2011_6_Logica_Green_IT

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Maßgeschneiderte Reporting-Lösungen helfen, Ergebnisse sichtbar zu machen

Nur wer misst, weiß was er spart

Green IT – darunter verstehen die meisten Unternehmen energieeffiziente Rechenzentren und eine Verbesserung der Energiebilanz der eingesetzten IT-Lösungen. Und wenn es darum geht, Green IT messbar zu machen, denkt man sofort an die Zertifizierung durch den TÜV. Doch was ist, wenn man sich von dieser engen Sichtweise freimacht und Green IT als etwas Größeres begreift? Dann stellt man fest, dass Green IT nicht nur die IT selbst betrifft. Vielmehr steckt in diesem Begriff auch die Idee, die Informationstechnologie dazu zu nutzen, im gesamten Unternehmen Nachhaltigkeitsstrategien zu unterstützen und die Ergebnisse der einzelnen Maßnahmen messbar zu machen. Der springende Punkt ist: Wie kann die IT Unternehmen heute in die Lage versetzen, ihre Nachhaltigkeit mit wenig Aufwand zu messen und Ergebnisse konsolidiert zu berichten?

 

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abei hängt es von dem einzelnen Unternehmen und den gewählten Nachhaltigkeitsmaßnahmen ab, wie und was gemessen wird. So müssen beispielsweise Unternehmen mit großen Produktionsanlagen ganz anders über ihre CO2-Emissionen berichten als Dienstleistungsunternehmen oder reine Vertriebsgesellschaften. Daher gibt es keine Musterlösung für Jedermann. Vielmehr helfen externe Berater den Unternehmen dabei, die für sie maßgeschneiderte Reporting-Plattform zu finden, zu implementieren und anzupassen. Dabei sind verschiedene Messansätze wie klassisches CO2-Reporting oder die Einführung eines Nachhaltigkeitsindexes denkbar. Beim CO2-Reporting, das sich direkt auf den »Carbon Footprint« bezieht, werden alle Aspekte beleuchtet, die einen direkten oder indirekten Ausstoß von CO2 zur Folge haben. Der Nachhaltigkeitsindex geht noch etwas weiter. Mit ihm werden auch alle anderen Einflüsse auf die Umwelt wie beispielsweise Frischwasserverbrauch, Brauchwasserausstoß, Abfälle in Art und Menge sowie in einigen Fällen auch die übrigen Bereiche von CSR (Corporate Social Responsibility) mit betrachtet. Dazu zählen beispielsweise die Arbeitsstunden der Mitarbeiter zur Begrünung des Firmengeländes, der umliegenden Gemeinde oder Stadt.

Transparentes CO2-Reporting bei Ford

Der Automobilhersteller Ford beispielsweise hat das Thema Umweltschutz zu einem seiner wichtigsten Geschäftsziele gemacht. Daher hat das Ford Umwelt-Team ein Projekt zur Standardisierung des Managements und Reportings von CO2-Emissionen an allen Fertigungsstandorten in Europa und Amerika durchgeführt. Hierzu implementierte das Team unternehmensweit die umfassende und einheitliche Emissions-Management-Lösung EMISSIONS logic. Mit ihr verfügt Ford über ein Tool zur werksübergreifenden Erfassung und Überwachung von Umweltdaten. Gleichzeitig kann Ford die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften im Auge behalten und komplexe Reporting-Anforderungen mit der Software erfüllen. Neue Strategien und Konzepte zur Reduktion von Emissionen lassen sich mit dieser Lösung ebenfalls testen und bewerten. Dank EMISSIONS logic spart Ford bei der Zusammenstellung und Verwaltung der Emissions-Daten viel Zeit. Hinzu kommen niedrigere Treibhausgasemissionen und Energiekosten. Inzwischen wurde die Lösung gemeinsam mit externen Beratern individuell weiterentwickelt und beinhaltet nun auch die Erfassung von produktionsrelevanten Faktoren wie Energie- und Wasserverbrauch sowie das Abfallaufkommen.

