200604-BI-MicroStrategy

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Business Intelligence - worauf Entscheider bei einer Investition achten sollten

BI der dritten Generation

Was ist Business Intelligence (BI) wirklich? Natürlich behauptet jeder Anbieter, alle Bedürfnisse abdecken zu können – doch halten BI-Systeme das, was sie versprechen? Lohnen sich die Investitionen wirklich und deckt die BI-Plattform alle Anforderungen ab, die im Pflichtenheft stehen? Die Schlüsselkriterien, nach denen Entscheider eine Vorauswahl im Markt der Business Intelligence treffen können, haben wir hier näher beleuchtet.

 

B

usiness Intelligence ist ein sehr dehnbarer Begriff der sich aus fünf verschiedenen Anwendungsbereichen zusammensetzt, die ursprünglich von einzelnen Produkten der unterschiedlichen Anbietern abgedeckt wurden, heute aber zu einer festen Einheit zusammen gewachsen sind. Eine innovative Business Intelligence Plattform muss skalierbar und flexibel sein, um alle Bedürfnisse des Pflichtenheftes abzudecken.

Die folgenden Anforderungen sollten dabei beleuchtet werden:

1) Scorecards und Dashboards: Grafisch orientierte Berichte sorgen für ansprechende und übersichtliche Darstellungen. Alle wichtigen Informationen können auf einen Blick erfasst werden. Dies deckt die Anforderungen ab, wenn wichtige Werte regelmäßig betrachtet werden müssen.

2) Enterprise Reporting: Druckgenaue Berichte, die mehr Einzelheiten und Informationen liefern, als eine Scorecard. Operative Abläufe, Geschäftsaufstellungen, Rechnungen oder Kontoauszüge gehören in diese Kategorie sowie Berichte, mit wichtigen Informationen, die zur unternehmensweiten Verbreitung dienen und von allen Anwendern genutzt werden können.

3) OLAP-Analysen: Untersuchungen und Ad-Hoc Abfragen nutzen OLAP Funktionalitäten. »Slice-and-Dice»-Analysen bieten Drill-Funktionen, Pivotieren, Gruppieren und Sortieren. Hiermit arbeiten Anwender, die über die Standardberichte hinaus mehr Informationen benötigen und mit einer leicht bedienbaren Benutzeroberfläche einen begrenzten Teil der Daten eingehender analysieren möchten.

4) Erweiterte Analysen & Prognosen: Hier handelt es sich um tiefgehende Analysen unter Nutzung aller Datenbestände bis zur Transaktionsebene. Diese BI-Art bietet zudem umfangreiche statistische Funktionen sowie Prognosen zur Ermittlung von Korrelationen, zur Berechnung von Trends und zur Finanzanalyse.

5) Warnmeldungen und proaktive Zustellung: Eine ständige Beobachtung der Daten und die Suche nach Ausnahmen und Abweichungen sollte zur Folge haben, dass automatisch Berichte mit Handlungsbedarf aufgedeckt werden. Darüber hinaus sollten Warnmeldungen, Berichte und Scorecards proaktiv an große Benutzergruppen verteilt werden können. Dies kann bei Bedarf erfolgen oder zu festen Zeiten. Diese Art von BI richtet sich an große Mengen von Anwendern, die innerhalb oder außerhalb eines Unternehmens sein können.

Während Business Intelligence-Umgebungen der ersten und zweiten Generation die genannten Bereiche nur teilweise oder unvollständig abdeckten, bieten viele BI-Lösungen der aktuellen, dritten Generation für alle Teilsegmente die entsprechende Anwendung unter einer einheitlichen, benutzerfreundlichen Oberfläche. Dennoch: Einige BI-Plattformen zeigen bei näherer Betrachtung nach wie vor Schwächen auf, beispielsweise bei der Bedienung oder in der Leistung. Viele BI-Systeme nutzen nach wie vor inkompatible Komponenten, um alle Anforderungen abzudecken und sind nicht aus einem Guss. Vor allem aber bei der Skalierbarkeit trennt sich die Spreu vom Weizen.

Skalierbarkeit

So benötigt man für die schnelle Analyse von Teilmengen an Daten – so genannte Cubes – in der Regel eine multidimensionale OLAP (MOLAP)-Lösung. Um unternehmensweite Anwendungen wirklich nutzen zu können, sollte man allerdings bei der Cube-Analyse über den üblichen MOLAP-Cube hinauskommen und die Geschwindigkeit der Cube-Analyse mit dem flexiblen Zugriff auf das gesamte Data Warehouse kombinieren. Eine leistungsfähige BI-Plattform sollte für den Einsatz im gesamten Unternehmen konzipiert sein und deshalb die Geschwindigkeit und die Interaktivität der MOLAP-Analyse mit der analytischen Tiefe und den Möglichkeiten von relationalem OLAP (ROLAP) verbinden.

