201001 20 Microsoft Moderner Arbeitsplatz Gesundheit

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Moderner Arbeitsplatz Gesundheit

Die Befreiung der Daten

Die Informationsdichte in der Gesundheitswirtschaft hat in den letzten Jahren enorm zugenommen. Mit dem Anwachsen der Daten und der fortschreitenden Vernetzung nimmt auch die Bedeutung von IT-Systemen zu. Besonders im nichtmedizinischen Bereich können Krankenhäuser und Krankenkassen mit standardisierter IT einen großen Teil der bestehenden Effizienzpotenziale nutzen.

 

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ie hoch ist die Auslastung des Krankenhauses und wie lange verweilt ein Patient im Durchschnitt? Was war die häufigste Ursache für eine bestimmte Krankheit? Und welche Präventionsmaßnahmen haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass diese Krankheit seltener aufgetreten ist? Die Antworten auf viele solcher Fragen sind in den Datenbeständen von Klinikketten und Krankenkassen zu finden – zumindest theoretisch. Denn 85 Prozent aller Daten, mit denen in der Gesundheitswirtschaft gearbeitet wird, sind unstrukturiert. Die restlichen 15 Prozent liegen zwar in einer strukturierten Anwendung vor, etwa in einem Krankenhausinformationssystem (KIS) oder einem ERP-System, lassen sich aber nicht miteinander korrelieren, da die einzelnen Systeme wie abgeschlossene »Datensilos« funktionieren. Das geht soweit, dass das Informations- und Dokumentenmanagement in vielen Teams zum Zeitfresser Nummer eins geworden ist: bis zu 30 Prozent der Arbeitszeit verbringen Mitarbeiter mit der Suche nach Informationen. Weitaus effizienter ließen sich die Abläufe gestalten, wenn alle Informationen, Formulare und Analysen unter einer Oberfläche mit einem einheitlichen Zugang gebündelt wären. Das ist der Ansatz, den Microsoft mit dem Modernen Arbeitsplatz Gesundheitswirtschaft (MAG) verfolgt.

Aus der Tabellenkalkulation heraus die Belegung prüfen.

Die Schaltzentrale des MAG bildet das Microsoft Office System und zwar unabhängig davon, ob es sich beim Anwender um einen Arzt, Pfleger oder einen Verwaltungsmitarbeiter handelt. Per Single Sign-on, also einer einzigen Anmeldung am zentralen Portal, gelangen die Mitarbeiter in ihre persönliche Arbeitsumgebung. Hier können sie dann aus den Office-Anwendungen heraus auf Information aus den Fachanwendungen zugreifen. Das spart Zeit bei den Anmeldeprozessen und reduziert die Arbeitsschritte: Mitarbeiter müssen nicht bei jedem Vorgang in eine neue Anwendung wechseln. Ärzte greifen direkt aus Word auf die Patientendaten zu, Sachbearbeiter in einer Krankenkasse auf Versichertendaten und den bisherigen Briefwechsel. Verwaltungsangestellte in einer Klinik können aus der Tabellenkalkulation die Belegungsdaten der Onkologie einsehen. Die Administratoren definieren dabei, auf welche Anwendungen, Aufgaben und Daten der einzelne Mitarbeiter oder auch Teams zugreifen können und dürfen. Dadurch schaffen sie mit dem MAG einen maßgeschneiderten Workflow, von dem die individuelle Produktivität der Mitarbeiter profitiert.

Der Mitarbeiter erhält eine personalisierte Arbeitsumgebung, die sich nahtlos in die Office-Programme integriert. Dort kann er anstehende Aufgaben und deren Status einsehen und die zu ihrer Erledigung nötigen Fachanwendungen inklusive passender Daten und Formulare erreichen. Er kann ohne die Textverarbeitung zu verlassen Genehmigungsprozesse starten und kontrollieren. Unified-Communications-Funktionen sind integriert, mit denen er jederzeit auch von mobilen Endgeräten den Präsensstatus von Teamkollegen überblicken und diese via Telefon, E-Mail, Instant Messaging oder Videokonferenz kontaktieren kann – etwa um eine zweite Meinung einzuholen oder sich über den Status eines Projekts zu informieren.

