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Internet der Dienste

Digitale Wertschöpfungskette für Dienstleistungen

Mit neuen Instrumenten für internetbasierte Dienste soll bis zum Jahr 2020 ein neuer zweistelliger Milliardenmarkt entstehen. Gefragt sind nun Konzepte und Modelle für innovative Geschäftsideen oder Business-Szenarien im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen.

 

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chon heute erwirtschaften im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen über 700.000 Unternehmen und Einrichtungen jährlich einen Umsatz in Höhe von über 800 Milliarden Euro. TEXO, ein Projekt in dem vom Bundeswirtschaftsministerium geförderten IKT-Forschungsprogramm THESEUS, hat nun eine Reihe von Werkzeugen entwickelt, die dabei helfen diesen Markt zu entwickeln. Mit den Instrumenten für internetbasierte Dienste, so die Prognose der Verantwortlichen, lasse sich bis zum Jahr 2020 ein neuer zweistelliger Milliardenmarkt erschließen.

»Es geht dabei um nichts weniger als die neuartige Orchestrierung der Wertschöpfungskette im Dienstleistungssektor«, sagt Dr. Orestis Terzidis, Vice President und EMEA Representative SAP Research, der für das Projekt TEXO zuständig ist. Zahlreiche Unternehmen von Spezialdienstleistungen werden ihr Angebot rund um das der Anbieter von Basis- und Grunddiensten aufbauen und im Internet der Dienste anbieten können. So können Dienste unterschiedlicher Unternehmen dynamisch gebündelt werden – eine Art Webshop für Dienstleistungen, die man sich modulartig je nach Bedarf einkaufen kann.

Ein Beispiel aus der Versicherungsbranche.

Eine Privatperson meldet mit einem Smartphone einen Schaden am Auto über ein Online-Formular, das mittels eines Webdienstes direkt die Anlage einer Schadensmeldung bei der Versicherung erzeugt. Die Versicherung kann dann unter Angabe aller relevanten Daten – Zeit, Kosten und Qualifikation – über die Plattform zertifizierte Werkstätten, Abschleppdienste und Mietwagenunternehmen und weitere kombinierte Dienstleistungen suchen. Gutachter könnten ihre Bewertung direkt in den Versicherungsfall einspeisen – die Reparaturarbeiten lassen sich für alle Beteiligten verfolgen. Rechnungen sind automatisch prüfbar und Rückmeldungen der Versicherten für die Verbesserung der Schadensbehebung können evaluiert und in neue Dienstleistungen umgesetzt werden.

Momentan liegen unternehmensnahe Dienste im Fokus der Betrachtung. Denkbar sind aber auch Dienste für jedermann, beispielsweise für Pflegedienste für zu Hause. »Die gesamte Dienstleistungspalette wird Dank der Entwicklungen bei TEXO erschließbar«, ist sich Terzidis sicher. »Das birgt Wachstumspotenziale, da Bedarfe adressiert werden können, wo früher die kritische Masse fehlte. Und es werden effiziente Eco-Systeme entstehen, die die Voraussetzung für eine solche Variantenvielfalt schaffen.«

Die kritische Masse erreichen.

Das Projekt hat mittlerweile die Entwicklungsphase verlassen. Nun gilt es, das Service-Eco-System durch ein reiches Anbieterspektrum in Fahrt zu bringen. Ziel ist es, die für den Erfolg nötige kritische Masse zu erreichen. Da man sich am Anfang befinde, hätten laut Terzidis Einsteiger momentan noch die Möglichkeit, diese sich abzeichnende »Umwälzung« mitzugestalten, vorzudenken und auszuprägen. Auch wenn niemand vorhersehen kann, wie schnell sich diese Vorgänge abspielen werden, müssten Unternehmen aufpassen, dass sie nicht irgendwann von der Entwicklung überrollt würden. »Im Internet können sich solche Veränderungen sehr schnell vollziehen«, so Terzidis.

Um die Hürde zur Mitgestaltung solcher Prozesse zu senken, hat das Forschungsprogramm THESEUS nun gemeinsam mit der SAP AG den Ideenwettbewerb »Enterprise Apps für das TEXO Lab 2011« ausgeschrieben, der sich sowohl an Einzelpersonen als auch an Unternehmen richtet: Kreative Denker sind bis zum 15. Dezember 2011 aufgerufen, Konzepte und Modelle für innovative Geschäftsideen oder Business-Szenarien im Bereich der unternehmensnahen Dienstleistungen zu entwickeln. Voraussetzung dabei ist, dass die Idee in der Dienstbeschreibungssprache USDL verfasst wird.

USDL steht für »Unified Service Description Language« und ist eine plattformneutrale Dienstbeschreibungssprache, die im Rahmen des Anwendungsszenarios TEXO entwickelt wurde. Sie dient dazu, Dienstleistungen sinnvoll miteinander zu kombinieren und online handelbar zu machen. Der zur Erstellung der USDL-Datei notwendige Editor kann auf der Webseite www.internet-of-services.com zu den dort angegeben Bedingungen heruntergeladen werden. Der Wettbewerbsbeitrag soll insbesondere den durch THESEUS TEXO ermöglichten Fortschritt gegenüber dem aktuellen Stand der Technik und bestehenden Lösungen darlegen. Darüber hinaus sollen auch erste Überlegungen zur Umsetzbarkeit gezeigt werden.

Schließlich soll der Wettbewerb dazu beitragen, Mehrwert und Vielfalt im Eco-System-Umfeld zu schaffen und Nutzenpotenzial auszuschöpfen. Dabei geht es nicht nur um globale Konzepte, die Vorhaben können sich durchaus auch regional ausprägen. So könnte sich beispielsweise in Hannover ein eigenes Dienste-Eco-System mit eigener Plattform entfalten. »Die Dienste müssen zusammenkommen«, sagt Terzidis. So wird der derzeit rückständigen Suche nach speziellen Dienstleistungsangeboten im Internet auf die Sprünge geholfen.

Christoph Berger

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Weitere Informationen zum Ideenwettbewerb und zu THESEUS TEXO unter www.internet-of-services.com.

 

THESEUS ist das größte Forschungsprogramm Deutschlands im Bereich der Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und hat das Ziel, eine effizientere Wissenserschließung und neue Dienste im Internet zu ermöglichen. Erstmals nimmt Deutschland bei der Nutzung semantischer Technologien und der Schaffung neuer Standards für das Internet der Dienste eine Vorreiterrolle ein, die auch international Beachtung findet.

Unter dem Dach von THESEUS entwickeln 60 Forschungspartner aus Wissenschaft und Wirtschaft neue Technologien für das Internet der Dienste. Das Forschungsprogramm wurde Ende 2007 gestartet und hat eine Laufzeit von fünf Jahren sowie ein Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro, die jeweils zur Hälfte vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) und von den beteiligten Partnern aus Industrie und Forschung aufgebracht werden.

www.theseus-programm.de  

 

 


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