Windows Phone 7

 Home | News | Hefte | Mediadaten | Online-Artikel | Kommentare | Trends | Wir-ueber-uns | Tipps | Impressum | CeBIT 2012

 

Home
News
Trends
Hefte
Online-Artikel
Kommentare
Service-Angebote
Feedback
Abonnement
Wir-ueber-uns
Tipps
Impressum
Veranstaltungen


»manage it« als

E-Paper  11-12 2011
E-Paper  9-10 2011
E-Paper  5-6 2011
E-Paper  3-4 2011
E-Paper  1-2 2011
E-Paper  11-12 2010
E-Paper  9-10 2010

E-Paper  7-8 2010
E-Paper  5-6 2010
 



 




 

 


 




 


 


 

 

Microsofts Chance im Smartphone-Geschäft führt über das Windows-Know-how

Windows Phone 7: Kleine Apps fürs Big Business

Nutzern erleichtert die aktuelle Version des Betriebssystems Windows Phone 7 (WP7) dank Business-Anwendungen rund um die Office Suite sowie die Vereinigung von Kontakten unterschiedlicher Sozialer Netzwerke in Hubs den Alltag. Auch Entwickler der erfolgreichen mobilen Anwendungen, der sogenannten Apps, sollen bei der Programmierung leichtes Spiel haben.

 

D

er Markt mit Smartphones und passenden Applikationen (Apps) boomt weiterhin: Laut Branchenverband BITKOM haben inzwischen über 15 Millionen Deutsche mobile Anwendungen auf ihrem Smartphone oder Handy installiert. Im Vergleich zum Jahr 2010 entspricht dies einem Zuwachs von 5 Millionen Usern [1]. Nach Apples Siegeszug mit dem iPhone und einer zunehmenden Akzeptanz für Android-Geräte hat Microsoft mit Windows Phone 7 (WP7) einen neuen Versuch gewagt, am Geschäft mit der Mobilität teilzuhaben – mit einem Marketingaufwand in Höhe von rund 500 Millionen US-Dollar.

Kein Wunder, denn neben privaten Anwendern nutzen immer häufiger auch Unternehmen den beeindruckenden Funktionsumfang der handlichen Alleskönner: ob für eine rasche Datenabfrage vom firmeneigenen ERP-System per WLAN oder UMTS, für das Management der Lkw-Flotte per GPS-Ortung oder als jederzeit verfügbares Auskunftsterminal für Bahn- oder Flugverbindungen. Darüber hinaus greifen Unternehmen immer öfter zur App-Entwicklung für Smartphones, wenn es darum geht, Kunden eine besondere Dienstleistung bieten zu können. Dazu gehören beispielsweise Tracking-Applikationen für Sendungsverfolgungen bei Logistikunternehmen oder praktische Produkt- und Preisabfragen, gekoppelt mit der jeweils geografischen Position des Anwenders. Smartphones entwickeln sich zum Wettbewerbsfaktor.

»WP7 passt in die Unternehmens-IT«

»Microsoft hat einen entscheidenden Vorteil und der heißt Windows«, so Michael Zill, CTO beim IT-Beratungsunternehmen Avanade Deutschland, einem Unternehmen von Microsoft und Accenture. Anders als mit iOS, Apples Betriebssystem für iPhones, und Android von der Open Handset Alliance unter Federführung von Google, setzt Microsofts WP7 direkt auf dem in Unternehmen reichlich vorhandenen Windows-Know-how auf. »WP7 passt zweifelsohne besser in die Unternehmens-IT als das iPhone«, erklärt Zill. So sei es Firmen mit Kenntnis über Microsoft Dotnet, Silverlight sowie Windows Presentation Foundation relativ problemlos möglich, das vorhandene Wissen auch bei der Entwicklung von Apps für WP7 zu nutzen.

Hier kommen mit WP7 Microsoft-typische Werkzeuge wie die Windows Phone Developer Tools auf Basis von Visual Studio 2010 Express und C# (c sharp) zum Einsatz. Auch die Anbindung an existierende Backend-Systeme stellen Entwickler für WP7 erfahrungsgemäß kaum vor Probleme – häufig existieren die zur Anbindung an Smartphones benötigten Application Programming Interfaces (API) bereits. Zill: »Das alles führt zu einem geringeren Zeitaufwand für die Entwicklung, weil Backend-Systeme und Smartphone-Apps Hand in Hand gehen.« Wichtig sei allerdings, wo sich die Schnittstellen an den internen Systemen befinden und wie die Kommunikation nach draußen stattfände. Hier empfehle es sich schon aus Sicherheitsgründen eine zusätzliche Schicht zwischen Backend wie etwa SAP und dem Internet.