Nachhaltigkeitsindex bei John Deere

Mit rund 6.000 Mitarbeitern in Deutschland und über 55.000 Mitarbeitern weltweit ist John Deere der weltweit größte Hersteller von Landmaschinen. Das Unternehmen hat sich in Deutschland dazu entschlossen, einen Nachhaltigkeitsindex in der Produktion einzuführen, um den Ressourcen-Verbrauch optimal kontrollieren zu können. Der Nachhaltigkeitsindex repräsentiert ein betriebliches Umweltinformationssystem, das aus operativer Sicht die Datenverwaltung unterstützt. Um hier nicht länger manuell zu arbeiten, hat sich John Deere dazu entschlossen, eine Software einzuführen, die die Datenerhebung deutlich vereinfacht. Auf dieser Basis wird das Reporting für das Top-Management erstellt. Alle wichtigen Kennzahlen zu der Umweltsituation der Bereiche sind auf Knopfdruck verfügbar. Auswirkungen von Steuerungsmaßnahmen lassen sich direkt sichtbar machen. Dies ermöglicht auch eine bereichsübergreifende Vergleichbarkeit. »Die Lösung ermöglicht die Umsetzung unseres Nachhaltigkeitsindexes mit automatisierten Prozessen und hilft so, die Umweltleistung der Standorte nachhaltig zu verbessern”, berichtet Jörn Fries, Environmental Control der John Deere Werke Mannheim.

EMAS hilft, die Nachhaltigkeit messbar zu machen

Ein in Deutschland und Europa anerkanntes Instrument, mit dem Unternehmen ihre Nachhaltigkeitsaktivitäten nachweisen können, um sie in einen Nachhaltigkeitsindex zu überführen, ist das Eco Management and Audit Scheme (EMAS). Ähnlich wie bei einer Balanced Score Card, definieren Unternehmen mit EMAS ihre Umweltvision in kritischen Erfolgsfaktoren. EMAS wurde von den Europäischen Gemeinschaften entwickelt und legt fest, welche Kenngrößen gemessen und berichtet werden müssen, um diesem Öko-Standard zu genügen. Darüber hinaus beschreibt EMAS auch die Anforderungen an die Umweltstrategie selbst. Die internationale Umwelt-Management-Norm ISO 14001 definiert primär die Anforderungen an ein Umwelt-Management-System, also für ein IT-Tool zur Umsetzung der definierten Strategie. Die meisten Inhalte von ISO 14001 sind auch in EMAS enthalten. Beratungshäuser unterstützen Unternehmen bei der Auswahl eines geeigneten Instruments und helfen bei der Einführung sowie bei der Vorbereitung zur Zertifizierung. Diese erfolgt durch akkreditierte Zertifizierer, beispielsweise in Deutschland durch das Bureau Veritas, den TÜV oder die DEKRA.

 Auch die internationale Berichtsplattformen GRI (Global Reporting Initiative), die von über 700 der größten internationalen Unternehmen genutzt wird, und das CDP (Carbon Disclosure Project) sind in Deutschland anerkannt. Das CDP ist eine gemeinnützige Organisation, die weltweit Daten zu CO2-Emissionen, Klimarisiken, Reduktionszielen und -strategien von Unternehmen sammelt und analysiert. Es verwaltet die weltweit größte Datenbank dieser Art. Etwa 3.000 Unternehmen in den Industrienationen messen und veröffentlichen bereits ihre Treibhausgasemissionen und Wassernutzung sowie eine Einschätzung der dadurch verursachten Klimaveränderung und Beeinflussung des Wasserkreislaufs durch CDP. So können sie Reduktionsziele festlegen und ihre Leistungen verbessern. Die weltweite Non-Profit-Organisation CDP hat im März 2011 Logica zum ersten Gold Consultancy Partner ernannt und wird künftig Unternehmen, die sich zur Verbesserung ihrer Umweltverträglichkeit beraten lassen, Logicas Methodik für Nachhaltigkeit empfehlen.

