20080708zd Fiducia Branking Framework für SOA-Ansatz

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Die FIDUCIA verfolgt mit dem Java-basierten Banking Framework und agree einen Service-orientierten Architektur-Ansatz

Banken-IT fit für die Zukunft

Drei Buchstaben halten den Finanzdienstleistungssektor seit etwa zwei Jahren in Atem: »SOA«. Das heiß diskutierte Kürzel steht für »serviceorientierte Architekturen« – ein Thema, mit dem sich nach einer aktuellen Forrester-Studie weltweit über zwei Drittel aller IT-Abteilungen und IT-Unternehmen befassen. Ziel von SOA ist eine Erhöhung von Effizienz, Flexibilität und Agilität von Geschäftsprozessen. Im Finanzbereich wird es in Zukunft wettbewerbsentscheidend sein, wie schnell und flexibel sich einzelne Institute auf veränderte Anforderungen in ihrem Geschäftsumfeld einstellen können. Die FIDUCIA sieht es daher als ihre Aufgabe, den Banken einen raschen Praxiseinsatz von SOA und damit die Optimierung der Geschäftsprozesse zu ermöglichen.

 

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inter SOA verbirgt sich keine neue revolutionäre Technik, sondern ein Konzept zur Industrialisierung der Softwareproduktion: So wie Henry Ford einst Produktionsprozesse der Automobilindustrie in Handlungseinheiten aufgliederte, zerlegen SOA-Strategen heute komplexe Software-Applikationen in ein Set normierter Anwendungsbausteine, die über kompatible Schnittstellen verfügen.

Die kleinsten granularen Teilchen im SOA-Kosmos heißen Services. Sie sind auf Einzelfunktionalitäten herunter gebrochene Anwendungsbausteine mit fachlich klar definierten Zuständigkeiten und Schnittstellen. Der Vorteil dabei ist: Services sind technisch voneinander unabhängig und fachlich nur lose gekoppelt. Überdies lassen sie sich wieder verwenden und in beliebigen Kontexten zusammenstellen. Das Zusammenfügen dieser Bausteine unter einer gemeinsamen Bedienoberfläche hat zur Folge, dass Applikationen nicht mehr starr und untrennbar mit einer bestimmten Abfolge von Geschäftsprozessen verbunden sind, sondern als Menge von unabhängigen Service-Bausteinen anforderungsgerecht kombiniert werden können. Der große Vorteil von SOA ist: Geschäftsprozesse gewinnen deutlich an Effizienz und können flexibler und schneller an sich verändernden Marktanforderungen ausgerichtet werden.

Nutzen für die Banken

Vor allem Finanzdienstleister wie Banken, Bausparkassen, Fondsgesellschaften und Versicherungen profitieren von SOA. Gerade für Banken ist es wichtig, kurzfristig neue gesetzliche Vorgaben umzusetzen. Der Markt der Finanzdienstleister ist außerdem von einer besonderen Wettbewerbssituation geprägt: Die Produkte lassen sich vergleichsweise einfach kopieren. Entsprechend bedeutsam ist es für Banken daher, Produkte in kurzer Zeit zur Marktreife zu führen beziehungsweise an neue gesetzliche Gegebenheiten oder an Anforderungen des Marktes anzupassen. Die sogenannte Time-to-Market muss immer weiter optimiert werden. Dies gelingt mithilfe von wieder verwendbaren Diensten und offenen Standards, wie sie SOA bietet, wesentlich einfacher.

Auch bei der Entlastung der Vertriebsspezialisten von Routine- und Verwaltungstätigkeiten unterstützen Systeme, die auf der Basis von Services aufgebaut sind. So kann beispielsweise ein Bankmitarbeiter zu Versicherungen, Fonds und Bausparverträgen über ein einziges Anwendungssystem beraten, Angebote erstellen, ausdrucken, den Antrag erstellen und Verträge abschließen. Services sorgen im Hintergrund für die unternehmensübergreifende Koppelung der Systeme und damit der Wertschöpfungsketten.

Auch bei standardisierten Kreditprodukten entfallen mit der Umsetzung von Anwendungen, die auf Services basieren, zum Beispiel händische Zulieferungen wie die manuelle Einholung einer SCHUFA-Auskunft. Spezielle Anwendungen, beispielsweise das Rating von Firmenbilanzen, lassen sich ebenfalls automatisiert einbinden.

