Schäfer IT-Sytems Klimalösung für Datacenter

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R-KOM öffnet Datacenter mit Klimalösung von Schäfer IT-Systems für Kunden

Regionaler Telekom-Provider geht neue Wege

Die Regensburger R-KOM GmbH & Co. KG ist der größte regionale Telefonanbieter Ostbayerns sowie ein gefragter Internetprovider. Inzwischen bietet das Unternehmen seinen Kunden auch die Möglichkeit, Rechenzentrumsfläche anzumieten. Im dafür neu errichteten Hochverfügbarkeits-Datacenter setzt R-KOM eine Klimalösung von Schäfer IT-Systems ein.

 

D

ie R-KOM war von Anfang an dabei in der Neuzeit der Telekommunikation: Gegründet im Mai 1997, erhielt das Unternehmen pünktlich zum Auslaufen des Telekom-Monopols im Januar 1998 offiziell die Lizenz zum »Betrieb von Übertragungswegen«. Bereits 1999 hatte die R-KOM mit ihrem eigenen Glasfasernetz das Stadtgebiet Regensburg so weit erschlossen, dass die Haushalte der Regensburger Kunden unabhängig von der Deutschen Telekom angebunden werden konnten. Im selben Jahr nahm die R-KOM auch ihren eigenen Internetknoten in Betrieb.

Mittlerweile bedient die R-KOM acht weitere Ortsnetze rund um Regensburg und ist damit der bedeutendste regionale Telefonanbieter in Ostbayern. Neben Privathaushalten nutzen auch Kommunalverwaltungen und viele wichtige Unternehmen der Region die Dienste der R-KOM – von der Sparkasse Regensburg über Osram Opto Semiconductors bis hin zu E.ON Bayern. Zusammen mit den Stadtwerken Regensburg und der REWAG Regensburger Energie- und Wasserversorgung AG & Co. KG ist E.ON Bayern auch Gesellschafter der R-KOM.

Parallel zum kontinuierlichen Anwachsen des Kundenstamms sind auch die Bandbreiten gewachsen. Vom Provider R-KOM verlangte dies eine schrittweise Erweiterung seiner Rechenzentrumskapazitäten. Im Zuge dieses stetigen Prozesses begann schließlich die REWAG als Bauherrin im Auftrag der R-KOM mit dem Neubau eines zweiten Rechenzentrums in Regensburg. Mit dieser Investition schuf die R-KOM nicht nur Raum für einen deutlich erweiterten eigenen Serverpark für ihr Telekommunikations-Geschäft, sondern erweiterte auch ihr bestehendes Geschäftsfeld der Vermietung von hochverfügbaren Datacenter-Kapazitäten.

Herausforderung.

Die bestehenden Räumlichkeiten zur Unterbringung von Servern waren ausgereizt. Die große Herausforderung liegt heutzutage in der energieeffizienten Erzeugung von Rechenzentrumskapazitäten. »Für viele kleine und mittelständische Kunden ist zwar der Betrieb eines Servers zwingend, der Bau eines Rechenzentrums nach aktuellem Stand der Technik aber unwirtschaftlich«, erklärt Jürgen Mayerhofer, der als Produktmanager die Datacenter-Dienstleistungen der R-KOM betreut. »Wir als Provider müssen unsere Rechenzentren aber natürlich sowieso nach den höchsten Standards in Bezug auf unterbrechungsfreie Stromversorgung, Brandschutz, Zutrittskontrolle und Klimatisierung ausstatten, da für uns und unsere Kunden Hochverfügbarkeit die absolute Schlüsselrolle spielt. Indem wir in unserem Datacenter freien Rackspace für Kunden mit einplanen, kommen diese auch in den Genuss unserer hohen Standards, und durch die anteilige Umlage der Gemeinkosten wird das für alle Beteiligten finanziell günstiger.«

Ein ganz massiver Kostenfaktor im IT-Betrieb lässt sich durch die Umlage freilich nicht automatisch reduzieren: der Stromverbrauch. Das neue Rechenzentrum der R-KOM, das am 9. Mai 2011 den Betrieb aufnahm, ist auf 200 kVA Rackleistung ausgelegt. Sind erst einmal alle 40 Racks mit Rechnern und Switches bestückt, werden große Mengen Energie nicht nur für den Betrieb, sondern auch für die Kühlung der Server erforderlich. Zwar steigt die Energieeffizienz der Rechner kontinuierlich an, dafür soll laut einer Studie des Marktforschungsinstituts Gartner der Anteil der Klimatisierung an den Energiekosten von Rechenzentren in wenigen Jahren auf deutlich mehr als 50 Prozent steigen – schon heute sind es Gartner zufolge zwischen 35 und 50 Prozent. Damit die von effizienten Servern eingesparte Energie nicht gleich wieder durch die Klimaanlage gepustet wird, gilt es daher für jedes Rechenzentrum je nach Anforderungen und baulichen Gegebenheiten das effizienteste Klimakonzept zu finden.

Klimatisierungskonzept.

Für das Datacenter Ostbayern konzipierte die E-TEC Power Management GmbH aus Langenfeld (Rheinland), die als Generalunternehmer Planung und Bau des Rechenzentrums übernahm, eine Lösung auf Basis des sogenannten »Open Loop mit Cold Section«-Konzepts: Klimageräte mit Wasseranschluss – in diesem Fall Seitenkühler, die zwischen den 19-Zoll-Serverracks platziert werden – kühlen als Luft-Wasser-Wärmetauscher die Luft herunter und blasen sie mittels Ventilatoren an die zu kühlenden Stellen der Server. Seitenkühler und Racks befinden sich dabei in einer Einhausung, also einem hermetisch abschirmbaren Raum innerhalb des Serverraums. Durch den Gang in der Einhausung strömt nur gekühlte Luft, daher »Cold Section«. Die Abwärme der Server wird an deren Hinterseite, die zugleich die Außenseite der Einhausung bildet, abgeführt. Durch die Einhausung verkleinert man das zu kühlende Luftvolumen, vermeidet die Vermischung kalter und warmer Luft und verhindert damit, dass ungenutzte Kaltluft erwärmt wird und erneut heruntergekühlt werden muss.

