Videokonferenz mit großer Teilnehmeranzahl

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Zeitung machen per Videokonferenz

Die besten Storys fest im Blick

Regionale Tageszeitungen müssen nah an ihren Lesern sein. Verlage setzen deshalb auf ein dichtes Netz von Lokalbüros, die sich permanent mit der Mantelredaktion und untereinander austauschen sollten. Die Märkische Oderzeitung nutzt zur Verbindung ihrer elf Lokalredaktionen mit dem Hauptsitz in Frankfurt (Oder) eine Videokonferenzsoftware die speziell für Meetings mit großen Teilnehmerzahlen entwickelt wurde.

 

M

it rund 250.000 täglichen Lesern ist die Märkische Oderzeitung die größte regionale Tageszeitung in Ostbrandenburg. Elf Lokalredaktionen sorgen zusammen mit der Mantelredaktion in Frankfurt (Oder) dafür, dass die Menschen in dieser Region jeden Tag über das aktuelle Geschehen in der Welt, in Brandenburg und vor ihrer Haustür informiert werden. Diese dezentrale Organisationsstruktur gewährleistet eine authentische Lokalberichterstattung, erfordert aber auch den regelmäßigen Austausch der verschiedenen Redaktionen unter dem Druck der Aktualität. Um diese Abstimmungsprozesse schnell und unkompliziert zu gestalten, nutzen die Ostbrandenburger unter anderem für ihre tägliche Redaktionssitzung jetzt die Videokonferenzlösung PlaceCam 3 des Berliner Softwareherstellers daviko, die auch bei Meetings mit vielen Clients eine flüssige und hochauflösende Signalübertragung ermöglicht.

Konferenz von Schwedt bis Eisenhüttenstadt

Die tägliche 11-Uhr-Konferenz ist längst nicht mehr nur für die beiden Chefredakteure, die Ressortleiter in der Frankfurter Hauptredaktion und den Frankfurter Lokalchef ein Pflichttermin. Auch die elf Leiter der Lokalbüros zwischen Schwedt und Eisenhüttenstadt nehmen von ihrem PC-Arbeitsplatz per Videokonferenzschaltung an der Sitzung teil. Zusammen schätzen sie das aktuelle Blatt mit seinen Stärken und Schwächen sowie im Vergleich zur Konkurrenz ein. Sie stimmen sich inhaltlich ab und planen die nächste Ausgabe. Überschneidungen in den einzelnen Zeitungsteilen können so vermieden und Arbeitsaufträge ohne Dopplungen verteilt werden. »Früher haben wir die Zusammenarbeit über ein schriftliches Protokoll der Redaktionskonferenz in Frankfurt organisiert, das anschließend zur Kenntnisnahme an alle Lokalchefs verschickt wurde. Das kostete wertvolle Zeit und schränkte die Möglichkeiten der Lokalchefs zum Dialog mit der Mantelredaktion merklich ein«, erinnert sich der IT-Verantwortliche bei der Märkischen Oderzeitung Jürgen Henschel. Das äußerte sich besonders in der täglichen Blattkritik, bei der jeweils eine Ausgabe des Vortages kritisch unter die Lupe genommen wird. Hier waren die Lokalchefs damals so gut wie gar nicht involviert und fühlten sich oft ungerecht angegriffen.