Ein weiterer Vorteil ist: Über SOA lassen sich arbeitsintensive Geschäftsprozesse, die in hohen Stückzahlen auftreten, aber keinen entsprechenden Markt- oder Deckungsbetrag abwerfen, weitgehend automatisieren: beispielsweise Adress- oder Kontonummernänderungen oder Versicherungsvertragsabtretungen. Möglich sind außerdem Auslagerungen von Backoffice-Aufgaben wie zum Beispiel Kreditgenehmigungen an Abwicklungszentren.

Mittels Standardisierung und Automatisierung setzen serviceorientierte Architekturen das um, was die Automobilindustrie bereits vor Jahrzehnten eingeführt hat: Die industrielle Abwicklung und die Ausrichtung von IT-Strukturen an aktuellen Geschäftsprozessen.

Da SOA außerdem ermöglicht, Funktionen aus Altanwendungen zu kapseln und sukzessive in neue Strukturen zu überzuführen, bringt dieser Ansatz auch Investitionssicherheit bei der Entwicklung und Anschaffung neuer Software.

agree-Entwicklung basiert auf SOA

Für die FIDUCIA IT AG bildet SOA schon lange einen der Kernpfeiler bei der Architektur ihres Bankensystems agree. Das Java-basierte Banking Framework (JBF), auf dem alle strategischen Eigenentwicklungen von agree aufbauen, verfolgt seit der ersten Version im Jahr 1998 einen serviceorientierten Ansatz. Damit legte die FIDUCIA die Grundlagen zur serviceorientierten Entwicklung des Kernbankensystems agree.

Basierend auf JBF wurden bereits Ende der 90-er Jahre zunächst einzelne bankfachliche Anwendungen realisiert und parallel das Framework für die agree-Entwicklung geschaffen. Beginnend ab 2003 entwickelte die FIDUCIA mit agree BAP (Bankarbeitsplatz) eine einheitliche Basis für alle benötigten Retail-Anwendungen der Banken. Wesentliche Teile des Aktivbereiches und des Beratungs- und Vertriebsprozesses sowie die Vertriebskanäle wie agreeBAP, SB-Banking und Online-Banking wurden auf Basis des Java Banking Frameworks (JBF) Service-orientiert entwickelt.

Allein agreeBAP bietet den Anwendern mehr als 1.000 Funktionen, die sich auf über 2.000 angebotene fachliche und technische Services stützen. Heute verzeichnet die FIDUCIA im Retailgeschäft der Banken bereits über 35 Millionen Service-Aufrufe pro Tag, was für die hohe Tragfähigkeit und Performance des FIDUCIA Architekturkonzeptes spricht.

Ein weiteres Beispiel für SOA im genossenschaftlichen Finanzverbund sind die mittlerweile als Verbund-Standard geltenden VR-Services, auf deren Grundlage beispielsweise der integrierte Vertriebsarbeitsplatz realisiert wurde.

Ausgehend von der positiven Erfahrung mit SOA wird die FIDUCIA den eingeschlagenen Weg bei der Weiterentwicklung ihres Kernbankensystems konsequent fortgesetzt. Dadurch ermöglicht die FIDUCIA, dass die Volksbanken und Raiffeisenbanken durch die in agree implementierten Services ihre Geschäftsprozesse standardisieren, komplexe Geschäftsvorfälle schneller bearbeiten oder auch ganze Prozesse wie die Kreditsachbearbeitung ohne Medienbrüche auslagern können.

Resümee

Serviceorientierte Architekturen ermöglichen langfristig nicht nur völlig neue Modelle für die Zusammenarbeit von Finanzdienstleistern, sondern auch den Durchbruch in ein neues IT-Zeitalter. Experten sind sich einig, dass die Konzeption und Umsetzung einer SOA ein langer, aber lohnender Weg ist. Die FIDUCIA IT AG hat mit der serviceorientierten Architektur von agree bereits die Grundlagen dafür geschaffen.

Gerd Müller

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Gerd Müller, Leiter Anwendungsentwicklung/Architektur, FIDUCIA IT AG

 

 
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