Telefonica LTE

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Long Term Evolution

Von 3G zu 4G

LTE steht für Long Term Evolution und bringt Tempo in die mobile Datenübertragung: Bis zu zehnmal schneller lassen sich damit Daten aus dem Netz herunterladen – etwa datenintensive Videos, Präsentationen oder die Live-Übertragung von Konzerten und Sportveranstaltungen.

 

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arcus Thurand, Head of Mobile Access im Bereich Access & Transport von Telefónica Germany gibt einen Einblick in die Entwicklung und den Ausbau des LTE-Netzes.

 

 

Telefónica Germany nahm Anfang September 2010 das erste städtische LTE-Pilotnetz in München mit 2,6-Gigahertz-Equipment in Betrieb, das andere städtische Pilotnetz in Halle läuft nun ebenfalls und auch ländliche Gemeinden werden im 800-Megahertz-Band versorgt. Wie weit ist seitdem der LTE-Netzausbau vorangeschritten?

Den Aufbau der Netze für die kommerzielle LTE-Nutzung startete Telefónica Germany zu Beginn dieses Jahres und schon seit Dezember laufen Friendly-User-Tests in unseren Pilotnetzen. Die Einführung von LTE-Produkten für Endkunden ist seit Mitte des Jahres in Gang. Zuerst versorgen wir ländliche Gebiete wie beispielsweise Klein Wanzleben und Alsleben in Sachsen-Anhalt sowie weitere Orte mit der neuen Funktechnik. Telefónica Germany unterstützt damit die Breitband-Initiative der Bundesregierung, die ländlichen Gebiete mit schnellen Internetzugängen auszustatten.

 

Was sind die gravierendsten Unterschiede zum bisherigen UMTS-Netz?

LTE steht für Long Term Evolution und bedeutet die Weiterentwicklung des heute von Smartphones und Notebooks genutzten Mobilfunkstandards UMTS/HSPA der dritten Generation (3G). Der mobile Internetzugang mit LTE ermöglicht um Größenordnungen schnellere Datenübertragungen sowohl vom Internet zum Endgerät als auch in umgekehrter Richtung. Die Übertragungsdauer pro zu sendender Datenmenge verkürzt sich dadurch erheblich. Durch die moderne drahtlose LTE-Technik werden bis zu zehnmal höhere Datengeschwindigkeiten als bei herkömmlichem DSL über die Teilnehmerleitung realisierbar.

Darüber hinaus verringert sich bei LTE merklich die Reaktionszeit des Netzes, innerhalb derer ein Aufruf einer Internetseite entgegengenommen und zum Server weitergeleitet wird. Bei den Internet-Downloads erzielt LTE Übertragungsraten von fast 100 Megabit pro Sekunde – das ist das Fünffache der heute möglichen HSDPA-Geschwindigkeit. Diese Kapazitätssteigerung ist besonders bei datenintensiven HD-Videos, Online-Computerspielen, Live-Streamings und großen Downloads spürbar.

 

Werden Sie UMTS- und LTE-Netze künftig parallel betreiben?

Es gibt mehrere Übertragungstechniken, die sich ergänzen. Von daher wird Telefónica Germany neben LTE auch weiter UMTS, HSPA und HSPA+ für die mobile Breitbandversorgung einsetzen.

 

Inwiefern müssen sich die Hersteller mobiler Endgeräte auf die neuen Services einstellen beziehungsweise ihre Hardware optimieren?

LTE ist ein neuer Mobilfunkstandard, der auch neue Endgeräte verlangt. Außerdem werden jetzt die neuen Funkfrequenzen aus der Digitalen Dividende verwendet. Es ist also neue Hardware nötig, um LTE zu benutzen.

 

Können UMTS-fähige Endgeräte denn im neuen Mobilfunknetz noch genutzt werden?

An unseren Standorten hängen fast immer mehrere Antennen für verschiedene Funktechniken. Im Moment sind das GSM, EDGE, UMTS und HSPA. In Zukunft wird auch LTE dazugehören. Die bisherigen Funktechniken werden natürlich weiter genutzt, die heutigen Endgeräte werden also auch in Zukunft noch funktionieren. Aber daneben wird eben auch LTE als eine weitere Funktechnik in neuen Frequenzbereichen aufgebaut. Dafür wird es auch ganz neue Endgeräte geben. Das werden zuerst USB-Sticks und WLAN-Router sein, aber wir werden bald auch schon LTE-Smartphones und Tablets sehen. In den USA sind schon die ersten im Einsatz.

