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Business Rules Management Systeme legen SOA-Potenziale frei

Regeln für SOA

SOA kann eine durchaus effiziente IT- und Geschäftsstrategie sein – wenn sich das Unternehmen von seinen zumeist datengetriebenen Strategien zu lösen vermag.

 

S

eit Monaten führen Experten eine intensive Debatte über Vor- und Nachteile von serviceorientierten Architekturen. Dabei sind die Befürworter von SOA nach wie vor der Meinung, dass serviceorientierte Strukturen für Effizienz sorgen und hohe Einsparpotenziale mit sich bringen. Die Skeptiker hingegen halten einen schnellen ROI von neuen IT-Architekturen für fragwürdig. Mehr noch: Sie befürchten, dass der SOA-Boom nur einmal mehr eine ins Undurchdringliche wachsende Komplexität der IT-Landschaften verursachen könnte. Doch wie in den meisten Streitfragen so liegt die Wahrheit auch in diesem Fall in der Mitte.

Decision Services.

Serviceorientierte Architekturen sind zwar nicht die perfekte Universallösung für jede Unternehmens-IT, sie sind aber mit Sicherheit deutlich mehr als ein reiner Ressourcenschlucker. SOA kann eine durchaus effiziente IT- und Geschäftsstrategie sein – vorausgesetzt, sowohl die IT-Mitarbeiter als auch die Geschäftsführung lösen sich von ihren in den meisten Fällen datengetriebenen Strategien. Denn um das wahre Potenzial serviceorientierter Architekturen freizulegen, ist ein Wechsel der Perspektive von den reinen Datenservices auf die entscheidungsorientierte Ebene schon während der Planung einer SOA unumgänglich. Prozesse werden stets durch eine Abfolge von Entscheidungen definiert. Die Entscheidungen, die an einem Prozessknoten getroffen werden, lassen sich mit Hilfe eines entsprechenden Regelwerks als so genannte »Decision Services« modellieren, die unternehmensübergreifend einsetzbar sind. Decision Services verarbeiten Ereignisströme und stoßen definierte Aktionen an. Damit dieser Ansatz erfolgreich ist, müssen die den Decision Services zugrunde liegenden Geschäftsregeln klar definiert und zentral verwaltet werden. Daran krankt die Umsetzung von SOA in vielen Unternehmen jedoch. Entsprechend kompliziert und aufwändig sind eine konsolidierte Nutzung, die Modifizierung und die Wartung von entscheidungsrelevanten Business Rules. Bei diesen Voraussetzungen ist es nicht verwunderlich, dass Decision Services und mit ihnen auch die gesamte serviceorientierte Architektur die Erwartungen der Geschäftsleitungen verfehlen und als kostenintensiv und ineffizient abgetan werden.

BRMS zur optimalen Anpassung.

Abhilfe schaffen Business Rules Management Systeme (BRMS), mit deren Hilfe die »Blackbox« der komplexen IT-gestützten Entscheidungsprozesse transparent wird. BRMS adressieren die Bedürfnisse von Entwicklern und IT-Abteilungen ebenso wie die von Geschäftsanwendern, indem sie die Geschäftslogik und damit Geschäftsregeln eines Bereichs oder eines Unternehmens von der Datenzugriffs-, Geschäfts- und Präsentationsschicht lösen und an zentraler Stelle zur Verfügung stellen. Der Vorteil dieses Ansatzes liegt auf der Hand: Dank ihrer zentralen Ablage und Verwaltung müssen Regeln nur an einer Stelle gesucht und geändert werden. Die Pflege der Business Rules wird damit um einiges unkomplizierter und zudem weniger fehleranfällig – und mit ihr ordnet sich auch die Struktur der serviceorientierten Architektur. Zudem liegt die Umsetzung von Änderungen in Geschäftsprozessen nicht mehr nur bei der IT-Abteilung, da dank anwenderorientierter GUIs und natürlichsprachlicher Repräsentation der Regeln auch Fachanwender direkten Einfluss auf die Ausgestaltung der Decision Services haben können. BRMS bieten den Entwickler-Teams, die Unternehmensanwendungen umsetzen, ein Plus an technischer Agilität, während Policy-Manager und Experten im Fachbereich »ihre« Regeln im Klarttext modifizieren und so direkten Einfluss auf die Flexibilität der IT-Architektur nehmen können. Mithilfe von BRMS lässt sich auch die SOA optimal den zentralen Geschäftsprozessen eines Unternehmens anpassen – und das ohne große Reibungsverluste zwischen Management und IT-Abteilung.

Alain Gendre

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Alain Gendre, SOA Program Manager, ILOG

 


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