2011_6 Finanz Informatik Thin Client in den Sparkassen

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Kühle Rechner in den Sparkassen

Thin Clients setzen sich durch

Stromfressende Arbeitsplatzrechner mit langen Bootzeiten und aufwendiger Administration sind in Deutschlands Sparkassen immer seltener anzutreffen. Rund 160.000 von ca. 220.000 Desktop-Endgeräten haben die Institute bereits durch Thin Clients ersetzt. Dahinter steckt eine leistungsfähige Infrastruktur, die den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Sparkassen einen schlanken Zugriff auf alle in ihrem Arbeitsalltag erforderlichen Anwendungen und Funktionen ermöglicht. Und dank einer zentralen Administrationsplattform können die Geräte per Plug and Play in Betrieb genommen werden.

 

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29 Sparkassen gibt es in Deutschland. In den weit mehr als 15.000 Filialen arbeiten über 197.000 Menschen an den Client-Computern. Sie alle nutzen die Infrastruktur und Rechenzentrumskapazitäten der Finanz Informatik und ihre Gesamtbanklösung OSPlus (One System Plus). Der IT-Dienstleister der Sparkassen-Finanzgruppe gehört zu den größten Rechenzentrumsbetreibern in Europa. Er betreibt auch die wohl größte Installation an zentral gemanagten Thin Clients auf dem Kontinent: Von den ca. 220.000 Arbeitsplatzrechnern in den deutschen Sparkassen sind rund 160.000 Thin Clients. Diese Arbeitsplätze sind Teil einer leistungsfähigen Infrastruktur, die auf den effizienten Betrieb schlanker Endgeräte ohne eigene Rechnerintelligenz ausgerichtet ist.

Trend zur Zentralisierung

Die benötigten Rechenkapazitäten und Anwendungskomponenten stellt die Finanz Informatik zentral in ihren Rechenzentren auf modernen Hochleistungsservern bereit. Vor allem die Nutzung der Terminal-Server-Technologie ermöglicht dabei einen effizienten, wirtschaftlichen Betrieb. Der Zugriff auf die von den Sparkassen benötigten bankfachlichen Anwendungen unter OSPlus, aber auch auf andere wichtige Komponenten wie Office-Systeme oder Mail- und Groupware, erfolgt einfach per Terminalserverzugriff vom Arbeitsplatzrechner aus.

Die sorgfältig aufeinander abgestimmte, skalierbare Infrastruktur der Finanz Informatik sichert das reibungslose Zusammenspiel sämtlicher Komponenten. Die IT-Infrastruktur ermöglicht es, aufgrund ihres Designs, ohne lokale Komponenten auf dem Client auszukommen. Dadurch sind ein reibungsloser und störungsfreier Betrieb bei geringstem Administrationsaufwand gewährleistet. Die Inbetriebnahme der Thin Clients erfolgt praktisch im Plug-and-Play-Verfahren.

Mit ihrer Infrastruktur ist die Finanz Informatik nicht nur in der Lage, massenhaft schlanke Endgeräte an den Arbeitsplätzen in den Sparkassen auszurollen. Auch die dezentralen Serverlandschaften hat sie dadurch in den letzten Jahren erfolgreich konsolidiert. Über 300 Sparkassen haben den Betrieb ihrer dezentralen Server, Dienste und in Teilen auch eigener Anwendungen, an den IT-Dienstleister ausgelagert.

Plug and Play

Das zentrale Management einer kontinuierlich wachsenden installierten Basis von mehreren hunderttausend Endgeräten stellt höchste Anforderungen an die einzelnen Komponenten und ihr Zusammenwirken mit der gesamten Infrastruktur. Erfolgsentscheidend ist es daher, dass nur Geräte zum Einsatz kommen, die sich konform zu den Vorgaben des Betreibers verhalten. Durch transparente Kriterien und bewährte Zertifizierungsverfahren ebnet die Finanz Informatik Anwendern und Hardware-Herstellern den Weg für einen schlanken, zielführenden Beschaffungsprozess. Jeder Hersteller kann die Zulassung durch die Finanz Informatik beantragen. Derzeit sind vier Lieferanten zertifiziert.

