IBM Die neue Rolle des Rechenzentrums

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Die Rolle des Rechenzentrums

Die Zukunft gehört dem »smarten« Rechenzentrum

Das Rechenzentrum ist das Rückgrat der IT im Unternehmen: Hier treiben leistungsstarke Server- und Speichersysteme die geschäftskritischen Systeme an, auf die sich die Arbeit im Unternehmen stützt, also Anwendungen, E-Mail und andere Kommunikationssysteme oder die Websites. Die Rolle des Rechenzentrums als Teil des Geschäftsbetriebs wird auch deswegen immer wichtiger, weil Unternehmen zunehmend auf vernetzte, instrumentalisierte und intelligente Technologien setzen. Diese Evolution verändert die Art und Weise, wie Manager und IT-Entscheider heute über die Zukunft des Rechenzentrums nachdenken.

 

D

as Rechenzentrum fungiert schon lange nicht mehr nur als eine Art isolierte »Abteilung zur Geschäftsautomatisierung«. Für viele Unternehmen befindet es sich heute direkt am Herzen des Unternehmens selbst, unterstützt es doch viele unterschiedliche Geschäftsfunktionen: Es macht sichtbar, wo und wie die Unternehmens-Assets eingesetzt werden, es macht Geschäftsprozesse verfügbar und hinterlegt sie mit Rechenleistung, es sammelt die Vitaldaten zu Markt und Kunden und es gibt nicht zuletzt vielen Unternehmen ein Gesicht – und zwar im Web.

Der Wandel beginnt erst.

Obwohl sich das Rechenzentrum in den letzten Jahren bereits stark verändert hat, steht es erst am Anfang einer noch größeren Transformation. Angetrieben von der immer höheren Frequenz, mit der neue Chancen und Risiken auf dem Markt auftauchen, beschleunigt sich dieser Wandel stetig:

·                     Die Datenflut nimmt kein Ende – in einem durchschnittlichen Unternehmen verdoppelt sich die Datenmenge alle 18 Monate. Mit Hilfe von Business-Analytics-Technologien und anderen Entscheidungshilfen auf Basis von Daten kann buchstäblich noch das letzte Byte davon genutzt werden.

·                     Auch die zunehmende Kontrolle durch Stakeholder und Gesetze wirkt sich auf das Rechenzentrum aus. Davon sind Disziplinen wie Identitäts- und Zugangsmanagement, Datenspeicherung, Audits oder Compliance betroffen, aber auch das nachhaltige Wirtschaften mit den Ressourcen.

·                     Die Konvergenz von IT und anderen Unternehmens-Assets durch die zunehmende Vernetzung von Geräten, Anlagen und Infrastrukturen zum Beispiel durch RFID-Technologie stellt eine direkte Verbindung zwischen dem Rechenzentrum und allen anderen Geschäftsbereichen sowie Partnern und Kunden her. Dieses Zusammenwachsen verlangt nach hoher Verfügbarkeit, Leistung und Kapazität.

·                     Unternehmen müssen immer schneller auf neue Chancen und Herausforderungen am Markt reagieren können. Daher versuchen sie zunehmend durch Cloud-Computing-Modelle den Rechenzentrumsbetrieb agiler, flexibler und effektiver zu gestalten.

 

In Reaktion auf diese Herausforderungen verändern die RZ-Leiter die Schlüsselbereiche ihres Betriebs: Sie virtualisieren vermehrt Server-, Storage- und Netzwerkressourcen. Auch automatisieren sie mit Hilfe moderner Service-Management-Software Cloud-Services und machen sie schnell verfügbar, beispielsweise auch als Self-Service. Zudem werden Rechenzentren immer transparenter und verschaffen den Managern und Nutzern eine bessere Übersicht über Betrieb, Leistung und Kosten. Prozessbasiertes Service-Management wird mehr und mehr zum Standard, was sicherstellt, dass Konfigurationen streng kontrolliert und überwacht werden. Nicht zuletzt helfen immer mehr automatisierte Prozesse den RZ-Managern ihre Services zu verbessern und gleichzeitig die Kosten unter Kontrolle zu halten.

Beispiel Bankensektor.

Die moderne Bankindustrie ist beispielsweise eines der komplexesten Systeme auf dem Planeten überhaupt. Täglich werden auf der ganzen Welt mehr als 75 Billionen US-Dollar bewegt. Die Lieferkette ist extrem vernetzt, die einzelnen Glieder darin sind stark voneinander abhängig. Und das gesamte Ökosystem lebt von einem konstanten Informationsfluss.

Die Bankindustrie braucht daher jederzeit eine klare, einheitliche Sicht darauf, wie dieses System funktioniert. Die Integrität des Systems bedarf strenger Kontrollen. Und um all die zahlreichen Aufgaben, die in diesem System anfallen, überhaupt bewältigen zu können, ist ein hoher Grad an Automatisierung notwendig. Diese Funktionen liefert das Rechenzentrum der nächsten Generation durch integriertes Service-Management und ermöglicht damit Geschäftsanwendungen mit extrem hohem Datenvolumen, hoher Leistung und hoher Verfügbarkeit.