 

Gibt es Hürden, die hierzulande einer flächendeckenden Verbreitung des neuen Mobilfunkstandards im Wege stehen? Wenn ja, welche?

Aus unserer Sicht nicht. Mit unseren LTE-Pilotnetzen in München, Ebersberg, Halle und Teutschenthal sammelten wir schon viele Erfahrungen für den Aufbau der Mobilfunknetze der Zukunft. Unser Ziel ist es, diese neue Technik möglichst bald unseren Kunden anzubieten. Dafür arbeiten wir eng mit Netzwerkausrüstern und Geräteherstellern zusammen und nutzen das weltweite Know-how von Telefónica. Wir unterstützen außerdem die Breitbandinitiative der Bundesregierung. Mit Hilfe der neuen Technologie werden wir unseren Teil dazu beitragen, um die weißen Flecken in der Breitbandversorgung auf dem Land zu erschließen.

 

Welche Technologiepartner unterstützen Telefónica Germany bei dem LTE-Netzausbau?

Um die neue Technik möglichst schnell für unsere Kunden bereit zu stellen, arbeiten wir eng mit Netzwerkausrüstern und Geräteherstellern zusammen. Die Technologiepartner für den LTE-Netzausbau sind Huawei Technologies im Süden und Westen Deutschlands sowie Nokia Siemens Networks in allen anderen Bereichen des Telefónica-Germany-Netzes.

 

A propros Partner: Mit den Partnern Huawei und AVM hat Telefónica Germany im Dezember 2010 die sogenannten »Friendly-User-Trials« gestartet. Hier können ausgewählte Kunden die LTE-Pilotnetze nutzen. Was genau wird mit den Pilotnetzen untersucht?

Zuerst haben wir unsere Netze selbst intensiv getestet und optimiert. Erst als wir zufrieden waren, wurden sie für die Friendly-User-Tests geöffnet. Alle bisherigen Optimierungen müssen sich in Netzen mit Nutzern beweisen, dabei erleben wir auch Überraschungen. Außerdem führen wir weiter regelmäßige Drivetests durch, beobachten die Technik und ihre Qualitätsparameter, überwachen die Hotline auf Beschwerden und führen Kundenbefragungen durch. Diese Informationen nutzen wir, um unser Netz noch besser zu machen – dabei helfen uns die Friendly-User-Tests sehr.

 

Gibt es schon erste Erkenntnisse aus den Trials?

Die Friendly User Trials sind sehr aufregend und wir haben schon unglaublich viele Daten gesammelt, die wir zurzeit noch auswerten. Allerdings zeichnet sich schon das eine oder andere Ergebnis ab. So haben wir festgestellt, dass der Nutzer zu Anfang sehr große Downloads startet, um einen Eindruck von der Leistungsfähigkeit von LTE zu bekommen. Danach fällt er dann in ein »normales« Nutzungsschema zurück.

Die bisherigen Tests im Netz bestätigen unsere Erwartungen an das Potenzial von LTE, aber wir haben auch noch ein bisschen zu tun, um unseren Kunden das perfekte LTE-Erlebnis zu präsentieren. Wir arbeiten mit Hochdruck daran, jeden Tag besser zu werden und setzen die Verbesserungsvorschläge, die sich aus den Friendly-User-Tests ergeben, bestmöglich um.

 

Für wann ist der kommerzielle Roll-Out geplant? Wann genau können Kunden mit den ersten Tarifen rechnen?

Die Einführung der LTE-Produkte für Endkunden hat bereits stattgefunden. Sobald die Auflagen der Bundesnetzagentur erfüllt sind, werden wir LTE 800 auch in den Städten anbieten. Das könnte schon in wenigen Monaten der Fall sein.

 

Ganz allgemein gefragt: Wo liegt ihrer Meinung nach der Nutzen von LTE für Unternehmenskunden?

LTE ermöglicht nicht nur mehr Bandbreite als die bisherigen Mobilfunktechniken, es hat auch andere Vorteile, wie die extrem geringen Latenzzeiten. Die neuen Netze bieten höchste Übertragungsleistungen und sind dennoch mobil nutzbar. Unseren Kunden eröffnen sich dadurch neue Möglichkeiten, wie Realtime Collaboration oder Videokonferenzen, für die bisher immer ein DSL-Anschluss nötig war. Außerdem eröffnet LTE gleichzeitig stationäre, nomadische und mobile Anwendungsformen in einem einzigen Netz. Dadurch können wir neue konvergente Dienste anbieten, die verschiedene Aspekte des bisherigen Festnetzes und des Mobilfunks kombinieren.


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