|
|
|
»manage
it«
als
|
Die IT im WandelDynamik des WertbeitragsDer Weg zur Schaffung neuer IT-basierter Wettbewerbsvorteile liegt in der Erforschung und Realisierung neuer Unterstützungsmöglichkeiten der Geschäftsprozesse durch IT.
on den Anfängen um 1940 bis heute ist die Entwicklung der Informationstechnologie (IT) geprägt von einer hohen Dynamik. In besonderer Weise wird diese Tatsache verdeutlicht durch das ursprünglich bereits im Jahre 1965 formulierte Mooresche Gesetz, welches besagt, dass sich die Anzahl der Schaltkreiskomponenten auf einem Computerchip ca. alle 24 Monate verdoppelt. Statistiken zeigen, dass sich diese Gesetzmäßigkeit in den vergangenen Jahrzehnten durchaus bewahrheitet hat. Ähnliche Entwicklungen sind auch in nahezu allen anderen Bereichen der Informationstechnologie, beispielsweise bei Speichern, Netzwerkbandbreiten, Grafikkarten, Monitoren oder Digitalkameras zu erkennen. Verallgemeinert man dies folglich auf die gesamte IT, wird deutlich, welch enorme Dynamik in diesem Bereich vorliegt und welche Steigerung der Leistungsfähigkeit in den vergangenen Jahrzehnten stattgefunden hat. Die IT allgemein hat unser aller Leben revolutioniert und ist heute aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Doch welche Auswirkungen hat die gerade beschriebene hohe Dynamik auf den Wertbeitrag der IT in Unternehmen? Die Frage nach der Art des Wertbeitrags und dessen Entstehung. Um die gerade aufgeworfene Frage zu beantworten, muss zunächst geklärt werden, was überhaupt einen Wertbeitrag darstellt und wie dieser entsteht. Leider gibt es dazu weder in der Praxis noch in der Theorie eine einheitliche beziehungsweise allgemeingültige Vorstellung. Immer wieder werden hier unterschiedliche Ansätze miteinander vermengt. Aufgrund der Existenz dieser verschiedenen Ansätze (zum Beispiel Gewinnmaximierung, Shareholder-Value-Orientierung, nachhaltige Unternehmenswertsteigerung) wird hier die Erreichung der primären Unternehmensziele als Unternehmenserfolg und in Verbindung damit ein Beitrag zur Erreichung dieser primären Unternehmensziele als Wertbeitrag verstanden. Diese Definition ist zwar recht allgemein gehalten, dafür aber flexibel genug, um die unterschiedlichen Ansätze abbilden zu können und ermöglicht zudem eine Integration von Non-Profit-Organisationen in die Betrachtung. Bei der Frage, wie die Wertbeiträge letztendlich entstehen, herrscht glücklicherweise mehr Klarheit. Zentraler Punkt der Leistungserstellung im Unternehmen (unabhängig davon, um welche Leistung es sich handelt) ist der Geschäftsprozess. Vereinfacht ausgedrückt, wird hier Input zu Output mit (hoffentlich) höherem Kundennutzen umgesetzt. An dieser Stelle findet also die Wertschöpfung statt. Sämtlicher Input, welcher Art auch immer, muss also dazu dienen, in den Geschäftsprozessen eine höhere Wertschöpfung zu erzielen. Auf die IT übertragen bedeutet dies, dass der Einsatz der IT als spezieller Input keinen unmittelbaren Nutzen beziehungsweise Wertbeitrag stiften kann, sondern dieser über die Verbesserung der Geschäftsprozesse im Sinne einer höheren Wertschöpfung erzielt wird. Die frühen Wertbeiträge der IT. In der Pionierphase der Informationstechnologie wurde diese im Wesentlichen zur Automatisierung von hoch standardisierten Prozessen verwendet. Es wurden zunächst also die »tief hängenden Früchte« geerntet. Der Begriff »Elektronische Datenverarbeitung« weist dabei auf den ersten