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SOA-Projekte

Mit hoher Qualität zu mehr Flexibilität

Die drei tragenden Säulen für die erfolgreiche Realisierung von SOA-Projekten sind Governance, Qualität & Performance sowie Service Level Management.

 

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it serviceorientierten Architekturen (SOA) verbinden viele Unternehmen eine Verbesserung der Entwicklung und Integration von Anwendungen über Abteilungsgrenzen hinweg und dadurch eine größere Effizienz. Diese ist auch dringend nötig, denn die Globalisierung stellt neue Anforderungen an die IT. Firmenzusammenschlüsse, die Expansion in neue Märkte, die Integration neuer Vertriebskanäle und immer kürzere Produktzyklen sind kennzeichnend für die moderne Wirtschaftswelt. Oft bilden dabei die bestehenden – zwar bewährten, jedoch inflexiblen – Applikationen ein Hindernis für die Anpassung der IT an neue Geschäftsanforderungen.

Mit Hilfe von SOA sollen Unternehmen ihre bereits eingesetzte Software weiterverwenden und künftig flexibel auf neue Anforderungen reagieren können. Aus Legacy-Anwendungen werden hierzu Softwareteile herausgelöst und gemeinsam mit neu erstellten Komponenten zu sogenannten Diensten (Services) zusammengefügt. Parallel dazu lässt sich eine bislang nicht erreichte Entkopplung der Schnittstellen von der darunter liegenden Technologie erzielen. Die neuen, konsequent auf offene Standards setzenden Integrationstechnologien und -konzepte kennzeichnen serviceorientierte Architekturen. Nicht zuletzt aufgrund der daraus resultierenden Vorteile und Möglichkeiten steht die Abkürzung SOA heute für Konsolidierung, Integration, Flexibilität und Agilität in unternehmensweiten IT-Umgebungen. Mit der Umstellung auf SOA können zudem unproduktive Redundanzen beseitigt werden. Einer der wesentlichen Pluspunkte besteht darin, dass sich die Applikationslandschaft wesentlich freier an bestehende Geschäftsprozesse anpassen lässt. Ebenso können neue Prozesse mit geringem Aufwand abgebildet werden. Übergeordnetes Ziel ist ein perfekter Datenfluss und die bedarfsgerechte Bereitstellung von Softwarediensten.

SOA-Projekte werden oft unterschätzt

Die komplette oder partielle Umstellung der IT auf eine SOA-basierte Umgebung ist nur bedingt mit herkömmlichen IT-Projekten vergleichbar. SOA ist mehr eine Strategie oder sogar Philosophie und weniger eine Technologie, auch wenn die Branchenriesen mit SAP Netweaver, IBM Websphere oder Microsoft Dotnet komplette Systemangebote bereitstellen. Die Einstufung als herkömmliche »IT-Lösung« ist mit dafür verantwortlich, dass der Aufwand für SOA-Projekte oft unterschätzt wird. Die Komplexität der zugrunde liegenden Infrastruktur, die Mischung aus Alt- und Neusystemen sowie die Projektdauer sind kritische Punkte, die sich im Verlauf der Umstellung immer wieder ergeben. Die Vorteile, etwa Investitionsschutz durch längere Nutzung von Altsystemen, stellen sich hingegen erst langfristig ein. Effizientes Qualitäts- und Performancemanagement ist daher entscheidend, um den Erfolg von SOA-Projekten von vornherein sicherzustellen. Ein empfehlenswerter Ansatz basiert auf dem Lebenszyklusmodell der IT-Optimierung, das alle Wechselwirkungen transparent und steuerbar macht. Dabei sind drei Komponenten zu berücksichtigen: Governance, Qualität & Performance sowie Service Level Management.

Kritischer Faktor Governance

Die erfolgreiche Einführung einer serviceorientierten Architektur muss aus unterschiedlichen Blickwinkeln erfolgen. Wenn nicht alle Geschäftsbereiche und Fachabteilungen eingebunden sind, wird kaum ein Projekt gelingen. Daher ist es sehr wichtig, dass SOA-Projekte stark im Top-Management – und nicht nur in der IT-Abteilung – verankert sind. Technologie und Architektur sind nur Bausteine einer Gesamtstrategie. Ohne die Einführung, Umsetzung und Überwachung klarer Richtlinien sind SOA-Projekte nicht realisierbar. Governance ist folglich ein kritischer Faktor, der mehrere Plattformelemente betrifft. Der betriebswirtschaftliche Nutzwert von SOA ist stark abhängig vom Design der Serviceschnittstellen und der konsistenten Nutzung der SOA-Plattform. Eine konsequent umgesetzte Governance trägt entscheidend dazu bei, das Nutzenpotenzial einer SOA auszuschöpfen.

Ein praktikables SOA-Governance-Modell basiert auf dem Lebenszyklus-Ansatz und legt Prozesse für Entscheidungen, Zuständigkeiten und Beurteilungsmaßstäbe fest. Hinzu kommen organisatorische Aufgaben. Die IT-Verantwortlichen definieren die Serviceschnittstellen, benennen die Benutzer der Services, verwalten unterschiedliche Versionen und stellen sicher, dass die Unternehmensvorgaben eingehalten werden. So sollte etwa geklärt sein, wer für welche Services verantwortlich zeichnet oder was im Fall von Qualitätsproblemen zu tun ist.