Kundenspezifische Lösung.

Für die Umsetzung des Klimakonzepts schlug E-TEC das Portfolio modularer Rechenzentrumslösungen von Schäfer IT-Systems vor. Der Siegerländer Datacenter-Spezialist bietet Komponenten unterschiedlichster Größenordnungen an – vom einzelnen 19-Zoll-Rack bis zur kompletten Einhausung in skalierbarer Größe. Aufgrund der modularen Philosophie von Schäfer IT-Systems sind alle Komponenten frei miteinander kombinierbar. »Wir gehen davon aus, dass man jedes Rechenzentrumskonzept an die individuelle Lage und die baulichen Gegebenheiten des Standorts anpassen muss«, begründet Peter Wäsch, Vertriebsleiter von Schäfer IT-Systems, den Grundgedanken hinter der Produktpalette. »Durch die modulare Abgestimmtheit unseres Portfolios bieten wir unseren Kunden die Flexibilität zur individuellen Anpassung – und auch die Möglichkeit zur unkomplizierten Erweiterung, wenn das Rechenzentrum wachsen soll.«

Den Vorteil dieser Philosophie für R-KOM bringt Jürgen Mayerhofer auf den Punkt: »Wir könnten mit demselben bewährten Anbieter weiterarbeiten, wenn einmal Erweiterungsbedarf im Rechenzentrum besteht.« Schon beim Neubau zeigten sich Zeit- und Kostenersparnisse, weil auch kleineres, aber unentbehrliches RZ-Zubehör direkt von Schäfer mitgeliefert wurde. »30 Serverracks mit einteiligen Türen, 10 viergeteilte Serverracks (Colo Racks), 2 Netzwerkschränke, 12 Seitenkühler« habe man, neben der Einhausung vom Typ »Cold Section«, von Schäfer IT-Systems im Einsatz, zählt Jürgen Mayerhofer auf. »Dazu etwas Zubehör, sondergefertigte Winkel, C-Profile, Gewindestangen zur Montage von Fibreguides auf den Racks.«

Zukunftssichere Effizienz.

Derzeit sind im Datacenter Ostbayern, das im Mai 2011 den Betrieb aufnahm, etwa 50 Server im Einsatz. Was bei der R-KOM letztlich den Ausschlag für die Schäfer-Lösung gab, war jedoch deren Zukunftssicherheit. »Wir haben uns wegen der Effizienz für Schäfer entschieden«, erklärt Jürgen Mayerhofer. »Die geringe Leistungsaufnahme des Klimasystems bei Volllast bietet uns die Sicherheit, dass die Energiekosten auch dann noch kontrollierbar bleiben, wenn sich immer mehr Racks im neuen Rechenzentrum mit den Servern unserer Kunden füllen.« So ist ein langfristiger erfolgreicher Geschäftsbetrieb als Anbieter von Datacenter-Kapazitäten möglich, ohne dass Folgeinvestitionen in die Klimatisierung erforderlich werden.

Seit der Eröffnung läuft der Betrieb im Datacenter reibungslos. Das einwandfreie Funktionieren aller Komponenten entschädigt Projektleiter Jürgen Mayerhofer etwas für die Turbulenzen in der Bauphase. Denn während alle Anstrengungen im Rechenzentrum auf die Senkung der Temperatur abzielen, litten die Bauarbeiten – Ironie des Schicksals – unter zu strenger Kälte. Kurz nach Baubeginn im November 2010 mussten die Arbeiten wegen Bodenfrost bis Januar 2011 unterbrochen werden.

»Bis auf den Bodenfrost waren wir mit allem sehr zufrieden«, kommentiert Jürgen Mayerhofer mit trockenem Humor und fügt ernsthaft hinzu: »Sehr geholfen hat uns in dieser Phase der unkomplizierte Service von Schäfer IT-Systems. Die bereits bestellten Komponenten wurden während der Unterbrechung dort eingelagert. Das hat uns logistischen Aufwand und zusätzliche Kosten erspart.«

Gerald Fiebig

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Gerald Fiebig, Fachjournalist in Augsburg

 

 

 

 


Bild 1: Der eingehauste Kaltgang im Datacenter Ostbayern enthält Serverracks mit einteiligen Türen sowie viergeteilte Colo Racks.

Bild: R-KOM.

 

 

 


Bild 2: Blick in den mit einer »Cold Section« von Schäfer IT-Systems eingehausten Kaltgang im Datacenter Ostbayern. Hinter den schmalen Türen mit Displays befinden sich die Seitenkühler. Bild: R-KOM.

 

 

 

 


Bild 3: Detailausschnitt mit Blick auf einen Seitenkühler der Schäfer-Serie »Loopus«.

Bild: R-KOM.

 

 

 

 


 

Bild 4: Die Kältemaschinen auf dem Dach des Regensburger Rechenzentrums stellen das kalte Wasser bereit, das durch die Wärmetauscher in der »Cold Section« gepumpt wird. Bild: R-KOM.

 

 


Bild 5: Peter Wäsch, Vertriebsleiter Schäfer IT-Systems.

Bild: Schäfer IT-Systems.

 


Bild 6: Jürgen Mayerhofer, Produktmanager R-KOM.

Bild: R-KOM.


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