Hauptanwendungszweck der IT hin. Auf diesem Gebiet konnten durch die Einführung von IT enorme Effizienzsteigerungen durch die Beschleunigung der entsprechenden Geschäftsprozesse erreicht werden. Die Auswirkungen der IT waren allgegenwärtig und für jedermann sichtbar, so dass sich die Frage nach dem Wertbeitrag gar nicht erst stellte. Gelang es einem Unternehmen, einen größeren Teil seiner Geschäftsprozesse mit Hilfe der IT zu automatisieren, hatte es einen nicht zu unterschätzenden Wettbewerbsvorteil gegenüber seiner Konkurrenz. Die Inflation der Anwendungsmöglichkeiten der IT. Natürlich waren die Wettbewerbsvorteile durch den IT-Einsatz nicht von großer Dauer. Der Nutzen aus der Automatisierung von standardisierten Prozessen war offensichtlich und die notwendigen Maßnahmen leicht durch die Konkurrenz zu imitieren. Folglich wurde diese Automatisierung immer weiter vorangetrieben, so dass bald der Großteil der Unternehmen eine vergleichbar leistungsfähige IT hatte. Doch mit der Entwicklung des PCs ergab sich auch die Möglichkeit, weitere, weniger standardisierte Prozesse zu unterstützen. Der Fokus lag dabei allerdings zunächst weiterhin auf der Input-Seite der Geschäftsprozesse (Verringerung von Prozessdurchlaufzeiten, Parallelisierung von Aufgaben). Mit der beständigen Weiterentwicklung und der zunehmenden Durchdringung aller Bereiche der betrieblichen Leistungserstellung mit IT fand eine enorme Ausbreitung der Einsatzpotenziale statt. Heute existiert ein Dschungel von Anwendungsmöglichkeiten der IT und es gilt nun, die praktikablen herauszufiltern, um eine geeignete Unterstützung der Geschäftsprozesse im Unternehmen zu erreichen. Erfolgreich in Unternehmen eingesetzte Lösungen werden dabei immer weiter standardisiert und somit dem ganzen Markt zugänglich, was der Konkurrenz die Möglichkeit gibt, nachzuziehen. Die Wettbewerbsvorteile, die anfangs durch unternehmensspezifische IT-Lösungen erzielt wurden, werden somit durch die Nachahmung der Konkurrenz egalisiert. Die zukünftigen Wertbeitragspotenziale. Der Weg zur Schaffung neuer IT-basierter Wettbewerbsvorteile liegt somit in der Erforschung und Realisierung neuer Unterstützungsmöglichkeiten der Geschäftsprozesse durch IT. Die zu Anfang bereits aufgezeigte ständige Weiterentwicklung der IT und die beständigen Veränderungen in der Unternehmensumwelt sorgen dafür, dass sich kontinuierlich neue Unterstützungspotenziale ergeben. Dabei werden letztere immer unternehmensspezifischer und hochgradig abhängig von den konkreten Gegebenheiten im Unternehmen. Daraus lässt sich ableiten, dass der Nutzen aus solchen IT-Systemen nicht mehr allgemein nachvollziehbar ist, was auf der einen Seite die Ermittlung der konkreten Wertbeiträge erschwert, auf der anderen Seite aber auch eine Imitation durch die Konkurrenz nahezu unmöglich macht. Die Herausforderung wird es also in der Zukunft sein, den IT-Einsatz optimal auf die Geschäftsanforderungen abzustimmen. Dies wird schwerer werden, da zunehmend unternehmensspezifische Rahmenbedingungen einbezogen werden müssen. Gelingt es jedoch, kann IT beachtliche Wertbeiträge zum Unternehmenserfolg leisten. Ronny Wenzel __________________________________________ Ronny Wenzel ist Senior Consultant im Team der LEXTA Consultants Group, Berlin. www.lexta.com
Die Rolle der Geschäftsprozesse Quelle: Lexta Consultants Group
Die Geschäftsprozesse sind das zentrale Element der Leistungserstellung im Unternehmen.
|