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Die Zukunft der Arbeitsplätze

Community statt Schreibtisch

Der klassische Arbeitsplatz beginnt sich langsam aufzulösen – die Begrifflichkeit Platz als fester Bezugsort für das Arbeitsumfeld verliert an Bedeutung. Die Mitarbeiter von heute haben bereits viele Arbeitsplätze: im Büro, zu Hause, unterwegs.

 

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m Deutschen hat der Begriff »Arbeitsplatz« eine doppelte Bedeutung. Zum einen wird damit ein Beschäftigungsverhältnis bezeichnet, und wenn in der Öffentlichkeit von Arbeitsplätzen die Rede ist, dann ist es fast immer in diesem Sinn; zum Beispiel, wenn es darum geht, dass Arbeitsplätze geschaffen, abgebaut, erhalten oder verlagert werden.

Hinter dieser Bedeutung tritt der Arbeitsplatz als tatsächlicher, physischer Ort, an dem man arbeitet zurück. Dabei hat sich auch hier in den letzten Jahren sehr viel verändert – der klassische Arbeitsplatz als Platz an dem man seinen Arbeitstag zubringt, beginnt sich allmählich aufzulösen. Die moderne Kommunikationstechnologie hat dafür die Voraussetzungen geschaffen, weil sie es möglich macht, dass Mitarbeiter die Kommunikations-Infrastruktur eines Unternehmens unabhängig vom Aufenthaltsort nutzen können. Sie sind immer dabei – auch wenn sie nicht anwesend sind.

Vertriebsbeauftragte oder Servicetechniker verbringen ihre Arbeitszeit ohnehin hauptsächlich auswärts und stehen über ihre mobilen Rechner doch stets mit dem Unternehmen in Verbindung. Ob In-House oder unterwegs, die entscheidenden Arbeitsmittel stehen doch immer zur Verfügung, weil man sich an jedem Ort via Internet ins Unternehmensnetz einklinken kann. Künftig wird auch im Büro nicht mehr jeder Mitarbeiter einen Schreibtisch benötigen. Wer nur vorübergehend im Haus ist, der kann sich für diese Zeit den Schreibtisch mit mehreren, ebenfalls mobilen Kollegen teilen.

Der Arbeitsplatz der Zukunft definiert sich generell weniger über einen physischen Ort. Er ist vielmehr ein virtueller Ort, an dem Mitglieder virtueller Teams zusammenkommen, um gemeinsam an Projekten und Aufgaben zu arbeiten. Solche Unternehmens-Communities können auch über Länder und Kontinente verstreut sein. Herkömmliche Formen der Kommunikation wie Mitarbeiterversammlungen oder Arbeitsbesprechungen lassen sich da natürlich nicht mehr oder nur mit sehr hohem Aufwand organisieren, sie bleiben daher für seltene Anlässe von besonderer Bedeutung reserviert, beispielsweise für Kick-off-Meetings. Die von virtuellen Teams benötigten Arbeitsmittel Dokumente, Projektberichte, Reports sind heute ohnehin digital. Im Web können alle Mitarbeiter darauf zugreifen und gemeinsam damit arbeiten – wiederum unabhängig vom physischen Ort.

Sind Arbeitsplätze nicht mehr räumlich definiert, hat das auch Folgen für die Wirtschaft und Gesellschaft. Nur ein Beispiel: Täglich bewegen sich morgens und abends riesige Ströme von Menschen durch Deutschland, weil über 30 Millionen Berufstätige einen Arbeitsplatz aufsuchen, der in klassischer Weise räumlich definiert ist. Durch die Virtualisierung von Arbeitsplätzen ließe sich das deutlich reduzieren.

Natürlich wird es auch in Zukunft Arbeitsplätze geben, die primär räumlich definiert sind und die sich nicht virtualisieren lassen – der Arbeitsplatz einer Bäckereifachverkäuferin wird sich ebenso wenig in die virtuelle Welt verlagern lassen wie der der Kindergärtnerin. Im Normalfall aber werden wir in den nächsten Jahren sehen, dass die ortsunabhängig, virtuelle Community den herkömmlichen Büroarbeitsplatz in weiten Bereichen ablösen wird. Und wenn man diese Entwicklung intelligent umsetzt, könnten auf diese Weise durchaus Arbeitplätze im Sinne von Beschäftigungsverhältnissen neu entstehen.

Peer Stemmler

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Peer Stemmler ist Country Manager Germany bei Cisco WebEx in Düsseldorf

 


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