Qualitätsmanagement ist unverzichtbar

Ein Service innerhalb einer SOA enthält wichtige Geschäftslogik und kann viele verschiedene Anwendungen bedienen. Zudem greift eine Vielzahl von Benutzern auf den Service zu. Das Testen der Qualität und Performance im Kontext einer einzelnen Anwendung reicht daher nicht aus. Vielmehr muss jede Änderung an einem Service aus der Perspektive aller Benutzer, die diesen Service einsetzen, getestet werden. Noch komplexer werden die Testanforderungen durch den Bedarf für asynchrones Testen und die Einbeziehung langfristiger Transaktionen. Die Berücksichtigung und das Zusammenfügen all dieser Faktoren sind entscheidend für ein gutes Qualitätsmanagement.

Wie bei anderen Business-IT-Umgebungen auch dient das Testen dabei dazu, um Performanceprobleme zu erkennen, die die erwarteten Geschäftsergebnisse beeinträchtigen könnten. Es empfiehlt sich, eine Standardlösung einzusetzen, auf deren Testinfrastruktur über das Internet rund um die Uhr zugegriffen werden kann. Eine einheitliche Plattform zur Ausführung von Performancetests bei gemeinsam genutzten Services sorgt für die nötige Transparenz auf Projektebene und trägt dazu bei, die Kosten für unternehmensweit verteilte Tests zu senken. Zudem wird eine einheitliche Arbeitsumgebung für alle Mitglieder des Qualitätsmanagement-Teams bereitgestellt.

Ebenso wichtig: Service Level Management

Service Level Agreements (SLAs) sollen dafür sorgen, dass die betrieblichen Aspekte der SOA, wie Verfügbarkeit, Performance und Durchsatz, den Anforderungen entsprechen. Ein wichtiger Teil eines umfassenden SLA-Frameworks ist Service Level Management (SLM). Darunter versteht sich ein Prozess, der nicht nur Messungen und Reporting, sondern auch die Verwaltung und Veröffentlichung der SLAs mit einschließt.

Im Mittelpunkt des SLM steht dabei der Service, der dem Unternehmen über den automatisierten Geschäftsprozess, implementiert in die IT, bereitgestellt wird. Diese Geschäftsprozesse bestehen aus Services und Legacy-Applikationen, die alle auf die verteilte SOA zurückgreifen. SLAs sollten deswegen auf Geschäftsprozessebene definiert werden. Eine proaktive Überwachung, in der IT-Sprache als Monitoring bekannt, kann Störungen bei der Servicebereitstellung früh erkennen, bevor die Einhaltung der SLAs gefährdet ist. Darüber hinaus bietet das SLM die Möglichkeit, Probleme zu priorisieren, je nachdem, wie sie sich auf das operative Geschäft auswirken.

Integrierte Lösung für den gesamten Service-Lebenszyklus

Die drei beschriebenen Komponenten des SOA-Lebenszyklus-Ansatzes können ihr Steuerungspotenzial am ehesten als integrierte Lösung ausspielen. Die Zielsetzung dieses Ansatzes ist gekennzeichnet durch mehr Softwarequalität, höhere Performance, effizienteren Ressourceneinsatz und kürzere Projektlaufzeiten. BTO-Spezialist Mercury (BTO steht für Business Technology Optimization) bietet eine praxisorientierte Gesamtlösung, die sich von der Qualitätssicherung in der Entwicklung bis zum laufenden, businessorientierten Applikationsmanagement erstreckt. Die Komponente SOA Governance ermöglicht es dabei, die Entwicklung, Aktualisierung und den Einsatz der SOA Policies und Services zu lenken und zu überwachen. SOA Quality and Performance dient zur Verifizierung der Funktionalität, Compliance und Performance individueller und allgemeiner Services sowie zusammengesetzter Applikationen. Die dritte Komponente, SOA Service Level Management, ist für die Definition, Messung und das Reporting von SLAs von Services und Applikationen sowie die Isolierung von Schwachpunkten vorgesehen.

Resümee

Der SOA-Ansatz entsprechend dem Lebenszyklusmodell eignet sich gleichermaßen, um bestehende Anwendungen weiterzuentwickeln und um eine komplett neue Umgebung aufzusetzen. Da SOA-Projekte in der Regel viele Bereiche des Unternehmens tangieren, sind Aspekte wie Verantwortlichkeiten, Entwicklungskosten und Änderungen stets im Auge zu behalten. Die Nutzung einheitlicher Prozesse, gesteuert von SOA-optimierten Lösungen für Governance, Qualität & Performance sowie Service Level Management, ist eine empfehlenswerte Herangehensweise an das Thema SOA.

Uwe Flagmeyer

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Uwe Flagmeyer, Director Technical Operations bei Mercury


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