Der MAG beinhaltet außerdem ein vollwertiges Dokumentenmanagementsystem, das den gesamten Lebenszyklus von der Erstellung bis zur Archivierung abdeckt. Verantwortliche werden per E-Mail über Modifizierungen benachrichtigt und können den Workflow in Echtzeit verfolgen. Die gewohnte Oberfläche verringert dabei den Schulungsaufwand, denn neue und bestehende Fachanwendungen werden einfach integriert.

Das Ende der Datensilos.

Ein zentrales Element bildet Microsoft Office Sharepoint, über den die Fachverfahren mit den Office-Anwendungen kommunizieren. Die Integration erfolgt mit der serviceorientierten Architektur Office Business Applications (OBA) oder Biztalk. Dadurch können beispielsweise auch die KIS eingebunden werden. Der offene Standard Open XML sorgt dabei dafür, dass die Dokumente in allen Anwendungen verarbeitet werden können. Für die Mitarbeiter bedeutet das eine weitere Reduktion der Arbeitsschritte, da sie beispielsweise Patienten- oder Versichertendaten nur noch einmal und einzeln in jede Fachanwendung eingeben müssen. Der MAG gibt ihnen dazu vorgefertigte digitale Formulare an die Hand, in denen vorhandene Daten bereits eingefügt sind und die sie schnell und sicher durch die einzelnen Arbeitsschritte führen. Eine einzelne Eingabe von Daten minimiert außerdem die Fehlerquote, was die Datenkonsistenz verbessert.

Der Datenaustausch zwischen Office- und Fachanwendungen öffnet auch die immer noch in vielen Institutionen vorherrschenden abgeschlossenen Datenbestände der einzelnen Abteilungen. Nach einem erfolgreichen Log-in kann der Anwender je nach Zugangsrechten sämtliche Daten aus allen für ihn zugänglichen Fachanwendungen in einem Suchvorgang durchforsten, um sich beispielsweise über erfolgreiche Therapien für ein akutes Krankheitsbild zu informieren. Der einheitliche Datenbestand macht außerdem Echtzeitanalysen möglich, die sonst nur mit erheblichem Ressourcenaufwand realisierbar wären. Mit den in den MAG integrierten Business-Intelligence-Lösungen ist beispielweise mit wenigen Klicks ersichtlich, welche Behandlungen sich als wirksam und wirtschaftlich erwiesen haben.

Zusammenarbeit fördern.

Damit die Gesundheitswirtschaft die an sie gestellten Erwartungen von Patienten und Gesellschaft innerhalb der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen erfüllen kann, wird sie ihre Prozesse kontinuierlich analysieren und verbessern müssen. Dazu müssen alle Beteiligten inklusive der IT-Systeme in der Lage sein, sich einfach und sicher auszutauschen. Der Moderne Arbeitsplatz Gesundheitswirtschaft ermöglicht genau das: einen Ansatz, der Informationen und Menschen intelligent miteinander verknüpft.

Christian Köth

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Christian Köth ist Leiter Healthcare und Non Profit Organisations bei Microsoft Deutschland

 

 

Keine Datensilos mehr

Quelle: Microsoft

Der Moderne Arbeitsplatz Gesundheitswirtschaft besteht aus vielen, integrierten Elementen für Informationsgenerierung und Informationsaustausch sowie Kommunikation und Zusammenarbeit.

 

 

 

Ein Portal für alles

Quelle: Microsoft

Zugriff auf Patienten- oder Versichertendaten, ohne dass die jeweilige Fachanwendung gestartet werden muss.