Flottenemissionen konsequent senken

Logica berät nicht nur andere in Sachen Nachhaltigkeit, sondern hat sich auch selbst hohe Umweltziele gesteckt: Bis 2020 will das Unternehmen seine CO2-Emissionen um die Hälfte auf Basis der Werte von 2008 verringern. Dazu zählt beispielsweise die Reduzierung der Flottenemissionen. Um die Emissionen der 570 Fahrzeuge im Leasing-Bestand zu senken, hat das Unternehmen ein Bonus-Malus-System installiert. Das persönliche Leasingbudget richtet sich seitdem nach dem CO2-Ausstoß. Die durchschnittlichen Emissionswerte sind erheblich gesunken: Hatte die Flotte 2007 noch knapp 160 Gramm CO2 pro gefahrenem Kilometer emittiert, so beträgt der Flottenausstoß heute nur noch 144 Gramm CO2. Das Beratungshaus hat sich das Ziel gesetzt, eine Höchstmenge von durchschnittlich 130 Gramm CO2 pro gefahrenen Kilometer zu erreichen. Hierzu hat es den Cleaner Car Contract unterzeichnet. Dahinter verbirgt sich eine Initiative von Umweltverbänden in sechs EU-Ländern, die sich das Ziel gesetzt hat, Leasingunternehmen zur Anschaffung kraftstoffeffizienter Fahrzeuge zu bewegen – noch vor dem Inkrafttreten von EU-Richtlinien im Jahr 2015.

Green IT kann mehr, als Rechenzentren grün zu machen

Unternehmen sollten beim Stichwort Green IT über den Tellerrand hinausschauen und in größeren Dimensionen denken. Es geht hierbei um mehr, als nur die gesamte Informations- und Kommunikationstechnologie möglichst ressourcenschonend zu gestalten. Vielmehr ergeben sich durch neue Technologien – beispielsweise Virtualisierung oder Cloud Computing – für Unternehmen interessante Ansatzpunkte, um ihre Ziele in puncto Nachhaltigkeit auch in anderen Unternehmensbereichen umzusetzen und zu erreichen. Man denke nur an die Einsparungen, die sich beispielsweise durch den Einsatz moderner Social Media Tools erzielen lassen. Unternehmen, die Video- oder Webkonferenzen statt klassischer Meetings nutzen, sparen direkt bei Reisezeiten und -kosten und reduzieren die negativen Umwelteinflüsse. Das Verzahnen geeigneter Lösungen und Ideen in den unterschiedlichsten Feldern ist für ein erfolgreiches Nachhaltigkeitsmanagement unerlässlich. Die IT ermöglicht es, die Ergebnisse der durchgeführten Nachhaltigkeitsmaßnahmen zu messen und damit Erfolge greifbar zu machen.

Oliver Mark

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Oliver Mark

Consulting Director & Environmental Manager bei Logica in Deutschland

 

Oliver Mark (42) ist bei Logica in Deutschland als Environmental Manager zuständig für die Definition und Umsetzung aller Aktivitäten in den Bereichen Energieeffizienz und Umweltschutz. Er gestaltet das Service-Angebot in diesem Bereich und leitet als Consulting Director ein Team von Business Consultants in den Bereichen Sustainability sowie Energy & Utilities.

 

 

4 Fragen zur Messbarkeit von Nachhaltigkeit im Unternehmen

 

1.            Was wollen wir mit welcher Nachhaltigkeitsmaßnahme reduzieren?

2.            Welches Messkriterium ist für mein Unternehmen das richtige?

3.            Welche Daten müssen wir hierzu erheben?

4.            Wie können wir diese Daten in einer Reporting-Plattform konsolidieren?

 

 

 

 


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