Auf der Suche nach der richtigen Verbindung

Die Anschaffung einer Videokonferenzsoftware, mit der die einzelnen Redaktionen in Echtzeit miteinander kommunizieren konnten, lag also nahe. »Die Lösung nach der wir suchten, sollte auf den vorhandenen PCs funktionieren und die Investitionskosten in Konferenzhardware überschaubar halten. Darüber hinaus sollten die Redakteure sie leicht bedienen können. Dabei haben wir zunächst nicht bedacht, dass bei zwölf beteiligten Standorten eine beträchtliche Anzahl an Clients zusammengeschaltet werden muss«, so Jürgen Henschel. Entsprechend ernüchternd waren die Erfahrungen mit einer Videokonferenzsoftware, die nach dem Peer-to-Peer-Prinzip arbeitet und so alle beteiligten Clients direkt miteinander verbindet. Jeder beteiligte Rechner muss seine ausgehenden Audio- und Videodaten hierbei an alle anderen PCs schicken. »Für Konferenzen mit einer mittleren Teilnehmerzahl mag eine solche Lösung ausreichen, aber das Zusammenschalten von zwölf Standorten in unserer Redaktionskonferenz war nur unter erheblichen Qualitätseinbußen möglich«, beschreibt Jürgen Henschel die Erfahrungen der Zeitungsmacher. »Gerade bei der Blattkritik machte sich dieses Manko besonders bemerkbar. Stockungen und Ausfälle bei der Audio- und Videoübertragung verhinderten leider genau jenen konstruktiven Dialog, den wir eigentlich schaffen wollten.« Deshalb setzt man bei der Märkischen Oderzeitung heute auf PlaceCam 3. Die Software verbindet bis zu 40 Konferenzteilnehmer über einen leistungsfähigen internen oder externen Server. »Die Clients und unsere DSL-Leitung werden durch diese Art des Zusammenschaltens entlastet, was die Qualität der übertragenen Bilder und Töne spürbar verbessert«, weiß Jürgen Henschel. Dank H.264-Videocodierstandard und 16-kHz-Sampling sowie sprachoptimierter Audiokomprimierung liefert PlaceCam 3 den Redakteuren heute die Bild- und Tonqualität, die für die Besprechung und Planung der einzelnen Ausgaben erforderlich ist.

Guck mal, wer da spricht

Durch den Umstieg auf PlaceCam konnten die Brandenburger noch ein weiteres Problem lösen: Anders als die Lokalchefs, die von Einzelarbeitsplätzen aus zugeschaltet werden, nehmen die sechzehn Mitglieder der Mantelredaktion als Gruppe in einem Konferenzraum an dem virtuellen Meeting teil. »Da es in diesem Raum nur eine fest installierte Kamera gab, waren wir hier besonders auf eine exzellente Audioübertragung angewiesen, die auch leisere Stimmen erfasste und den anderen Konferenzteilnehmern eine eindeutige Identifizierung des Sprechers ermöglichte«, erklärt Jürgen Henschel. »Allerdings machte uns lange die Akustik des Raumes einen Strich durch die Rechnung. Immer wieder überlagerten Außengeräusche oder das Geraschel von Zeitungsseiten das Gesagte und verhinderten so den effektiven Austausch. Dass PlaceCam 3 als nahezu einzige Desktop-Lösung auch die 360-Grad-Kamera Polycom CX5000 unterstützt, kam uns deshalb sehr entgegen.« Mithilfe dieser Plug-and-Play Hardware erscheinen bei den Lokalchefs neben den Bildsignalen aus den anderen Außenstellen gleich zwei Videostreams aus dem Frankfurter Konferenzraum auf dem Schirm: Eine große Rundumansicht zeigt alle hier anwesenden Teilnehmer. Gleichzeitig erkennt die Kamera automatisch, wer in Frankfurt gerade spricht und überträgt dessen Porträtausschnitt in einer zusätzlichen Ansicht. Sechs integrierte Richtmikrofone sorgen dabei für eine optimale Audioqualität.

»Mit dem Umstieg auf PlaceCam läuft die Redaktionskonferenz inzwischen reibungslos. Die Bild- und Tonübertragung ist trotz der beträchtlichen Anzahl involvierter Lokalbüros stets flüssig und die Anbindung der 360-Grad-Kamera ermöglicht allen beteiligten Redakteuren einen natürlichen und selbstverständlichen Austausch«, resümiert Jürgen Henschel. Deswegen planen die Zeitungsmacher künftig, die Lösung auch in anderen Bereichen des Verlags zu nutzen. Schon bald können dann auch die Anzeigenabteilung und der Vertrieb der Märkischen Oderzeitung grenzenlos kommunizieren.

Mario Weis

 

 

 


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