20101112zzd Itellium Warehouse Management Systeme

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Warehouse-Management-Systeme

Flexibilität rauf, Kosten runter

In der komplexen Fashion-Logistik sind leistungsfähige Warehouse-Management-Systeme die zentrale Schnittstelle für eine effiziente Warensteuerung. Gerade eine globale Lieferkette muss höchst flexibel und effizient gestaltet sein.

 

D

er Wettbewerb im Fashion-Handel ist äußerst hart: Kaum eine Branche ist vergleichbar stark von Saisonalitäten geprägt und nirgendwo verändert sich die Nachfrage so schnell wie im textilen Einzelhandel. Das stellt besondere Anforderungen an die globale Supply Chain. Diese muss gleichzeitig höchst flexibel und effizient ausgelegt sein.

Nach einer aktuellen EHI-Umfrage besteht in den Logistiklagern der Fashion-Unternehmen auch einen Tag vor Warenumschlag und Auslieferung an die Filialen noch immer eine Unsicherheit von 10 bis 20 Prozent darüber, wie sich das tatsächliche Umschlagsvolumen am darauffolgenden Tag gestaltet. Vor diesem Hintergrund hängt die Belieferungsgeschwindigkeit und Effizienz der Warensteuerung maßgeblich von der Leistungsfähigkeit der Distributionszentren ab. Alle Supply Chain Partner müssen eng aufeinander abgestimmt kooperieren, um dabei nahezu ohne Lagerhaltung auszukommen.

Frühzeitig haben die Großen der Branche IT-seitig die Weichen gestellt, um ein hohe Qualität in der Warensteuerung zu erreichen. Mit Hilfe IT-gestützter Cross-Docking-Prozesse steigern sie heute die Belieferungsgeschwindigkeit ihrer Distributionszentren und senken die Distributionskosten nachhaltig. Der harte Verdrängungswettbewerb in der Branche erhöht den Druck auf kleinere und mittelständische Fashion-Häuser, in diesem Bereich nachzuziehen.

Einsparmöglichkeiten

Die Wertschöpfungskette im Fashionhandel von der Herstellung bis zur Filiale ist durch eine internationale Arbeitsteilung und eine Vielzahl logistischer Tätigkeiten geprägt. Als zentrale Umschlagpunkte auf dem Weg der Ware in die Filialen fungieren die Distributionszentren. Hier findet die Abwicklung von Warenein- und Warenausgang für die verschiedenen Einzelhandelsstandorte statt. Die dort vorherrschenden IT-Strukturen bestimmen das Zusammenspiel aller Supply Chain Partner. Die Flexibilität und Agilität der Versorgungskette in einer von starken Nachfrageschwankungen geprägten Branche hängen maßgeblich von der Leistungsfähigkeit der eingesetzten IT-Systeme ab. Branchenweit gesehen liegen hier große Optimierungspotenziale in der Intralogistik und der Supply Chain der Fashion-Branche brach. Das Fraunhofer IML schätzt, dass die Einsparmöglichkeiten in vielen textilen Einzelhandelsunternehmen zwischen fünf und 15 Prozent der Logistikkosten liegen.

Während die Großen der Branche schon lange über hochautomatisierte und effiziente Warehouse-Strukturen verfügen, fehlt es dem Mittelstand häufig an den notwendigen professionellen IT-Strukturen. Insbesondere die Warehouse-Systeme vieler kleinerer und mittelständischer Fashion-Händler können die große Abhängigkeit von vielen unterschiedlichen Supply Chain-Partnern nicht im ausreichenden Maß abbilden. Durch mangelnde Integration und Leistungsfähigkeit können sie mit dem heutigen Tempo im Handel auf Dauer kaum mithalten. Medienbrüche und statische Prozesse sind an der Tagesordnung. Die Mängel in der IT-Infrastruktur haben unmittelbare Auswirkungen auf die Wettbewerbsfähigkeit. Wer noch immer auf hohe Lagerbestände angewiesen ist, um Out-of-Stock-Situationen in seinen Filialen zu verhindern, tappt früher oder später in die Kostenfalle und ist damit nicht mehr konkurrenzfähig.

Cross Docking für mehr Effizienz in der Warensteuerung

Zeitgemäße Strukturen in der Fashion-Logistik orientieren sich an IT-gestützten Cross Docking- und Floor Ready Merchandise (FRM)-Konzepten, mit denen die Flexibilität und Effizienz in den globalen Logistikprozessen gesteigert wird. Mit einem professionellen Cross-Docking sind Fashion-Händler heute in der Lage, die Raum-, Bestands- und Handlingskosten vergangener Tage deutlich zu verringern. Denn der gesamte Einlagerungsprozess entfällt: Die Waren werden im einstufigen Verfahren vom Lieferanten direkt für einzelne Filialen vorkommissioniert und am Distributionszentrum angeliefert. Alternativ werden im mehrstufigen Verfahren Waren im Distributionszentrum umkommissioniert beziehungsweise zum Beispiel durch logistische Zusatzleistungen (Value Added Services) wie Etikettieren, Aufbügeln, Hängen oder Verpacken bedarfsgerecht veredelt. Im ersten Fall lassen sich die Logistikprozesse am Warenausgang mit FRM weiter beschleunigen. Die eingehenden Artikel können schnell und automatisch auf die georderte Typnummer, Größe, Farbe etc. überprüft werden, um sie anschließend an die Filialen zu verteilen oder fehlerhafte Logistikeinheiten zu reklamieren.

