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Was tut sich im Telekommunikationsmarkt?

Trends und Ausblick

(TechConsult, Kassel – Frank Heuer) Der Telekommunikationsmarkt ist derzeit durch eine große Dynamik gekennzeichnet, welche die Anbieter vor besondere Herausforderungen stellt. Diese müssen sich auf den schnell verändernden Markt einstellen und auf Ihn reagieren. Besonders im Bereich des Festnetz-Angebots, das immer noch zum Kerngeschäft gehört, sind enorme Rückgänge zu verzeichnen. Im Folgenden soll ein Überblick über wichtige Trends in der Telekommunikations- Branche gegeben werden.

Voice over IP

Von Voice over IP geht derzeit der größte Veränderungsimpuls im Markt der Telekommunikation aus.

Ende 2007 werden bereits über 15 % der deutschen Unternehmen Voice over IP – meistens noch ergänzend zur traditionellen Struktur – nutzen. Vorreiter sind dabei – neben der Telekommunikationsbranche selbst – Dienstleistungsunternehmen und die Finanzbranche. Hinter dieser Gesamtzahl verbergen sich durchaus unterschiedliche Strukturen.

Das Kreditgewerbe war von jeher ein Treiber des Themas Voice over IP in Deutschland. Dies liegt an der filialisierten und mit Corporate Networks (Standleitungen und immer häufiger IP-VPNs) ausgestatteten Unternehmensstruktur. Angesichts dieser vorhandenen Ausgangsbasis bietet es sich an, die Integration von Sprachdiensten in die ohnehin vorhandene interne Dateninfrastruktur zu erwägen.

Etwas anders erklärt sich die Vorreiter-Rolle des Dienstleistungsgewerbes. Bei den Dienstleistern handelt es sich zwar überwiegend um kleine Firmen ohne IP-VPN, andererseits häufig um junge und innovative Unternehmen. Entsprechend findet Voice over IP hier häufig über den unmittelbaren Internetanschluss Anwendung.

Ein häufig anzutreffendes Hemmnis für Voice over IP ist der Investitionsschutz sowie das Risiko, eine bewährte Technologie durch eine neue zu ersetzen. Entsprechend machen hybride Lösungen, die eine »sanfte« Migration ermöglichen, den überwiegenden Teil des Marktes aus. Diese Möglichkeit nutzen vor allem kleine und mittelgroße Unternehmen. Nicht zuletzt ist dies für die etablierten Anbieter eine Weg, ihr angestammtes Geschäft vor »Neulingen« – etwa Cisco, Verfechter der »puren« Technologie – zu schützen.

Fixed-Mobile-Konvergenz

Auch seitens des Mobilfunks sieht sich das Festnetz Angriffen ausgesetzt, wobei der B2B-Markt nicht so stark betroffen ist wie der B2C-Markt.
Während immer mehr Konsumenten den Festnetzanschluss ganz abmelden, planen weniger als 2 % der Unternehmen, in den nächsten zwei Jahren ganz auf Mobiltelefone umzusteigen.
In den Unternehmen steigt die Mobilität der Mitarbeiter wodurch eine stärkere Nutzung mobiler Endgeräte erforderlich wird. Der Nachteil dabei ist das pro Mitarbeiter verschiedene Telefonnummern und verschiedene Abrechnungen erstellt werden müssen. Hierbei kann die Integration von Fest- und Mobilfunknetzen Abhilfe schaffen und gleichzeitig die Kosten minimieren.

Inhouse Lösung oder Managed Services

Die Einführung und der Betrieb von Voice over IP bedarf ein gewisses Know-how, dass aber viele Unternehmen nicht besitzen beziehungsweise sich nicht aneignen können. Hier setzen die sogenannten Managed Services an. Dies stellt gewissermaßen einen Dienst »aus der Steckdose« dar. Dies bedeutet, dass die Voice-over-IP-Technologie nicht im Unternehmen installiert ist, sondern im Rechenzentrum eines Providers.

Managed Voice over IP wird – neben verschiedenen anderen seit einiger Zeit von immer mehr Carriern angeboten. Diese versprechen sich durch solche »Value Added Services« einen Ausgleich für ihr erodierendes Kerngeschäft und dem Preis-Konkurrenz-Druck besser ausweichen zu können als dies bei der reinen Leitung der Fall ist.