Die Skalierbarkeit wird bei Statistiken und Data Mining besonders deutlich: Nur wenn die BI-Plattform Datenbankabfragen in vernünftiger Zeit verarbeiten kann, wird sie in der Praxis akzeptable Ergebnisse liefern. Very Large DataBase-Treiber (VLDB) optimieren die Abfragen für relationale Datenbanken, indem die Algorithmen datenbankspezifisches SQL nutzen und bitmapped Indizes, Partitionen und Optimierungen von Unterabfragen berücksichtigen.

Skalierbarkeit spielt jedoch nicht nur bei der Größe der Datenbank eine wichtige Rolle – auch der Anwenderkreis sowie die Anzahl der Dimensionen sollten berücksichtigt werden. Wenn Berichte, Scorecards, Dashboards oder Kombinationen davon an große Benutzergruppen verschickt werden sollen, dann muss die BI-Lösung dies verkraften können. Schließlich geht es nicht nur um den Versand großer Datenmengen, sondern auch um die schnelle Individualisierung nach den Bedürfnissen jedes einzelnen Anwenders: Während ein Vertriebsspezialist die Absatzzahlen im Detail erhalten möchte, genügt dem Vorstandssprecher zunächst einmal ein Überblick mittels Key Performance Indikatoren – und genau diese Einzelheiten muss die Business-Intelligence-Anwendung berücksichtigen und mit hoher Geschwindigkeit umsetzen können.

Thin-Web-Client

Beim Versand von Berichten, aber auch bei typischen Cube-Funktionen wie Drill Down, Slice&Dice, Pivotierung und Sortierung, kommt es nicht nur auf die Geschwindigkeit bei großen Datenmengen an, sondern auch auf ein hohes Maß an Flexibilität bei der Darstellung. »Zero Footprint« ist das Stichwort, nach dem sich BI-Anbieter, wie beispielsweise MicroStrategy, richten: Für Anwender kommen keine proprietären Clients zum Einsatz, stattdessen werden bestehende Strukturen wie beispielsweise alltagstaugliche Webbrowser genutzt. Aber auch hier gilt: Nur Reports und Analysen, die ohne zusätzliche ActiveX-Controls, Plugins oder Java-Downloads auskommen, arbeiten mit jeder Plattform gleichermaßen gut zusammen. Deshalb nutzt beispielsweise MicroStrategy für sein Web-Frontend ausschließlich standardkonformes HTML und DHTML, das von jedem modernen Browser interpretiert werden kann. Trotzdem kommt die Funktionalität nicht zu kurz: Dank Drag&Drop wird eine ähnliche Intuitivität und Bedienerfreundlichkeit erreicht, wie bei einer herkömmlichen Desktop-Anwendung. Die Orientierung an gängigen Standards ohne technische Experimente stellt außerdem sicher, dass Firewalls und restriktive Sicherheitsrichtlinien im Unternehmen der BI-Anwendung keinen Strich durch die Rechnung machen. Offene, medienneutrale Konzepte ermöglichen darüber hinaus eine Anpassung an verwandte Technologien wie WAP, Voice, SMS, und Endgeräte wie Mobiltelefone, BlackBerry oder andere Pagerdienste.

Flexibilität

Zentraler Bestandteil jeder Business-Intelligence-Plattform ist das zugrunde liegende Data Warehouse. Zu den hier eingesetzten, klassischen relationalen Datenmodellen zählen die Star- und Snowflake-Schemata. Ausgereifte Business-Intelligence-Konzepte nutzen eine Multi Pass ROLAP Engine, die nicht auf Star- oder Snowflake-Schemata begrenzt ist und dadurch mit einer extrem hohen Umsetzungsgeschwindigkeit punkten können. Viele Szenarien in einem Unternehmen lassen sich schlichtweg aufgrund ihrer Komplexität mit einer klassischen Single Pass SQL-Engine nicht mehr abbilden. Daher sollte eine leistungsfähige BI-Lösung auf einer Multi-Pass-Architektur aufbauen, die komplexe Abfragen in mehrere, überschaubare und separate Abfragen zerlegt und die Ergebnisse anschließend wieder zusammenfügt, um sie beim Benutzer abzuliefern.

Administrierbarkeit

Es ist die Engine, die ebenfalls verantwortlich ist für eine unkomplizierte Administrierbarkeit der BI-Plattform. Das heißt beispielsweise, dass sich die Metadaten für alle Produkte und Funktionalitäten zentral erfassen und verwalten lassen. Nach wie vor decken viele der angebotenen BI-Tools jedoch nur einen Bruchteil des gängigen Pflichtenhefts für eine umfassende BI-Lösung ab. So müssen viele BI-Spezialisten immer noch unterschiedliche Werkzeuge benutzen, um beispielsweise Reporting und Cube-Analysen zu realisieren. Auch Data Mining wird häufig noch mit separaten Anwendungen betrieben, um fortgeschrittene, statistische Analysen und individuell erstellte Funktionen zu ermöglichen, die von der Mainstream-Anwendung nicht unterstützt werden. Wegen dieser inhomogenen Anwendungsbasis, die sich häufig über mehrere Anbieter erstreckt, entstehen große Redundanzen. Eine flexible BI Anwendung bietet die Möglichkeit in den Fachabteilungen entwickelte Metriken aus anderen Softwaresystemen wie SPSS über PMML (Predictive Model Markup Language) als normale Metrik zu integrieren. So kann das Spezialwissen der Abteilungen ohne großen Aufwand für alle zugänglich und z.B. in Sales Analysen weiterverwendet werden.