Cross Docking und FRM sind im Fashion-Handel gängige Verfahren zur Optimierung der Supply Chain. Allerdings wurden diese in der Vergangenheit vor allem über spezialisierte IT-Systeme oder auch manuell realisiert. Eine Integration in vor- und nachgelagerte Anwendungen hat gerade im Mittelstand bis heute kaum stattgefunden. Derartige Infrastrukturen sind heute nicht mehr zeitgemäß, weil sie die modernen Anforderungen an eine effiziente Organisation von Distributionszentren nicht annähernd erfüllen.

Als einer der Vorreiter bei der Konzeption und Implementierung standardisierter Cross Docking-Prozesse für verschiedene Handelsunternehmen insbesondere aus dem Fashion-Bereich kennt der IT-Dienstleister Itellium Services sowohl viele unterschiedliche Supply Chain-Lösungen als auch die Kriterien leistungsfähiger Lagerverwaltungssysteme. Er ist es gewohnt, auf Augenhöhe mit seinen Kunden Logistikprozesse in der Praxis zu gestalten und die dafür erforderlichen Lösungen auszuwählen, zu implementieren und zu betreiben. Dabei zeigen die Erfahrungen des Essener Unternehmens, dass derzeit am Markt kein System die Anforderungen an moderne Distributionskonzepte so effizient unterstützt wie die Lösung Extended Warehouse Management (EWM) des Softwareherstellers SAP. Das EWM-System ist als Standardsystem komplett in die IT-Landschaft integrierbar und stellt Distributionszentren alle Funktionalitäten zur Verfügung, um sie zu einer effizienten Schaltstelle für globale Supply Chain-Netzwerke zu machen.

SAP EWM: Software der Wahl für leistungsfähige Distributionszentren

Auf Basis von EWM lässt sich die gesamte Lagerwirtschaft flexibel an die sich schnell verändernde Marktsituation im Fashion einstellen. Das Software-Tool ist das Mittel der Wahl für die optimale Planung, Steuerung und Überwachung von Distributionszentren. Es unterstützt etwa gezielt beim Yard-Management, also bei der Tor-Zuweisung bei ein- und ausgehenden Ladungen, und verhindert so das sprichwörtliche »Chaos an der Rampe«. Die Software optimiert auch alle Prozesse rund um die Planung von Wareneingang und -bearbeitung sowie von Ein- und Auslagerungsstrategien, bei der Verwaltung von Lagerplätzen und Beständen mit der dazugehörigen Inventurabwicklung sowie Datenfunk-, Sprach- und RFID-gestützte Prozesse.

Die Software erfüllt mit dem aktuellen Release SAP EWM 7.0 alle Voraussetzungen für eine professionelle Realisierung mehrstufiger Cross Docking-Varianten, wie Dietmar Schütze, Solution Manager, IS Trading Industries, IBU Retail der SAP AG, bestätigt: »Auf Basis der Lösung können mit Hilfe von Kommissionierwellen auszuliefernde Artikel für die Steuerung von Kommissionieraktivitäten in bereichs-, routen- oder saisonabhängige Arbeitspakete gebündelt und für Folgeabläufe wie FRM-orientierte Packprozesse bereitgestellt werden. Dabei unterstützt das EWM sowohl scanner- als auch sprachbasierte Kommissionierabläufe durch Datenfunk und ermöglicht die Anbindung automatischer Sortier- und Kommissioniertechnik.

Darüber hinaus lassen sich auch die gesamten Prozesse logistischer Zusatzleistungen über die Anwendung abbilden. Die Breite der Funktionalitäten stellt eine effiziente und bedarfsgerechte Steuerung der Warenflüsse zur Filiale sicher. Das EWM erfüllt darüber hinaus auch die Anforderungen an Channel-basierte Warenflüsse im Lager, auf die Fashion-Unternehmen in der Logistik angewiesen sind, um unterschiedliche Vertriebskanäle wie Web-Channels zielsicher mit Waren zu versorgen.«

Sowohl in SAP, als auch in non-SAP-Umgebungen ist die Software über Schnittstellen voll integrierbar. Dabei lässt sich die Lösung dezentral auf SCM-Basis oder auch für kleinere Lager als Add-on-Komponente auf ERP-Basis in die jeweilige System-Architektur von Fashion-Unternehmen integrieren.

Bei der Planung und Steuerung von Transportprozessen in komplexen Fashion Supply Chains sind leistungsfähige EWM-Systeme nicht mehr wegzudenken. Sie unterstützen dabei kollaborative Szenarien und ermöglichen so nicht nur die Integration externer Supply Chain-Partner, sondern synchronisieren zugleich die Prozesse unterschiedlicher Unternehmensabteilungen von der Beschaffung über die Distribution bis zur Filiale. Dabei sind diese Systeme ein wesentlicher Enabler im Rahmen Cross Docking-orientierter Supply Chains.

Bereits heute sind die Unterschiede zu Insellösungen und veralteten Spezial-Systemen in der Praxis nicht zu übersehen. Die Entwicklung ist absehbar: Langfristig dürften Unternehmen mit nicht integrierten Informationsflüssen und statischen Prozessen am Markt kaum noch Chancen haben, mit den Kostenstrukturen der Marktführer mitzuhalten. Alle Möglichkeiten, um dauerhaft im Konzert der erfolgreichen Textilunternehmen mitzuspielen, bieten sich heute auch kleineren und mittelständischen Akteuren durch die Nutzung umfangreicher Funktionalitäten für die gesamte Supply Chain wie sie moderne Systeme wie SAP EWM zur Verfügung stellt.

Lambert Gödde

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Lambert Gödde, Bereichsleiter Logistik bei der Itellium Services GmbH

 


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