Sparkassen können die Thin Clients am einfachsten online über das Einkaufsportal der Finanz Informatik beschaffen. Darin erhalten sie eine Auswahl verschiedener Modelle, die nach intensiven Tests eine Zulassung durch den IT-Dienstleister erhalten haben. Die Geräte und ihre Konfiguration sind optimal auf die Infrastruktur der Finanz Informatik abgestimmt und enthalten ein vorkonfiguriertes Installationsimage.

Die Thin Clients sind mit dem Linux-Derivat eLux ausgestattet und booten innerhalb von Sekunden. 30 MB Flash-Speicher reichen für die Client-Software aus. Zur Erstinstallation ist die Anmeldung an einer zentralen Steuerungsplattform und eine minimale Administration erforderlich. Zur Inbetriebnahme reicht es danach aus, den Netzstecker und das Netzwerkkabel einzustecken, und die Geräte melden sich im Netz an. Ist das Image auf dem Client veraltet, wird automatisch ein aktuelles nachinstalliert. Nach wenigen Minuten kann der Nutzer seine Arbeit aufnehmen.

Optional bietet die Finanz Informatik zur Entlastung der Sparkassen ein Full Service Paket an. Dabei übernimmt der IT-Dienstleister sämtliche Aufgaben rund um Planung, Betrieb und Wartung der Thin-Client-Installationen über den gesamten Lebenszyklus hinweg. Für rund 20.000 Geräte bestehen bereits entsprechende Verträge.

Ökonomisch und ökologisch erste Wahl

Die meisten Arbeitsplätze in den Sparkassen eignen sich für den Einsatz von Thin Clients. Zu den wenigen Ausnahmen gehören PCs mit speziellen Einsatzgebieten wie etwa im Marketing. Dort werden noch lokale Anwendungen benötigt, beispielsweise für die Bildbearbeitung. Von diesen Ausnahmen abgesehen, ist der Einsatz der schlanken Geräte sowohl im Sinne einer grüneren IT als auch unter ökonomischen Aspekten äußerst sinnvoll.

Neben den geringen Anschaffungs- und Administrationskosten sind die Geräte im laufenden Betrieb ausgesprochen sparsam im Energieverbrauch. Da die Rechenleistung im Wesentlichen beim IT-Dienstleister liegt, sind die Thin Clients mit sehr genügsamen Prozessoren – meist von Intel oder Via – ausgestattet. Der Energieverbrauch liegt bei rund 15 Watt. Die Leistungsaufnahme eines vergleichbaren PCs beträgt immerhin bis zu 340 Watt.

Weitere Energiespareffekte werden durch Virtualisierung erzielt. Während bei dezentralen Fat Clients ein Großteil der Rechenleistung ungenutzt bleibt, kann man die skalierbaren Terminalserver, auf denen die Clients virtuell abgebildet werden, die meiste Zeit über nahezu vollständig auslasten.

Auch für mobilen Einsatz denkbar

Auf Dauer sind vergleichbare Effizienzsteigerungen auch für Laptops wünschenswert. Denn der Trend zur mobilen Beratung hält an. Die Finanz Informatik ist derzeit dabei, die letzten verbleibenden technischen Hürden auf dem Weg zum mobilen Thin Client zu nehmen. Dabei geht es in erster Linie um Fragen der Hardware. In der Regel sind die in der Beratung eingesetzten Laptops bereits recht sparsam ausgestattet: Im Wesentlichen benötigen sie einen Browser für den Zugriff auf die bankfachlichen Anwendungen. Alles andere ist entbehrlich. Damit sind sie prädestiniert, ebenfalls als Thin Client betrieben zu werden.

Wie bei allen Entwicklungen haben auch hier Sicherheit und Verfügbarkeit höchste Priorität. Intensive Testläufe – insbesondere auch der Hardwarekomponenten – und eine sorgfältige Planung sind daher unerlässlich. Doch in absehbarer Zeit dürfte der Weg frei sein, auch mobile Thin Clients in der Beratung einzusetzen und sie über die zentrale Plattform zu administrieren.

Oliver Beyer

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Oliver Beyer, Bereichsleiter Infrastrukturlösungen, Finanz Informatik

 

 

 


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