|
|
|
»manage
it«
als
|
Gespräch zwischen manage it und Wolfgang Kobek, Vice President Field Operations CE + EE von Infor und Geschäftsführer
SOA ist der zentrale Bestandteil unserer Produktstrategie
Infor plant, SSA Global zu übernehmen. Damit würde Infor nach SAP und Oracle zum weltweit drittgrößten Anbieter für Unternehmenssoftware. Was bedeutet das für die bestehenden Kunden? Sie haben ganz richtig formuliert – die Übernahme ist geplant. Bevor die Transaktion nicht abgeschlossen ist, gibt es keine harten Fakten, sondern nur Spekulationen. Klar ist, dass diese Übernahme voll und ganz unserer Strategie entspricht, Unternehmen mit vertikalem Fokus auf Fertigungsindustrien, erstklassigen Lösungen und einem großen Marktpotenzial unter unserer Dachmarke zusammenzubringen. So können wir unser bestehendes Portfolio und unser Branchen-Know-how ergänzen und verfeinern. Da wir alle und vor allem die neu akquirierten Produkte in unserem Portfolio weiterentwickeln und unterstützen, sind die Investitionen der Bestandskunden auf jeden Fall sicher. Hierzu haben und werden wir auch in der derzeitigen Akquisition zu gegebener Zeit entsprechende Roadmaps vorstellen. Darüber hinaus erhalten die Kunden jedoch die Möglichkeit, ihre Lösungen mit unseren weiterführenden Angeboten zu ergänzen. Wie sehen diese weiterführenden Angebote aus? Für jede Lösung aus den gekauften Unternehmen gibt es eine Vielzahl neuer Funktionen, die mit dem nächsten Release verfügbar sein werden. Wir helfen den Kunden dieser Unternehmen, sich über das bestehende Angebot bei Infor zu informieren, um sinnvolle Ergänzungen vorzunehmen. Wir bieten also die Chance, über den Tellerrand der bestehenden Investitionen hinauszuschauen – denn wir sehen unsere Aufgabe darin, die Interoperabilität der Lösungen untereinander durch die Verwendung offener Plattformen bei neuen Releases zu stützen. Dies gilt im Übrigen auch für die bestehenden Infor-Kunden, für die wir auch Lösungen aus dem Portfolio der akquirierten Unternehmen anbieten werden. Parallel dazu gibt es Weiterentwicklungen, für die Funktionalitäten aus bestehenden Applikationen herauslöst und weiterentwickelt werden und die dann branchenübergreifend zum Einsatz kommen können – sozusagen als Steigerung des Best-of-Breed-Ansatzes zu einer Art ‚Super-Breed’ Exemplarisch sind hier die Produkte SupplyWEB, AutoEX oder auch unsere Exportabwicklungs-Lösungen zu nennen, die teilweise schon zur Verfügung stehen. Offene Plattformen ist ein interessantes Stichwort. Wie sieht Ihre Strategie hier aus? Wir sehen, dass die Mitbewerber ihre Kunden auf eine Plattform festlegen, die zwar dem offenen Gedanken von service-orientierten Architekturen (SOAs) und Composite Applications Rechung trägt, faktisch aber proprietär ist. Wir möchten aber auf ein vollkommen offenes System setzen, in dem der Kunde als Nutzer die Infrastruktur kontrolliert. Basis für diese Offenheit werden ausschließlich Industriestandards und hier vor allem Java und J2EE sein. Meiner Auffassung nach werden jene Software-Hersteller Erfolg haben, die das gesamte Feld abdecken, das sich im Gegensatz zu monolithischen Blöcken positioniert. Wir sind mit unserer Produktstrategie so aufgestellt, dass wir flexibel auf die Wünsche unserer Branchen reagieren können, egal, wie schnell sie den Umbau ihrer Infrastruktur betreiben wollen. Welche Rolle spielen SOAs für Ihren Kundenstamm? Infor zählt derzeit weltweit mehr als 37.000 Kunden in der diskreten Fertigung, der Prozessfertigung und im Großhandel. Diese Unternehmen müssen sich täglich mit den Chancen und Risiken der Globalisierung auseinandersetzen und ihre Prozesse effizient, aber gleichzeitig höchst flexibel gestalten, damit sie schnell auf wechselnde Kundenanforderungen reagieren können. Diese Agilität wird durch service-orientierte Architekturen unterstützt. Um Geschäftsprozesse und die Technologie-Ebene von einander trennen zu können, ist sowohl technisches als auch Branchen-Know-how gefordert. Das ist ein weiterer Grund, warum wir so konsequent bei unseren Leisten bleiben und uns auf ausgewählte Branchen beschränken. Inwieweit beeinflussen SOAs die Leistungsfähigkeit moderner ERP-Systeme? Flexibilität bedeutet Wettbewerbsfähigkeit. Wichtig ist: Die Software passt sich den Prozessen im Unternehmen an – nicht umgekehrt. SOAs und Web Services schaffen auch neue Möglichkeiten bei der Integration von Lösungen – mit potenziell weniger Problemen und Risiken als die bisherigen EAI-Projekte. Das hat auch Vorteile beim Release-Wechsel: Wir legen unsere Road-Map durchgängig und langfristig an und berücksichtigen korrespondierende Komponenten. Das alte Problem, dass zwei Lösungen bei einem Upgrade hohe Kosten der Integration verursachen, können wir so minimieren. Je enger die Integration verschiedener Lösungen – angefangen von ERP über SCM bis CRM und BI, desto transparenter lässt sich die Unternehmensleistung darstellen. Geht es auf der einen Seite darum, mit Hilfe von Software Arbeitsschritte zu standardisieren und damit effizienter zu gestalten, so spielt auf der anderen Seite das Wissen eine große Rolle, das sich aus den gesammelten Daten ziehen lässt. Für das Management ist das die Grundlage für neue Entscheidungen, um im Markt eben diese Wettbewerbsfähigkeit zu sichern. Welche Pläne verfolgen Sie in punkto SOA? SOA ist der zentrale Bestandteil unserer Produktstrategie. In Sachen SOA haben wir die Kapselung und Wiederverwendung von Services vorgesehen: Dabei werden bestehende Funktionen isoliert, mit sauberen Schnittstellen versehen und nach außen verfügbar gemacht. Web Services spielen hier die entscheidende Rolle. Wie groß ist die tatsächliche Nachfrage nach SOAs? Eine klassische Henne-Ei-Frage – gab es zuerst die Nachfrage und dann das Angebot oder umgekehrt? Tatsache ist, dass Medienberichte Anwender immer weiter für das Thema sensibilisieren. Natürlich fängt kein Unternehmen auf der grünen Wiese an und kann sich unabhängig von jeglichen Strukturen auf die Einführung einer SOA als Rückgrat für seine Applikationen konzentrieren. Wir stehen am Anfang eines Entwicklungsprozesses, an dessen Ende SOA eine Selbstverständlichkeit sein wird.
Vielen Dank für das Gespräch
Internet:
www.infor.de
|
|