Von der Anwenderseite ist Managed Voice over IP besonders für den gehobenen Mittelstand interessant. Denn in dieser Zielgruppe besteht ein gewisser Konkurrenzdruck, auf möglichst moderne, effiziente Lösungen zu setzen. Auf der anderen Seite fehlen jedoch häufig Know-how und das erforderliche Kapital.

Microsoft als neuer Player

Die Ankündigung Microsofts sich in der Telekommunikation zu engagieren hat Bewegung in den Markt gebracht. Die Strategie, die Microsoft am Markt verfolgen möchte, wurde Ende vergangenen Jahres vorgestellt.
Besonders die Erreichbarkeit des Angerufenen soll verbessert werden, da der Angerufene, so Microsoft, meist nicht im ersten Anlauf erreicht wird. Aufgrund der marktbeherrschenden Stellung von Microsoft bei fixen und verstärkt auch bei mobilen Plattformen ist von einer Veränderung im Markt auszugehen. Dabei betont Microsoft seine Bereitschaft, die Lösung Unified Communications auch Partnern zur Zusammenarbeit zu öffnen, wie es etwa mit Nortel der Fall ist. Es gibt allerdings nicht nur Begeisterung bei den etablierten Anbieter zu verzeichnen, denn viele sorgen sich auch um ihre Marktanteile. Ein TK-Lösungsanbieter berichtet von einem Angebot für eine Partnerschaft, noch vor Nortel, die er jedoch abgelehnt habe.


Abbildung: Zukunfts-Szenario Telekommunikation

 

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Geschäftsprozesse haben den höchsten Stellenwert

Enterprise-SOA braucht Branchenfokus

(TechConsult, Kassel – Denis Mrksa) Führende Software-Anbieter versuchen die Entwicklung in Richtung serviceorientierte Architekturen (SOA) zu treiben, indem sie dem businessorientierten Anwender die Vorteile dieses neuen Management-Konzepts anpreisen. Dabei hängt der Erfolg von SOA maßgeblich von einer branchenspezifischen Ausrichtung der Konzepte ab.

SOA als Management-Konzept

Erklärt man den Begriff SOA nicht aus der Warte eines Software-Entwicklers, sondern aus Sicht des zunehmend businessorientierten CIOs, verbirgt sich darunter in erster Linie eine auf bestimmte Geschäftsprozesse ausgerichtete IT-Infrastruktur, die schnell und flexibel auf veränderte Anforderungen im Geschäftsumfeld reagieren kann. Erst in zweiter Linie beschreibt SOA ein technologisches Konzept für Systemarchitekturen, das die Wiederverwendung und Interoperabilität zwischen IT-Systemen in Form loser gekoppelter Services in den Mittelpunkt rückt.
Aus der businessorientierte Sicht wird demnach den abzubildenden Geschäftsprozessen der höchste Stellenwert eingeräumt. Vor diesem Hintergrund sind die CIOs gehalten, bei einer SOA-Einführung zunächst die Prozesse ihrer Firma zu analysieren und die SOA-relevanten zu definieren. Ferner müssen sie darauf achten, dass sich die betreffenden Business-Applikationen auch in einzelne Komponenten darstellen und in einem die Unternehmens-IT übergreifenden Framework integrieren lassen. Ziel ist es, die monolithischen Business-Systeme in Services aufzubrechen, die nicht nur den IT-Mitarbeitern, sondern auch den Mitarbeitern aus den Fachabteilungen verständlich sind. Die Fachabteilungen sind letztlich zunehmend Treiber für interne IT-Projekte und finanzieren immer häufiger die Projekte aus ihrem Budget.

