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SOA und die Standardisierung bei der Applikationsintegration

Integrierte Prozesse = integrierte IT?

Michael Hahn, Integrationsexperte der inubit AG aus Berlin unterstreicht im Interview die Bedeutung von SOA und von Standardisierung bei der Applikationsintegration.

 

»manage it«: Prozessoptimierung ist für viele Unternehmen im Moment ein besonders heißes Thema, wo liegen Ihrer Ansicht nach die größten Potenziale?

Hahn: Die größten Potenziale sind in den Unternehmen zumeist in zwei Kernbereichen zu finden. Zum einen existiert heutzutage immer noch ein enormer Optimierungsbedarf in der Vernetzung der Geschäftspartner im B2B-Bereich, d.h. hier gilt es, die externen Prozesse zu durchdenken, Automatisierungspotenziale zu erkennen und diese als deutliche Wettbewerbsvorteile für das Unternehmen zu nutzen.

Andererseits wird es auch bei Verwaltungsprozessen immer mehr einen Trend zur Automatisierung geben, wie es heute schon bei Produktionsprozessen der Fall ist. So findet die Prozessoptimierung nach und nach Zugang zu internen Verwaltungsabläufen, die oftmals mit einem hohen Zeit-, Kosten- und Personalaufwand betrieben werden. Konkrete Prozesse wie einfach nur die Automatisierung des Urlaubsantrags der Mitarbeiter können so schon enorme Einsparpotenziale mit sich bringen. Das macht deutlich, wie groß das Potenzial dann eben auch bei komplexeren Prozessen wie im Falle des Invoice Managements für das Unternehmen ist. Erfahrungsgemäß lässt sich mit Business Process Management innerhalb von acht bis zehn Monaten ein ROI erzielen.

Welche Fehler sollte man beim Management der Geschäftsprozesse vermeiden?

BPM auf das ganze Unternehmen anzuwenden ist keine Frage von Monaten, sondern von vielen Jahren. Für die Generierung von schnellen Erfolgserlebnissen, die zu einer Fortführung und einer höheren Akzeptanz des BPM-Ansatzes führen, ist es sinnvoll, bei der Einführung von BPM eine Bottom-up- statt Top-down-Strategie zu wählen. Auch wenn damit die Umsetzung längere Zeit in Anspruch nimmt, ist eine solche Herangehensweise realistischer in den Unternehmen durchsetzbar. Von oben auf alle Geschäftsprozesse gleichzeitig zu blicken ist nahezu unmöglich durch das zuständige Management realisierbar.

Daher ist es ratsam, sich der Herausforderung anhand einer konkreten Themenstellung, d.h. einem zu optimierenden Prozess, zuzuwenden. So lassen sich auch abteilungs- oder sogar unternehmensübergreifende Prozesse nach und nach optimieren, da durch die Anpassung an einer Stelle sich zumeist der Bedarf der Prozessoptimierung an nachgelagerten Stellen offenbart und so schrittweise zu einer Verbesserung führt.

Welche Vorgehensweisen und Technologien empfehlen Sie bei der Integration der Geschäftsprozesse und der IT?

Technologisch gesehen sollte die Integration der Prozesse und der IT über eine Plattform realisiert werden, die alle BPM-Phasen unterstützt. Viele der am Markt erhältlichen BPM-Produkte bestehen aus diversen Einzelkomponenten, die selten ein wirklich durchgängiges Prozessmanagement ermöglichen. Überzeugender ist da z.B. der Ansatz der inubit AG, die ihre SOA-basierte BPM-Software, den inubit Business Integration Server, von Anfang an als durchgängiges Produkt für die ganzheitliche Optimierung und Automatisierung von Geschäftsprozessen entwickelt hat. Enorm wichtig ist dabei, eine BPM-Software einzusetzen, die die Nutzung aller heutigen und auch zukünftigen Standards wie z. B. BPEL 2.0 gewährleistet und auf State-of-the-art-Technologien wie die Unterstützung von SOA und Web Services setzt.

Welche Möglichkeiten bietet SOA dafür und wie sieht die Zukunft der klassischen Applikationsintegration aus?

Der Aufbau einer serviceorientierten Architektur ist wohl derzeit das beste Mittel, um effizientere Prozesse in heterogenen IT-Landschaften zu realisieren. Dadurch erhalten die Unternehmen eine höhere Agilität und können so wesentliche Kosten- und Wettbewerbsvorteile generieren. Nie zuvor war die Notwendigkeit höher, sich durch flexibel gestaltete Geschäftsprozesse an neue Anforderungen anpassen zu können. Hier greift der Vorteil der neuen IT-Infrastruktur.

Doch obwohl der Nutzen von SOA auf der Hand liegt – viele Unternehmen wissen derzeit noch nicht, wie sie eine serviceorientierte Architektur letztendlich aufbauen können. Nur sehr wenige Unternehmen werden sich in der Lage sehen, ihre bestehende IT-Landschaft für SOA komplett zu erneuern – aber dies ist bei entsprechendem Vorgehen auch nicht erforderlich. Denn für den Aufbau einer SOA benötigt man lediglich eine SOA-Plattform, die funktional alle notwendigen Mechanismen wie WSDL, SOAP, UDDI, BPEL, etc. beherrscht und in der Lage ist, die bestehenden, zumeist nicht Web-Service-fähigen Applikationen einfach und schnell Web-Service-fähig zu machen. Nur wenige SOA-Produkte beherrschen dies für das weite Spektrum im Einsatz befindlicher Applikationen und Individualsysteme. Der inubit Business Integration Server hingegen ist das technologisch führende Produkt im Bereich des ganzheitlichen BPM und beherrscht die SOA-Mechanismen und die Integration von Legacy-Applikationen und Individualsystemen wie kein anderes Produkt am Markt. Dank der hybriden Architektur sind auch dezentrale IT-Landschaften problemlos und sicher in eine serviceorientierte Architektur überführbar.

Für die klassische Applikationsintegration bedeutet das mittelfristig eine weitere Standardisierung auf der Service-Ebene. Allerdings wird das Thema die IT-Welt noch lange beschäftigen, denn die Lebensdauer von Applikationen nimmt weiter zu und wird durch die Grundphilosophie von SOA noch weiter unterstützt.

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Das Interview wurde von Michael Ghezzo geführt

 

Auf dem CIO & IT-Leiter Forum Versicherungen 2006 am 26/27. September 2006 zeigen führende Versicherungen, welche Bedeutung die Themen SOA und IT-Integration für die Wettbewerbsfähigkeit eines Unternehmens haben. Informationen per E-Mail bei strassl@conex.co.at, mehr im Internet: www.conex.co.at

 


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