Managed Code schafft Stabilität

Für Stabilität der Plattform und Apps sorgt Microsoft künftig mit einem verhältnismäßig restriktiven Anforderungskatalog: Die App-Entwicklung für WP7 setzt zwingend Windows Vista oder Windows 7 als Basisbetriebssystem voraus. Ältere Versionen wie Windows XP sowie Nicht-Microsoft-Betriebssysteme werden indes nicht unterstützt. Ebenso konsequent gestaltet sich die Programmierung selbst: Anders als in der Vergangenheit mit Windows Mobile 6 und Vorgängerversionen, dürfen Apps für WP7 ausschließlich mit sogenanntem Managed Code wie etwa Silverlight entwickelt werden. Anwendungen, die die Smartphone-Hardware direkt ansprechen, gehören damit ab sofort der Vergangenheit an. »Das trägt zur Stabilität bei und definiert klar, was eine App tun darf und was nicht«, so die Erfahrungen Zills. In diesem Zusammenhang hat Microsoft einen Apple-ähnlichen Store für Apps ins Leben gerufen, in dem Smartphone-Programme erst nach sorgfältiger Prüfung für die Zusammenarbeit mit WP7 landen. Anwender erhalten damit eine Garantie über die Kompatibilität der Apps mit dem Smartphone.

Auch die Oberfläche von WP7 selbst hat einen radikalen Schnitt erfahren: Statt des in Vorgängerversionen üblichen – und kontrovers diskutierten – Startmenüs zeigt WP7 nun sogenannte Hubs auf der Startseite. Das neue Design mit der Metrooberfläche vereint beispielsweise Daten aus diversen Quellen und zeigt diese übersichtlich an. Im Gegensatz zum Silverlight für die Desktop-Versionen von Windows bietet Silverlight für Windows Phone zusätzliche, Telefon-spezifische Komponenten wie das Panorama View Control oder die Phone Tasks. Bei Panorama Control handelt es sich um eine Komponente der Benutzerschnittstelle, die es erlaubt, durch seitliches Scrollen mehr Inhalt anzuzeigen als tatsächlich auf das Display passt. Microsoft verwendet diese Komponente beispielsweise für die Hubs, um Inhalte zusammenzufassen, wie etwa Tweets und Facebook-Statusänderungen im People Hub.

Aus strategischem Blickwinkel

Trotz aller Annehmlichkeiten für Windows-Entwickler stellt sich aus unternehmensstrategischer Sicht die Frage, ob eine entsprechende Entwicklung für WP7-fähige Smartphones intern oder besser von externen Dienstleistern übernommen werden sollte. Hier muss der Kosten-Nutzen-Aspekt sorgfältig abgewogen werden. »Mit der Entwicklung einer App ist es in der Regel nicht getan. Schließlich müssen auch diese Programme gepflegt und verbessert werden. Der Aufwand für eine interne Programmierung steht dann trotz des vorhandenen Windows-Know-hows oftmals nicht mehr in Relation zum Ergebnis«, erklärt Zill. In diesem Zusammenhang lohne sich häufig die Zusammenarbeit mit einem Partner, der sowohl die Anbindung an das Backend im Unternehmen als auch die mobile Entwicklung am Frontend beherrscht.

Ein Aspekt, den Avanade kürzlich im Vereinigten Königreich während der dreimonatigen Entwicklung einer App für die National Rail unter Beweis stellen konnte. Das WP7-Programm für Smartphones erlaubt es Kunden der Bahngesellschaft, Zugverbindungen zu planen oder Informationen über verspätete Züge zu erhalten. Zills Resümee: »Es geht bei der Entwicklung für mobile Geräte nicht mehr nur darum, eine stabile, funktionsreiche und zuverlässige App zu programmieren – sie muss dem Anwender Spaß machen. Das hat Microsoft von Apple und dem iPhone gelernt.«

Alexander Deindl

__________________________________________

Alexander Deindl, freier Journalist aus München

 

 

[1] http://www.bitkom.org/de/presse/8477_69195.aspx


Folgen Sie »manage it« auf Google+




 


 


 

 

 
Copyright © 2003-2012  ap Verlag GmbH