Sicherheit

Ein weiteres, elementares Investitionskriterium ist die Sicherheit für Netzwerk, Datenbanken und Anwender. Der Grundgedanke von Business Intelligence lebt von der Möglichkeit, nicht nur den eigenen Mitarbeitern Zugang zu unternehmenskritischen Daten zu geben, sondern auch Partnern, Lieferanten und dem Kunden selbst. Vor diesem Hintergrund kann nur ein schlüssiges und konsequentes Sicherheitskonzept, das eine Feinabstimmung auf Benutzer- und Gruppenebene erlaubt, einen permanenten Schutz vor Missbrauch und Datenverlust gewährleisten. Es ist entscheidend, dass jeder Bereich der Plattform- und der Verteilungsarchitektur sicher ist. Dabei gelten vier Ebenen in der Architektur, die vollständig gesichert sein müssen: die Benutzerebene, die Übertragungsebene, die Ebene der Applikationen und die Datenebene. Benutzer müssen vor dem Zugriff auf Daten identifiziert und autorisiert werden – gleichgültig, über welches Medium oder Endgerät sie auf die BI-Plattform zugreifen. Die Übertragung von Daten muss gesichert und vor Hackern geschützt sein – gegebenenfalls über SSL-Verschlüsselung oder VPN-Tunneling. Auf Applikationsebene sollte stets gewährleistet sein, dass Benutzer nur Funktionalitäten nutzen können, die Ihnen zugeordnet wurden. Dies gilt natürlich auch für die Datenebene, in der Benutzer nur auf die Daten zugreifen können, zu denen sie die entsprechenden Rechte haben.

Im Rahmen eines portalbasierten Business-Intelligence-Ansatzes hat sich außerdem in großen Teilen das Rollenkonzept durchgesetzt, das Anwender in bestimmte Benutzergruppen nicht aufgrund ihrer Abteilungszugehörigkeit, sondern aufgrund ihrer Aufgabe zuordnet. Eine Anwendungsumgebung, wie sie grundsätzlich in den meisten Unternehmen zu finden ist (Windows-Arbeitsplatz, Office-Anwendungen), sollte von der BI-Softwareplattform entsprechend berücksichtigt werden. Deshalb ist eine nahtlose Integration in typische Windows- und LDAP-Netzwerke unumgänglich. Dies verringert nicht nur den Administrationsaufwand, sondern erhöht auch die Sicherheit.

Unternehmensweite Plattform

Immer häufiger gehen Organisationen und Entwickler von Applikationen davon aus, dass die Verbindung der Analysemöglichkeiten von Business Intelligence mit den Umsetzungsmöglichkeiten der Finanz-, HR-Applikationen, der Lieferantenverwaltung oder weiteren Applikationen ein enormes Synergiepotenzial enthält, wenn es um die Umsetzung von Analyseresultaten geht. Effektiv einsetzbare BI-Plattformen bieten deshalb eine umfangreiche Entwicklungsumgebung zur Integration von einzelnen Funktionen oder ganzen Funktionsgruppen in beliebige Applikationen, die dadurch »intelligenter« werden. Für einen unternehmensweiten Einsatz und eine nahtlose Integration aller in Frage kommenden Filialen, Abteilungen und Partner ist daher vor allem ein offenes Plattformkonzept von großer Bedeutung. Dazu zählen nicht nur die Nutzung und Unterstützung allgemein zugänglicher Standards wie XML, Java oder COM, sondern auch eine vollständig dokumentierte API, die eine Integration in verwandten und fremden Anwendungen im eigenen Unternehmen, aber auch bei Partnern und Kunden erlaubt. Ein Software Development Kit gehört dabei zum A und O einer ausgereiften Business-Intelligence-Architektur.

Resümee.

Vollständige BI-Lösungen vereinen das gesamte Feld der Business Intelligence in einer Plattform und bieten unternehmensweit und abteilungsübergreifend die Möglichkeit, sämtliche zur Verfügung stehende Daten bis hinab zur Transaktionsebene zu analysieren und zu strukturieren. Nur wenn BI diese Fähigkeiten bietet und gleichzeitig in der Lage ist, Datenmengen in annähernd jeder Größenordnung plattformunabhängig in Echtzeit zur Verfügung zu stellen, wird Business Intelligence zu einem mächtigen Werkzeug, das allen Mitarbeitern eine unverzichtbare Hilfestellung bietet – vom einfachen Sachbearbeiter bis zum Vorstandsmitglied.

Clemens Prändl

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Clemens Prändl, Vice President Sales EMEA von MicroStrategy

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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