Geschäftsprozess-Fokus heißt Branchen-Fokus

Gerade mit Blick auf die Abbildbarkeit der Geschäftsprozesse ist eine Fokussierung auf vertikale Spezifika der Unternehmen unabdingbar. Von Anbieterseite soll durch SOA vornehmlich die Standardisierung von Prozessen innerhalb IT-Systemen, wie ERP und CRM, vorangetrieben werden. Die Entwicklung von Standards macht aber vor allem branchenspezifisch, nicht allein branchenübergreifend Sinn. Zwar sind die Bestrebungen, wie die der Standardisierungsgremien Open CSA und Oasis mit SAP, IBM, Oracle und Bea als wesentliche Unterstützer, zur Vereinheitlichung von Programmiermethoden für dienstorientierte Architekturen zielführend, was die vereinfachte Darstellung von Business-Logik und der damit zusammenhängenden Datenmodelle angeht. Anwender, darunter vor allem die Nicht-IT-Experten, sollen im Endeffekt Vorlagen zur Verfügung gestellt bekommen, mit denen sie auf einfache Weise Anwendungen erstellen und nutzen können. Jedoch sind diese Vorlagen für die Fachabteilungen erst nützlich, wenn sie die Anwendungs- und Architekturkomponenten umfassen, die für den jeweiligen Industrie- beziehungsweise Dienstleistungssektor relevant sind.
Nicht umsonst sind die führenden Softwarekonzerne wie SAP und Oracle daran interessiert, ihre Branchenexpertise zu erweitern, um auf dieser Basis auch branchespezifische SOA-Lösungen anbieten zu können. Was in dieser Hinsicht SAP mit der Initiierung von Arbeitskreisen für Branchen-SOA umzusetzen versucht, will Oracle durch Zukäufe realisieren: Die Köpfe aus Redwood Shores steigerten etwa in den letzten Jahren bereits ihre Anteile an dem Bankensoftware-Spezialisten iFlex; die Walldorfer gehören dagegen dem Gremium des Industry Value Network for Banks an, das die Standardisierung von Konzepten einer SOA im internationalen Bankenwesen als Ziel hat.

Unterschiedliches SOA-Interesse in den Branchen

Dass eine Fokussierung der SOA-Ausrichtungen der Anbieter auf Branchen nicht nur zweckdienlich, sondern notwendig ist, zeigt sich am Beispiel SAPs Enterprise-SOA, auf die in einer von TechConsult durchgeführten Studie zum Thema »SAP-Services« eingegangen wurde. TechConsult hat im Rahmen dieser Studie 200 deutsche SAP-Anwender befragt, welche Bedeutung die aktuelle Entwicklung im Umfeld von SAPs Enterprise-SOA für sie hat.
Dabei wird deutlich, dass die Relevanz von SOA je Branchen unterschiedlich hoch ist. So zeigen Versorger und Dienstleister ein höheres Interesse an SAP-SOA als etwa Banken und Versicherungen sowie die öffentliche Hand. Besonders die Energie- und Wasserversorgungsbetriebe erwünschen sich durch eine SOA-Einführung, den in Sachen IT oft jahrelang gepflegten Wildwuchs in den Griff zu bekommen und die Standardisierung der IT voranzutreiben. Im Falle deutscher Finanzunternehmen könnten die hohen Kosten und die lange Dauer von einigen Referenz-Projekten in der benachbarten Auslandsbranche von einer SOA-Einführung abgeschreckt haben. Das seit Mitte 2005 laufende und auf zehn Jahre ausgelegte SOA-Projekt der schweizerischen Bank UBS soll etwa aller Voraussicht nach mehrere 100 Millionen Euro verschlingen.

Abbildung: Bedeutung von Enterprise-SOA nach Branchen

Branchenspezifische Gründe für Enterprise-SOA

In der Studie befragte TechConsult die Anwender auch nach den Gründen für die angegebene Bedeutung von SAP Enterprise-SOA. Es wurde deutlich, dass die Integration vorhandener Programme dabei eine besondere Herausforderung darstellt. Branchenübergreifend gaben die meisten – nämlich 38 % – der Befragten an, dass sie sich durch SOA eine einfachere Integration vorhandener Lösungen erhoffen. Allein mit Fokus auf die drei Branchen Industrie, Handel und Dienstleistungen fallen allerdings schon Unterschiede in der Motivation für eine SOA-Einführung auf. Der Integrationsaspekt ist beispielsweise besonders im Handel (56 % der Nennungen) und bei den Industrieunternehmen (54 %) relevant. Bei den Dienstleistern spielt vor allem die Flexibilisierung der Geschäftsprozesse eine Rolle (38 %). Dagegen ist die Standardisierung von Geschäftsprozessen in diesem Branchenvergleich vor allem ein Thema für Handelsunternehmen (11 %) und für die Industrie und den Dienstleistungssektor deutlich unterdurchschnittlich von Bedeutung

Abbildung: Gründe für Enterprise-SOA nach Branchen (Auszug)

Mit Blick auf die unterschiedliche Affinität und Motivation der Branchen hinsichtlich des SOA-Konzepts wird klar, dass die Anbieter sehr schnell umfassendes Know-how für branchenspezifische Geschäftsprozesse aufbauen und diese Kompetenz deutlich kommunizieren sollten. Es müssen dabei sowohl technologische als auch wirtschaftliche Spezifika in den Segmenten beachtet werden, um den Erfolg von Brancheninitiativen einzufahren.

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