201002 Karl Storz OR1 Elektronische Checkliste

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OR1 Checklist gibt grünes Licht

Ready for Take-off

Eine elektronische Checkliste für chirurgische Eingriffe als neue Software-Applikation vermindert den negativen Einfluss von menschlichem Fehlverhalten und erhöht die Sicherheit für den Patienten.

 

D

as Risiko, bei einem Krankenhausaufenthalt ernsthaft Schaden zu nehmen, ist etwa 33.000-mal höher, als bei einem Flugzeugunfall zu sterben. Aber haben Flüge und chirurgische Eingriffe überhaupt etwas gemeinsam? In der Tat gibt es einen gemeinsamen Nenner: In beiden Fällen legt der Mensch – Patient oder Passagier – sein Leben in die Hände fremder Akteure und diffiziler Technik. Umso erstaunlicher erscheinen die Zahlen, die eine Studie belegt, die Trainingsmethoden von Chirurgen und Piloten vergleicht [1]. So zeigt sie im Verhältnis der Anzahl von Trainingsmöglichkeiten – etwa Simulatoren – eine unbegreiflich hohe Diskrepanz zu Ungunsten der Mediziner und ihrer Patienten.

Oberflächlichkeit eliminieren.

Auf der Suche nach einem Weg, diese Unterschiede zu verringern, nahm sich die World Health Organisation (WHO) dieses Themas an. In einem großangelegten Projekt in acht Ländern entwickelte man – basierend auf den Erfahrungen mit der amerikanischen »Timeout Verification«-Methode – mit den Daten von 7.688 Patienten eine chirurgische Checkliste, deren Ziel darin bestand, menschliche Einflüsse wie Nachlässigkeit, Routineverhalten oder Unwissenheit weitgehend zu verhindern. Die Resultate waren eindrucksvoll: Das New England Journal of Medicine berichtete, dass sich die Todesrate mit Hilfe der WHO Surgical Checklist um über 40 Prozent verringerte und die Komplikationsrate um ein Drittel sank [1].

Inspiriert von ähnlichen Ideen und zudem wirtschaftlich orientiert, fand in den Niederlanden eine Studie zum Thema »Design of a digital checklist interface for preparing laparoscopic procedures« statt. Dabei verglich man Daten von Operationen, die mit und ohne eine speziell entwickelte Checkliste durchgeführt wurden. Besondere Beachtung schenkte man im Verlauf der Studie dem Eintreten riskanter und kostensensitiver Situationen wie fehlendem Material oder falsch eingestellten Geräten. Auch hier registrierte man als beeindruckendes Ergebnis einen signifikanten Rückgang dieser Situationen allein durch den Einsatz der Checkliste. Kostbare OP-Minuten konnten nachweislich eingespart und die Kosten erheblich reduziert werden.   

Elektronische Checkliste.

Bei der Tuttlinger Karl Storz GmbH, einem Endoskopie-Spezialisten und Experten für OP-Integration, erkannte man sofort das enorme Potenzial dieser Methodik zur Verbesserung der Patientensicherheit sowie zur Reduzierung mittel- und unmittelbarer Folgekosten. Die Softwareentwickler und Designer entwickelten gemeinsam mit klinischen Partnern eine Software-Applikation, die eine elektronische Begleitung chirurgischer Eingriffe in Form einfach zu bedienender Checklisten ermöglicht: die Karl-Storz-OR1-Checklist. Sie lässt sich sowohl in Karl-Storz-Systeme einbinden als auch autonom betreiben und nahtlos in jede bestehende IT-Infrastruktur einbinden.

Die Bedienung erfolgt über Touchscreen oder konventionell mit Maus und Tastatur. Dank der an die Lichtverhältnisse im OP adaptierten Benutzeroberfläche sind alle Informationen jederzeit für das gesamte Team gut lesbar. Nach dem Eingriff erstellt das Programm einen Bericht über die Arbeitsabläufe mit Patienten-, Team- und Eingriffsinformationen, der benötigten Zeit pro Arbeitsschritt sowie Vollständigkeitsvermerken. Der Report kann in digitaler oder gedruckter Form als Bestandteil der OP-Dokumentation in der Krankengeschichte abgelegt werden. Eine Auswertbarkeit zu wissenschaftlichen Zwecken ist gewährleistet.

Die Checklisten lassen sich in Eigenregie – ganz ohne IT-Spezialisten – den individuellen Anforderungen des Anwenders anpassen. Dabei können auch Gerätebilder oder Raumskizzen etwa das notwendige OP-Setup visualisieren. Dank der modernen Architektur der Applikation ist ein problemloser Austausch der Berichte oder Checklisten zwischen Fachabteilungen, Kliniken oder Praxen möglich. Das fördert die Wirtschaftlichkeit ebenso wie die Sicherheits- und Fürsorgeinteressen der Patienten und zeigt, dass beides nicht in Widerspruch zueinander stehen muss.

Volker Vorburg

 

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[1] Vgl.: CMO Annual Report 2008: Safer Medical Practice: Machines, Manikins and Polo Mints, in: www.scsn.scot.nhs.uk/documents/Safer_medical_practice_March2009.pdf

 

[2] Vgl.: New England Journal of Medicine: A Surgical Safety Checklist to Reduce Morbidity and Mortality in a Global Population, in: http://content.nejm.org/cgi/content/full/NEJMsa0810119

 

 

Besser gecheckt

Quelle: Karl Storz GmbH

Mit der WHO Surgical Safety Checklist werden menschliche Einflüsse wie Nachlässigkeit, Routineverhalten oder Unwissenheit bei Operationen weitgehend eliminiert.

 

 


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