 

 

 

 

Moderner Arbeitsplatz Gesundheitswirtschaft

»Die Aufwendungen könnten schon heute um 20 Prozent sinken.«

»manage it« im Gespräch mit Christian Köth, Leiter Healthcare und Non Profit Organisations bei Microsoft Deutschland, zu Effizienzverbesserungen in der Gesundheitswirtschaft.

 

manage it: Die Gesundheitswirtschaft steht zunehmend vor der Herausforderung, bei steigenden Kosten eine qualitativ hochwertige und flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Welche Auswirkungen wird das aus Ihrer Sicht auf die Branche haben?

Christian Köth: Der Vernetzung wird eine immer größere Rolle zukommen. In einem Krankenhaus zeichnen heute im Durchschnitt 200 medizinische Geräte Daten auf, Krankenkassen setzen dutzende Fachprogramme ein. Derzeit sind in der Regel allerdings weder die Geräte noch die Anwendungen miteinander kompatibel.

In wenigen Jahren aber werden diese Geräte und Anwendungen ganz selbstverständlich ihre Daten untereinander austauschen. Und auch bei den Mitarbeitern wird sich einiges ändern. Denn nur, wenn sich die Beteiligten enger verzahnen, können die Prozesse wirklich effizient ablaufen. Nach unserer Schätzung könnten die Aufwendungen in der Gesundheitswirtschaft schon jetzt um etwa 20 Prozent sinken, wenn die Möglichkeiten zur Effizienzsteigerung konsequent ausgenutzt würden.

 

Was bedeutet das konkret?

Wir sehen drei Handlungsfelder für die IT: Integration, Information und Kooperation. Es geht zum Einem um eine neue Art der Zusammenarbeit – innerhalb der Institutionen aber auch zwischen Kliniken und Krankenkassen, den Pflegeeinrichtungen und den niedergelassenen Ärzten. Allein durch eine reibungslose Kommunikation und eine Übertragung der Informationen ließe sich hier viel einsparen. Wenn der Hausarzt nach einer Entlassung seines Patienten aus der Klinik beispielweise elektronisch Zugang zu den Untersuchungsergebnissen bekäme, ließen sich Doppeluntersuchungen vermeiden. Schließt sich ein Aufenthalt in einer Pflegeeinrichtung an, kann man dort ebenfalls auf die Vorarbeit der Kollegen zurückgreifen. Dafür ist natürlich eine einheitliche IT-Infrastruktur nötig, die auf offenen Standards basiert. Aber die Effizienzgewinne sind so hoch, dass sich das mittelfristig durchsetzen wird.

 

Welchen konkreten Nutzen haben die einzelnen Akteure, beispielsweise die Kliniken oder die Krankenkassen, davon?

Was für das ganze System gilt, spiegelt sich auch beim einzelnen Leistungserbringer wider. Bei den Arbeitsabläufen gibt es noch viel Verbesserungspotenzial. Wenn Sie überlegen, dass ein Mitarbeiter einer Krankenkasse um einen Vorgang zu bearbeiten, heute zwei oder drei Fachanwendungen aufrufen muss, dann kann das nicht effizient sein – von benutzerfreundlich ganz zu schweigen. Mit dem »Modernen Arbeitsplatz Gesundheitswirtschaft« setzen wir daher auf einen Ansatz, der den Benutzer in den Mittelpunkt stellt und ihm alle Fachanwendungen aus den Office-Programmen zugänglich macht. Eine solche Verknüpfung erleichtert auch den Administratoren die Arbeit: Sie können die Zugangsrechte zentral verwalten. Und die einheitliche Eingabequelle verbessert die Datenqualität.

Das Interview führte Volker Vorburg

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Christian Köth (45) hat im Mai 2009 die Leitung der Geschäftsfelder Healthcare und Non Profit Organisations (NPO) der Microsoft Deutschland GmbH übernommen. Er ist verantwortlich für das gesamte Microsoft-Geschäft mit Unternehmen aus der Gesundheitswirtschaft sowie allen Organisationen, die mit ihrer Tätigkeit keinen kommerziellen Zweck verfolgen.

 

 
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