Gerade das extreme Datenwachstum stellt Rechenzentren und deren Kostenstruktur vor Herausforderungen. Zwar sinken die Speicher-per-Byte-Kosten stärker, als das Moore’sche Gesetz den Bedarf erhöht. Das extreme Datenwachstum übertrifft jedoch auch diese Entwicklung.

Ein Rechenzentrum ist daher nur dann wirklich »smart«, wenn es mit den Mitteln ausgestattet ist, diese Flut zu bezwingen. Dazu zählen beispielsweise Technologien wie Echtzeitkompression, Datendeduplikation und automatisierte Migration. All diese Technologien sind heute bereits verfügbar und ermöglichen zahlreiche überzeugende Geschäftsszenarien: Eine gut gemanagte Datenumgebung kann die Total-Cost-of-Ownership um bis zu 30 Prozent senken. Diese Einsparungen ergeben sich durch die Reduzierung der Komplexität sowie durch weniger Arbeitsstunden und Kosten für Kühlung und Strom. Investitionen dieser Art können sich schon in drei bis 12 Monaten auszahlen.

Im Herzen sicher.

Ein weiterer Fokus des smarten Rechenzentrums ist die Sicherheit. Da immer mehr Geräte mit dem Unternehmensnetz verbunden werden, steigt der Bedarf, die geschäftskritischen Daten darin auch adäquat zu sichern. Denn die Zahlen sind alarmierend: Etwa 49 Prozent der Datenverluste entstehen durch verlorene oder gestohlene Laptops oder anderer Datenträger wie USB-Sticks. Das wirkt sich auf die Profitabilität eines Unternehmens aus. Laut einer Studie des Ponemon Instituts beliefen sich die Kosten für einen durchschnittlichen Datenverlust bei Unternehmen im letzten Jahr in den USA auf 7,2 Millionen US-Dollar, im Jahr davor waren es 6,8 Millionen (Ponemon Institute Annual Study: U.S. Cost of a Data Breach). Zudem hatten es die Unternehmen 2010 vermehrt mit ausgeklügelten, speziell auf ihr Ziel zugeschnittenen Bedrohungen zu tun, wie zum Beispiel der IBM X-Force Trend and Risk Report vom März 2011 offenbarte.

Unternehmen können heute zwar schon viel tun, um die Risiken im Rechenzentrum zu minimieren. Das größte Risiko bleibt dabei jedoch der Mensch. Dass die Mitarbeiter heute mehr und mehr mobil arbeiten ist eine Tatsache, der sich jedes Unternehmen stellen muss. Die Mitarbeiter loggen sich mit ihren eigenen Geräten im Hotel, zuhause oder im Büro ins Netzwerk ein und nehmen umgekehrt die Firmen-Notebooks mit auf die Reise. Gestohlene oder verlorene Geräte legen intellektuelles Kapital bloß. Sorgloser Umgang mit dem Unternehmensnetzwerk kann dazu führen, dass vertrauliche Dokumente die Runde machen. Kriminelle Insider können Malware einschleusen oder das Unternehmen ausspionieren. Ein durchgängiges Sicherheitsmanagement kann diese Risiken senken und bis zu 40 Prozent der Total-Cost-of-Ownership sparen. Verfügbar sind beispielsweise Lösungen für E-Mail-Schutz oder Backup-Clouds, die Daten auf Servern, Desktops oder Laptops automatisch sichern und schnell wiederherstellen.  

Aufgrund der komplexen Umgebungen wird Sicherheit nicht nur im Rechenzentrum benötigt, sondern an jedem Endpunkt des Netzwerks. Um wirklich die Kontrolle über das Betriebszentrum des Unternehmens zu erlangen, benötigen IT-Manager eine Top-down-Sicht. Nur so können sie all die Services und Anwendungen, die in ihrem geschäftlichen Kontext auftauchen, sicher in die eigene Systemlandschaft einbinden. Durch den Ansatz eines integrierten Service-Managements können Unternehmen von Technologien wie Cloud Computing und Virtualisierung profitieren und gleichzeitig die Sicherheits-Herausforderungen in einem komplexen, mobilen und vernetzten Unternehmens managen.

Resümee.

Vielen Unternehmen mag das heute schon wie der Kampf gegen eine Hydra vorkommen. Tatsache ist, dass die Anforderungen noch zunehmen werden. Daten sind die Währung unserer Gesellschaft und treiben jeden einzelnen Aspekt eines Unternehmens an. Sie spielen heute in jeden Lebensbereich hinein, sei dies auf der Facebook-Page, über die iPhone-App oder im Unternehmensnetzwerk und in der IT-Infrastruktur. Indem man sich deren wachsende Bedeutung in Zukunft bewusst macht, kann man sich auch für die damit zusammenhängenden Herausforderungen für die IT wappnen und, was noch wichtiger ist, das Rechenzentrum dafür nutzen, Wettbewerbsvorteile zu sichern und neue Umsatzquellen zu erschließen.

Marco Braun

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Marco Braun, Business Unit Executive Tivoli Software, IBM Deutschland

 

 

»Eine gut gemanagte Datenumgebung kann die Total-Cost-of-Ownership um bis zu 30 Prozent senken.«

 

 


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