Plaut SWIFT-Anbindung für Unternehmen

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SWIFT-Anbindung für Unternehmen

Kanada – Qatar mit einem Klick

Geldinstitute haben ihn schon seit 1973: den sicheren, international standardisierten Nachrichtenaustausch über SWIFT, die Society for Worldwide Interbank Financial Telecommunications. Neu ist, dass die Genossenschaft ihre Schnittstellensoftware und ihr Übertragungsnetz seit 2010 auch Unternehmen anbietet. Selbst der gehobene Mittelstand kann jetzt von den Vorteilen des Verfahrens profitieren.

 

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eben Geldinstituten bauen börsennotierte Großunternehmen, die oft auch eine eigene Hausbank betreiben, schon lange auf einen eigenen SWIFT-Code. Warum? Die Anbindung an das Netz des weltweiten Zahlungsabwicklungsdienstleisters erleichtert ihnen die Kommunikation mit Banken rund um den Globus. Bisher waren international aufgestellte Unternehmen ohne solch einen SWIFT-Code gezwungen, viele lokale Electronic-Banking-Tools einzusetzen. Die Kosten für Wartung und Betrieb dieser unterschiedlichen Systeme ist hoch. Außerdem stellen sie ein Sicherheitsrisiko dar, da die Steuerung der verschiedenen Systeme und Kommunikationswege komplex ist.

Seit 2010 drängt die Politik SWIFT dazu, sich dem gesamten Markt zu öffnen, anstatt nur Banken und Versicherungen zu bedienen. Die Genossenschaft hat sich daraufhin zum Ziel gesetzt, sich bis zum Jahr 2015 rund 5.000 Unternehmen zu öffnen – bisher haben sich schon rund 700 Unternehmen weltweit dafür entschieden. Zielgruppe sind größere, international aufgestellte Unternehmen – durchaus auch im Mittelstand. Zwar sind viele von ihnen noch unschlüssig, ob sich die Anbindung an das SWIFT-Netz für sie tatsächlich lohnt. Doch über Kurz oder Lang müssen sie mit den Konzernen mitziehen, mit denen sie oft als Zulieferer verbunden sind.

Und es lohnt sich

In einem immer konkurrenzbetonteren, weltweiten und zunehmend regulierten Markt müssen mittlere und große Unternehmen ihre Geschäftsprozesse neu überdenken. Ziel ist es, Kosten zu reduzieren und ihre Wirtschaftlichkeit zu steigern. Das gelingt unter anderem, indem viele Prozesse automatisiert werden. Diese Automatisierung hat zudem den Vorteil, für erhöhte Transparenz zu sorgen und beispielsweise Audit-Verfahren zu erleichtern.

Eine SWIFT-Anbindung kann Unternehmen schnell diese Vorteile einfahren: Zum einen senken sie durch einen geringeren internen Verwaltungsaufwand die Kosten für ihre gesamte Transaktionskommunikation. Zweitens stehen alle Kontoauszugsinformationen in Echtzeit zur Verfügung und werden aktiv von den Bankpartnern gesendet, wodurch die Unternehmen ihre Liquidität besser steuern können. Gleichzeitig erreichen sie eine hohe Straight-Through-Processing (STP)-Rate; diese besagt, wie viel Prozent der Transaktionen in einem Prozess automatisch verarbeitet werden können – idealerweise sind das an die 100 Prozent. Nicht zu vergessen sind die weltweite Erreichbarkeit, höchste Sicherheitsstandards sowie die Möglichkeit, die Schnittstelle zum SWIFT-System nahtlos in alle bestehenden Back-end-Systeme zu integrieren.

Das richtige Paket für jede Anforderung

Es gibt drei Verbindungsmodelle für unterschiedlich hohe Volumina: Alliance Lite empfiehlt sich für mittlere bis große Unternehmen, die einige internationale Zahlungen pro Jahr verbuchen. Mit dieser Lösung erhalten Unternehmen über einen Browser Zugang zum SWIFT-Netz. Sie laden über die Schnittstelle Daten selbst manuell hoch und runter. Außerdem können sie ihre bestehenden ERP-Systeme direkt einbinden.

Für höhere Transaktionsraten eignet sich eine indirekte Verbindung zum SWIFT-Netz. Das Unternehmen nutzt in diesem Fall üblicherweise ein Service-Büro als Übermittler. Dazu überträgt es die Daten über eine Internetverbindung an das Büro, welches die Verbindung zum SWIFT-Netz herstellt – normalerweise zu bestimmten, festgelegten Service-Intervallen, beispielsweise einmal pro Woche oder pro Monat, je nach Anzahl der getätigten Transaktionen.

Schließlich können Unternehmen sich direkt an das SWIFT-Netz anbinden. Sie haben sozusagen eine Standleitung, über die Meldungen und Dokumente direkt mit der Genossenschaft ausgetauscht werden. Da das Unternehmen hierfür Ressourcen für die Verwaltung der Verbindung bereitstellt, lohnt sich die direkte Anbindung tatsächlich nur bei sehr vielen Transaktionen pro Jahr im internationalen Finanzverkehr.

Resümee.

Da die Einführung von SWIFT ein so neues Feld für Unternehmen ist und einige Fragen mit sich bringt, lohnt sich zuvor eine eingehende Beratung. Sowohl die betriebswirtschaftlichen Vorteile als auch die technische Machbarkeit wollen geprüft und analysiert sein. Dafür stellt das Unternehmen die nötigen Informationen zusammen: beispielsweise in welchen Ländern es aktiv ist, über wie viele und welche Banken und Konten die Transaktionen laufen und wer im Unternehmen eine Bevollmächtigung für Zahlungsvorgänge hat. In die Analyse muss auch die Qualität und Quantität aller Zahlungsprozesse und -systeme eingehen, oder die Frage wer überhaupt für welches Volumen bevollmächtigt ist, Zahlungen zu veranlassen. Auf dieser Grundlage können Unternehmen schließlich abwägen, welche Probleme derzeit am drängendsten sind – das kann beispielsweise die Kommunikation mit osteuropäischen Banken sein, wo die Bankenwelt aufgrund großer Umbrüche in den letzten Jahren sehr heterogen ist – sowie einen Plan erarbeiten, welche Art der Anbindung für das Unternehmen am sinnvollsten ist.

Stefan Dehn

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Stefan Dehn, Finance & Controlling, Plaut Consulting GmbH

 

 

Zu SWIFT

SWIFT wurde 1973 mit Hauptsitz in Belgien als Genossenschaft gegründet, um den elektronischen Nachrichtenaustausch innerhalb der Finanzindustrie zu ermöglichen.
Seit der Gründung hat sich SWIFT stetig weiterentwickelt und ist heute für über 9.000 Banken, Wertpapierhandelsgesellschaften und Firmenkunden weltweit die Standardlösung im Bereich elektronischer Kommunikation. Das Netzwerk ist in über 209 Ländern verfügbar und ermöglicht durch das breite Angebot von Standards und Produkten eine Automatisierung der vielfältigen Kommunikationsbedürfnisse.

Darüber hinaus fungiert SWIFT als Forum der Finanzindustrie und arbeitet traditionell eng mit Standardisierungs-Initiativen, wie beispielsweise der ISO, zusammen. Somit sind die Entwicklungen grundsätzlich auf die Bedürfnisse der Nutzer fokussiert.

SWIFT steht unter der Aufsicht der internationalen Bankengemeinschaft sowie der entsprechenden Behörden und bietet ein Höchstmaß an Sicherheit und Verfügbarkeit.

 

Weitere Informationen finden Unternehmen auf der Online-Community: https://www.swiftcommunity.net/corporates


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