.

Stimmt der Zuschnitt der Gesamtlösung und die Migrationsabfolge, geht Liesenfeld von Effizienz- und Produktivitätsschüben innerhalb der Mitarbeiterschaft aus, die sich in einer kurz- bis mittelfristigen Amortisierung sämtlicher Investitionen und Kosten auszahlen.

»Nicht nur mehr Mobilität führt zu einer höheren Effizienz und Produktivität der Mitarbeiter. Die Weichen dafür werden bereits mit einer angemessenen technischen und organisatorischen Gestaltung im Rechenzentrum gestellt«, unterstreicht Bernd Hanstein, Hauptabteilungsleiter Produktmanagement System Solutions bei Rittal in Herborn. Stimmten die Weichenstellungen, schlage dies nicht nur positiv auf der Kostenseite der IT-Mitarbeiter zu Buche. »Richtig gestaltet, profitieren davon auch die Geschäftsprozesse und dadurch das Geschäft, weil die Verfügbarkeit und Performance des Gesamtsystems steigt«, konstatiert Hanstein. Er zeigt dafür notwendige Einstellungen und Strategien auf:

 

  • weniger Schnittstellen: Sie sind gleichbedeutend mit weniger Fehlerquellen und in der Summe einer höheren Ausfallsicherheit. Das wird erreicht durch eine standardisierte IT-Infrastruktur, IT-Systeme und Software, die gut aufeinander abgestimmt sind.
  • kontinuierliche Analyse und Beratung: Recherche und Klärung, welche Anforderungen an die Ausfallsicherheit im einzelnen bestehen, um darauf aufsetzend ein maßgeschneidertes RZ zu gestalten. Diese Vorgehensweise steigert unter geringst möglichen Mitteleinsatz die Effizienz des Rechenzentrums und der darin tätigen Mitarbeiter. Beispielsweise fehlerhafte Komponenten sowie Verfügbarkeits- und Performanceeinbußen werden schon in der Entstehung erkannt, um gezielt und frühzeitig Gegenmaßnahmen einzuleiten.
  • Inanspruchnahme von Serviceverträgen: Durch Auslagerung von Service- und Wartungsleistungen können die Kosten für diese Leistungen gegenüber dem Eigenbetrieb nicht nur gesenkt, sondern auch der eigene Mitarbeitereinsatz kostensparend und intensiver auf wichtige interne IT-Aufgaben konzentriert werden.
  • Standardisierter, modularer Aufbau der IT-Infrastruktur: Er garantiert eine hohe Skalierbarkeit der gesamten IT und eine hohe IT-Investitionssicherheit, da das Rechenzentrum flexibel mitwachsen kann.

 

Mit Systemlösungen von Rittal können beispielsweise fehlerhafte Server im laufenden Betrieb ausgetauscht werden, ohne dass die Anlagen heruntergefahren werden müssen.

»Es sind nicht nur die höhere Effizienz und Produktivität der Einsatzkräfte, die für Unternehmen hohe geldwerte Vorteile in sich bergen«, macht Hanstein aufmerksam. »Hohe Energieeinsparungen durch eine wohl überlegte Auslegung der Klimatisierung und USV sind weitere, deutliche Kostenreduzierer.« Gut geregelt, fließt nach Hanstein nur noch ein kleiner Teil des Stroms in die physische Infrastruktur aus Klimatisierung und USV. Parallel werde der Energieverbrauch bei den Servern durch Virtualisierung und Abschaltung überflüssiger Rechner erheblich gegenüber einem traditionell arbeitenden Rechenzentrum gesenkt. Einer intelligenten Klimatisierung räumt Hanstein eine Halbierung des Stromverbrauchs der Klimasysteme ein, einer Modernisierung der USV-Systeme immerhin eine Reduzierung der Verluste von 30 Prozent.

Hadi Stiel

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Hadi Stiel ist freier Journalist in Bad Camberg.


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